Halfing – Abschied von einer Halfinger Sportlerlegende. Eine überaus große Trauergemeinde nahm am Halfinger Friedhof Abschied von dem kürzlich verstorbenen Sebastian Freiberger. Vorausgegangen war dessen letzten Erdenweg ein durch Pater Mihael und den Geschwistern Aschbacher feierlich gestaltetes Requiem in der Halfinger Pfarrkirche. Wast, wie er überall genannte wurde, erblickte am 10. Dezember 1946 in Halfing das Licht der Welt. Gemeinsam mit seinem älteren Halbbruder Hans und seiner jüngeren Schwester Anni wuchs er wohlbehütet auf dem elterlichen Freibergeranwesen in der Bahnhofstraße auf.
Stets erzählte er von seiner glücklichen Kindheit im Halfinger „Oberdorf“, wo er bei der Familie Böck ein zweites Zuhause fand. Bereits im Alter von sechs Jahren verstarb sein Vater, was für die Bauernfamilie einen schweren Einschnitt bedeutete und schließlich zur Aufgabe der Landwirtschaft führte.
Nach dem Besuch der Winterschule leistete er beim Bundesgrenzschutz in Rosenheim seinen Ersatzdienst. Dieser führte ihn mit seiner Einheit 1972 auch zur Olympiade nach München, wo er hautnah das terroristische Attentat erleben musste. 1974 begann sein beruflicher Weg beim Vermessungsamt Rosenheim, wo er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Außendienst tätig war.
Seit seiner Kindheit war Fußball seine große Leidenschaft, später kamen noch Tischtennis und Tennis dazu. Wast war stets mit dem FC Halfing verbunden und mit dokumentierten 693 Einsätzen in der ersten Mannschaft wurde er zum Rekordspieler der Fußballer. Später trainierte er auch einige Jahre die Fußballjugend des Vereins.
In der Abteilung Tischtennis, der er seit 1969 angehörte, war er von 1970 bis 2017, also 47 Jahre lang, aktiver und erfolgreicher Mannschaftsspieler. 1990 führte ihn die Liebe nach Bad Endorf, wo er bei seiner Frau Christl und den Kindern Florian und Johanna sein Lebensglück und eine zweite Heimat fand. Die regelmäßigen Besuche von Florian mit seiner Claudia sowie von Johanna mit ihrem Max bereiteten ihm stets besonders große Freude.
Mit dem Eintritt in den Ruhestand erfüllte er sich seinen großen Traum und legte auf seinem Grundstück in der Nähe des heutigen Gewerbegebiets einen Garten an. Diesen pflegte er mit großen Elan und freute sich über alles, was dort wuchs und über die verschiedensten Tiere, die sich dort aufhielten.
Eine Ironie des Schicksals war, dass ihn dort, bei Gartenarbeiten mit seinem guten Freund und Schwager Franz, sein jäher Tod ereilte und er völlig ungeahnt nicht mehr nach Hause kam.
Auf dem Halfinger Friedhof verabschiedetet sich neben seiner Familie eine unüberschaubare Trauergemeinde aus Freunden und Wegbegleitern von einem bemerkenswerten Sportkameraden und Mitmenschen. Nachdem ein Vertreter des Vermessungsamtes und Helmut Gruber, Vorstand des FC Halfing, mit rührenden Worten an das Wirken von Wast erinnerten, senkte sich, begleitet von den Klängen der Halfinger Blasmusik und unter drei Böllerschüssen, die Fahne des Halfinger Veteranenvereins zum letzten Gruß vor dem Grab von Wast. böp