Mehr Sitze für CSU, FW und AfD

von Redaktion

Bei der Kommunalwahl in Stephanskirchen holten CSU, Freie Wähler und AfD je einen Sitz mehr. Bürgermeister Karl Mair wurde im Amt bestätigt, während es im Gemeinderat acht neue Gesichter gibt.

Stephanskirchen – Acht neue Gemeinderäte, zwei neue Fraktionen – im Stephanskirchener Gemeinderat wird durchgewechselt: mit einer klaren Tendenz nach rechts. Denn sowohl CSU als auch Freie Wähler und AfD haben jeweils einen Sitz hinzugewonnen im Vergleich zur Wahl vor sechs Jahren. AfD und Freie Wähler erhalten damit Fraktionsstatus in Stephanskirchen. Auf dem Chefposten im Stephanskirchener Rathaus ändert sich nach der Wahl am 8. März 2026 nichts. Mit 86,2 Prozent bestätigten die Wähler Karl Mair (Parteifreie Bürger) im Amt.

Abschied nach 24 Jahren
als Gemeinderätin

2020 holte die CSU 26,9 Prozent, sechs Sitze und verpasste nur knapp den siebten Sitz. Damals kandidierten noch Petra Hofmann als Bürgermeisterkandidatin und Petra Schnell für die Partei und erhielten ein Mandat. Kurz nach der Wahl traten beide aus der Partei aus und bildeten bis zu Hofmanns Rücktritt im Dezember 2025 die Unabhängige Fraktion innerhalb des Gremiums. Petra Schnell stellte sich nach 24 Jahren – also vier Legislaturperioden – aus privaten Gründen nicht mehr zur Wahl.

„Ich finde, dass es reicht“, sagt die Noch-Gemeinderätin. Nun dürften auch einmal die Jungen ran. Soziale Themen wie Senioren, Jugend, Schule, Kindergarten seien immer „ihr Steckenpferd“ gewesen. In diese Rolle als Gemeinderätin sei die Mutter von drei Kindern in den vergangenen 24 Jahren „hineingewachsen“. Besonders stolz sei sie auf den Funpark, den sie seinerzeit als erste Jugendbeauftragte der Gemeinde gemeinsam mit Stephanskirchener Teenagern realisierte. Auch den Jugendtreff im Roten Schulhaus habe sie ins Leben gerufen. Von 1997 bis 2011 bekleidete sie das Amt ehrenamtlich und setzte sich dafür ein, dass die Bedürfnisse der Jugend im Gemeinderat gehört werden.

Was sie mit ihrer neu gewonnenen freien Zeit anstellen möchte, weiß sie schon genau: „Jetzt werde ich die Dinge machen, die ich gerne mache“, sagt sie auf Nachfrage des OVB und lacht. In erster Linie sei sie nun Oma. Mit fünf Enkeln dürfte sie vermutlich ausgelastet sein.

Bei dieser Wahl konnte die CSU ihren Erfolg geringfügig steigern und holte 27,9 Prozent sowie sieben Sitze. Als Gemeinderäte wurden neben dem bisherigen Fraktionssprecher Günther Juraschek auch Franz Hoffmann, Jacqueline Aßbichler und Georg Dörfler wiedergewählt.

Ebenfalls ein Mandat erhielten Architekt Ludwig Labonte (Listenplatz 16), Landschaftsgartenbaumeister Leonhard Lechner (Listenplatz 6) und Regierungsbeamter Michael Wiesheu, der als Spitzenkandidat mit Listenplatz 1 ins Rennen gegangen war. Mit Lechner (27) und Wiesheu (26) ziehen zwei Unter-30-Jährige für die CSU in den Gemeinderat ein.

Neu aufgestellt haben sich auch die Freien Wähler in Stephanskirchen. „Wir sind mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden“, sagt Mirko Hentsche auf Nachfrage. 2020 holten die Freien Wähler in Stephanskirchen 5,4 Prozent. Nachdem Christian Helget Anfang des Jahres 2026 und kurz vor der Kommunalwahl sein Mandat als Gemeinderat niederlegte und damit auch seine Pläne, als Bürgermeister zu kandidieren, verwarf, wurde im Februar 2026 Sebastian Scheuerer als Listennachfolger nach der Wahl 2020 vereidigt. Dieser ließ sich jedoch für diese Legislaturperiode nicht mehr aufstellen.

Trotzdem konnten die FW weitere Wähler überzeugen und kamen am 8. März 2026 auf 7,1 Prozent. Das oberste Ziel sei laut Hentsche, Wähler zu gewinnen, um die Präsenz der Freien Wähler im Stephanskirchener Gemeinderat zu steigern.

Das ist ihnen gelungen: Ein Mandat geht an Hentsche selbst, Polizeibeamter und stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Schloßberg. Das zweite geht an Bio-Gärtner und Betreiber des Kernerhofs Bernhard Stein. Durch den zweiten Sitz erhalten die Freien Wähler einen Fraktionsstatus und somit mehr Mitbestimmung, da sie bei der Besetzung der Ausschüsse bedacht werden müssen.

Gleiches Bild zeigt sich bei der AfD: 2020 noch bei 3,9 Prozent, steigerte sich die Partei bei dieser Wahl auf 8,9 Prozent. Friedrich Kreutz, der bei der Bürgermeisterwahl 13,8 Prozent der Wählerstimmen erhielt und damit haushoch gegen Mair unterlag, wurde als Gemeinderat bestätigt. Ebenfalls ein Mandat erhielt Harald Schoger. Der Einzelhandelskaufmann erhält damit den zweiten Sitz für die AfD im Stephanskirchener Gemeinderat.

Den wachsenden Zuspruch für die AfD auf kommunaler Ebene sieht Bürgermeister Mair kritisch: „Dass die AfD nun mit Fraktionsstatus im Gemeinderat sitzt, erfüllt mich mit Sorge, da viele Positionen der Partei nicht mit einem offenen, respektvollen Zusammenleben, das auch wir in unserer Gemeinde pflegen, zusammenpassen.“

Während die einen die Anzahl der Sitze vergrößern konnten, mussten andere Verluste beklagen: Die SPD und die Parteifreien Bürger gehen als Stimmverlierer vom Platz. Die SPD konnte das Ergebnis von 2020 (6,4 Prozent) nicht halten, verlor 0,5 Prozentpunkte und kam schließlich auf 5,9 Prozent. Das bedeutet auch, dass die SPD nur noch einen Sitz erhält, welcher erneut an Uwe Klützmann-Hoffmann geht. Steffi Panhans, Dritte Bürgermeisterin und Gemeinderätin seit 2014, kandidierte nicht mehr.

Auch die Parteifreien Bürger konnten nicht an den Erfolg von vor sechs Jahren anknüpfen: Sie stürzen von 31,1 Prozent (2020) auf 24 Prozent ab. Sie mussten zwei Sitze einbüßen und erhalten nach dem Wählerwillen sechs Sitze. „Dass es nur sechs Sitze wurden, auch wenn der siebte in Reichweite war, lag vor allem daran, dass von den sechs bestgewählten Kandidaten des Jahres 2020 vier nicht mehr auf der Liste standen – darunter ich selbst, da ich wegen meiner überparteilichen Bürgermeisterkandidatur nicht mehr zusätzlich als Gemeinderat kandidierte“, sagt Bürgermeister Mair auf Nachfrage.

Nach zwei Wechseln während der noch laufenden Legislaturperiode – Erika und Thomas Riedrich legten ihre Mandate nieder, Lukas Lechner und Andreas Scheibenzuber rückten nach – reichte es für Andreas Scheibenzuber (Listenplatz 9) und Gerhard Scheuerer (Listenplatz 24) nicht aus.

Scheuerer scheidet damit ebenso wie Schnell nach 24 Jahren als Gemeinderat aus dem Gremium aus. Seit 1990 ist er Parteimitglied, 2002 wurde er erstmals in den Gemeinderat gewählt. Während seiner gesamten Amtszeit leistete er „akribische Arbeit“, wie Bürgermeister Mair über ihn sagte, im Rechnungsprüfungsausschuss und galt als Fürsprecher von Handwerk und Landwirtschaft innerhalb der Gemeinde. Seine große Leidenschaft gilt aber auch dem Theater: Jahrzehntelang engagierte er sich als Vorsitzender der Theatergruppe.

Wiedergewählt wurden Lukas Lechner, Christian Ladner, Christine Wallisch, Stephan Mayer und Herbert Bauer. Nicht erneut zur Wahl gestellt hatte sich Hubert Lechner. Neu in das Gremium gewählt wurde Martin Thanner (Listenplatz 3). Der Ingenieur ist vielen in Stephanskirchen bekannt, da er eine Fischzucht in Innleiten betreibt und sich innerhalb der Gemeinde stark gegen den Bau des Brenner-Nordzulaufs engagiert.

Blick auf Grüne
und Bayernpartei

Stabil zeigt sich das Wahlergebnis der Grünen. Entgegen dem bundesweiten Trend, bei dem die Grünen Prozente bei den Wählern verlieren, konnte die Stephanskirchener Ortsgruppe offenbar auf eine breite Stammwählerschaft zählen. Mit 18,1 Prozent stehen sie nahezu gleich da wie bei der Wahl vor sechs Jahren, bei der sie 18,2 Prozent der Wählerstimmen für sich gewinnen konnten. Die Grünen behalten damit ihre vier Sitze. Ein Mandat für die kommenden sechs Jahre erhielten erneut Janna Miller, Matthias Wenig und Johannes Lessing. Dr. Nicole Eckert stellte sich nicht erneut auf, dafür schaffte es Innenarchitektin Doris Reissinger in den Gemeinderat.

Von personellen Veränderungen unberührt bleibt die Fraktion der Bayernpartei. Während sie 2020 8,1 Prozent der Wählerstimmen holte, waren es bei der diesjährigen Wahl 8,2 Prozent. Weder die Zahl der Sitze noch die Gemeinderäte ändern sich: Zweiter Bürgermeister Robert Zehetmaier und Florian Beck wurden erneut von den Wählern mit einem Mandat bedacht.

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