Mistgabel durchbohrt Windschutzscheibe

von Redaktion

Neue Details zum Unfall am Freitag – Anhänger löst sich während der Fahrt auf der Innbrücke

Wasserburg – Zu dem Unfall, der sich am vergangenen Freitag auf der Innbrücke der B304 ereignet hat, ist nun ein neuer Umstand bekannt geworden: Eine Mistgabel, die sich auf dem Anhänger befand, der sich in voller Fahrt gelöst hatte, durchbohrte die Windschutzscheibe eines entgegenkommenden Fahrzeugs. Der Vorfall endete glimpflich: Der Fahrer des Pkw wurde nur leicht verletzt.

Wie berichtet, war ein 29-jähriger Wasserburger mit seinem Gespann in Richtung Traunstein unterwegs. Beim Überqueren der Innbrücke sorgte eine Bodenwelle dafür, dass der Anhänger während der Fahrt vom Vorderwagen abriss. Wie die Polizei Wasserburg auf Nachfrage bestätigt, war die Ursache nach ihren Angaben wohl ein Bedienfehler des Unfallverursachers. Der Fahrer habe versäumt, den Sicherungsschlüssel der Anhängerkupplung nach dem Ankoppeln abzuziehen, so die Beamten in einer Pressemitteilung.

Ohne diese mechanische Sperre reichte der Stoß der Bodenwelle aus – und der Anhänger wurde zum führerlosen Geschoss auf der Brücke.

Er geriet in den Gegenverkehr und krachte frontal in den Wagen eines Mannes aus Pfaffing. Die Wucht war so gewaltig, dass sich das Auto der Familie um 180 Grad drehte und gegen die Leitplanke prallte, hieß es im Polizeibericht.

Was im offiziellen Pressebericht zunächst fehlte, offenbarten erst die Fotos vom Unfallort: Ein langer Holzstab ragte wie ein Speer aus der Windschutzscheibe des Familienautos. Auf Nachfrage der Redaktion meldet die Polizei Wasserburg: „Ja, wir können bestätigen, dass ein Gegenstand die Frontscheibe durchbohrt hat.“

Bei dem vermeintlichen Holzstab handelt es sich um eine abgebrochene Mistgabel, die Teil der Ladung auf dem Anhänger war. Das berichtet der Wasserburger, der den Unfall verursacht haben soll, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die Frage nach der Ladungssicherung steht nun im Raum. War die Mistgabel nicht ordnungsgemäß gesichert? Oder führte vor allem die enorme Wucht des Aufpralls dazu, dass die Windschutzscheibe derart getroffen wurde? Das werde derzeit ermittelt, so die Polizei.

„Es ist schon großes Glück, dass nicht mehr passiert ist, wenn man da mit 60 bis 70 km/h den Berg runterfährt“, so Bene Engl- mann von der Polizei Wasserburg. Es grenze an ein Wunder, dass die Familie den Unfall nach ersten Erkenntnissen fast unbeschadet überstanden habe und der Fahrer nur leicht verletzt worden sei.

Auch der ebenfalls sehr entsetzte Autofahrer aus Wasserburg ist sichtlich erleichtert. „Ich habe bei der Familie dann erneut angerufen, mich entschuldigt und gefragt, wie es geht.“ Er hatte auf seinem Anhänger nach eigenen Angaben vor allem Sträucher geladen, die sich im Zuge des Unfalls weit über die Straße verteilten.

An dem Anhänger entstand ein wirtschaftlicher Totalschaden. Gegen den Unfallverursacher wird laut Inspektion wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Die B304 musste für die Unfallaufnahme zeitweise beidseitig gesperrt werden.

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