Schlaghosen, Walkman und erste E-Mails

von Redaktion

Besonderer Unterricht an der Dientzenhofer-Schule in Brannenburg

Brannenburg – Als am Mittwochmorgen die Türen der Dientzenhofer-Schule in Brannenburg aufgingen, wirkte das Schulhaus plötzlich wie eine kleine Zeitmaschine.

In den Gängen blitzten Schlaghosen und bunte Stirnbänder auf, aus einem Klassenzimmer drang der Sound von Disco-Musik, andernorts erinnerte ein alter Computer an die Anfänge des digitalen Zeitalters. Unter dem Motto „Zeitsprünge“ präsentierten die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen ihre Projektarbeit, in der sie sich mit prägenden Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts auseinandergesetzt hatten.

Der Traum der
Menschheit

Die Reise begann in den 1960er-Jahren. In einem Klassenzimmer erzählten Plakate und Präsentationen vom Aufbruch einer jungen Generation, von politischen Umbrüchen und vom großen Traum der Menschheit, der 1969 mit der Mondlandung Wirklichkeit wurde. Popkultur, Protestbewegungen und ein wachsendes Selbstbewusstsein der Frauen prägten die Atmosphäre dieses Jahrzehnts – ein neues Lebensgefühl, das die Schüler mit viel Liebe zum Detail nachzeichneten.

Nur wenige Schritte weiter warteten bereits die 1970er-Jahre. Glitzernde Disco-Kugeln drehten sich unter der Decke, bunte Farben und Flower-Power-Symbole erinnerten an eine Zeit zwischen gesellschaftlichem Wandel und ausgelassener Partystimmung. Die Präsentationen zeigten, wie stark Musik, Mode und gesellschaftliche Debatten das Lebensgefühl jener Jahre bestimmten. Besonders anschaulich wurde es in der Abteilung der 1980er-Jahre. Dort standen frühe Heimcomputer wie der Commodore 64 und der Apple Macintosh symbolisch für den Beginn des digitalen Zeitalters. Ein Walkman lag auf dem Tisch – einst das Gerät, mit dem Musik plötzlich überallhin mitgenommen werden konnte. Auch die Popkultur durfte nicht fehlen: Namen wie Madonna oder Michael Jackson standen stellvertretend für eine Generation, die mit neuen Sounds und großen Bühnenbildern aufwuchs.

Den Abschluss der Zeitreise bildeten die 1990er-Jahre. Hier drehte sich alles um den rasanten Einzug des Internets, um die ersten E-Mails, um den Grunge-Look und die wachsende Bedeutung elektronischer Musik. Bilder der Loveparade erinnerten an ein Jahrzehnt, in dem digitale Technologien und neue Musikstile den Alltag vieler junger Menschen veränderten. Besonders viel Applaus gab es für die modischen Einlagen: Schülerinnen und Schüler präsentierten typische Outfits der jeweiligen Jahrzehnte auf einer improvisierten Bühne – von Schlaghosen und Plateauschuhen bis zum karierten Grunge-Hemd. Für viele Besucher wurde dabei sichtbar, wie stark sich Stil, Technik und Lebensgefühl innerhalb weniger Jahrzehnte gewandelt haben.

„Es ist faszinierend zu sehen, wie schnell sich Technik und Lebensgefühl verändert haben“, resümierten einige der beteiligten Schülerinnen und Schüler am Ende des Tages. Wochenlang hatten die Neuntklässler recherchiert, Materialien gesammelt und ihre Präsentationen vorbereitet. Die Mühe zahlte sich aus:

Anschauliche
Präsentation

Mit viel Kreativität und sichtbarer Begeisterung gelang es ihnen, die vergangenen Jahrzehnte für einen Tag wieder aufleben zu lassen. Als die Zeitreise schließlich endete, kehrten alle mit neuen Eindrücken – und einem kleinen Blick zurück in die Geschichte – in den Schulalltag zurück.

Am Ende wurde deutlich: Wenn Unterricht zur Zeitreise wird, entstehen nicht nur anschauliche Präsentationen, sondern auch ein Lernen, das Schülerinnen und Schüler selbst gestalten – neugierig, kreativ und mit sichtbarer Begeisterung. re

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