Der Rathauschef unterliegt deutlich

von Redaktion

In Flintsbach hat der amtierende Bürgermeister Stefan Lederwascher die Kommunalwahl gegen seinen Herausforderer Holger Steiner verloren. Nach zwölf Jahren im Amt muss er zum 1. Mai seinen Posten räumen. Lederwascher erhielt 40,9 Prozent der Stimmen, Steiner 59,1 Prozent.

Flintsbach – „Wenn Sie noch etwas brauchen, melden Sie sich jederzeit.“ Mit diesem Satz endeten viele Gespräche zwischen dem Flintsbacher Bürgermeister Stefan Lederwascher (CSU) und der OVB-Redaktion. Und auch bei einem der letzten und wahrscheinlich schwersten Interviews kurz nach den Kommunalwahlen lässt er die Tür offen für Rückfragen.

„Es ist ein herber Schlag“:
Lederwascher muss gehen

Es ist der Tag, an dem feststeht, dass die Amtszeit von Lederwascher vorbei ist. Mit 719 der 1.760 gültig abgegebenen Stimmen sammelte der Flintsbacher Rathauschef 40,9 Prozent. Sein Gegenkandidat Holger Steiner (Parteifreie Flintsbach-Fischbach) bekam 1.041 und damit 59,1 Prozent der Wählerstimmen.

„Es ist ein herber Schlag“, sagt Lederwascher, der für das Abschneiden keine Ausreden sucht. „Ich weiß, dass es bei uns immer zu engen Wahlen kommt. Und ich bin überzeugt, dass wir in den vergangenen Jahren eine hervorragende Arbeit für die Gemeinde abgeliefert haben“, sagt er. Im Jahr 2020 setzte sich Lederwascher noch mit 50,9 Prozent der Stimmen in der Stichwahl gegen Holger Steiner durch. Sechs Jahre später ist es genau umgekehrt.

„Vielleicht klingen Kanal- und Brückensanierung oder auch der Brenner-Nordzulauf nicht immer nach besonders schönen Themen“, meint Lederwascher auf die Frage nach Erklärungen für das Ergebnis. „Dennoch haben wir immer unsere Pflichtaufgaben erledigt.“ Der Bürgermeister setzte sich in den vergangenen Jahren beispielsweise stark für eine unterirdische Lösung der neuen Bahntrasse ein und war als einer der führenden Sprecher der Inntal-Gemeinden beim Brenner-Nordzulauf bekannt.

Nach sechs Jahren im Gemeinderat sowie weiteren zwölf Jahren an der Spitze im Rathaus, muss sich der Flintsbacher nun neu orientieren. „Ich weiß noch nicht, wie es für mich weitergeht. Das ist keine einfache Entscheidung“, sagte Lederwascher kurz nach der Wahl.

Auf der Liste seiner Partei hat Lederwascher die meisten Stimmen erhalten. Ob er den Platz im Gemeinderat annimmt, bleibt abzuwarten. Insgesamt kommt die CSU dort auf sechs Plätze. Einer geht an die SPD, die restlichen neun an die Parteifreien Flintsbach-Fischbach, die damit die absolute Mehrheit haben.

Vom Polizist zum
Bürgermeister befördert

Für die Parteifreien, die den kommenden Bürgermeister stellen, ist die Wahl ein großer Erfolg. „Es ist Wahnsinn, ein Sieg auf ganzer Linie“, sagt Holger Steiner. Er feierte am Wahlabend mit seinem Team und ist immer noch damit beschäftigt, die Nachrichten zu beantworten, die auf ihn einprasselten.

„Ich beglückwünsche alle, die in den Gemeinderat gewählt wurden. Wir haben viele fähige Leute“, sagt der künftige Bürgermeister, der sich auf seine kommende Arbeit freut.

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