Bad Endorf – Klarer Wahlsieger wurde in der Marktgemeinde der amtierende Bürgermeister Alois Loferer mit seinem „Team Loferer 2026“. Er erreichte im Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters mit 58,8 die absolute Mehrheit. Damit verbesserte er sein persönliches 2020er-Wahlergebnis um 20 Prozentpunkte. Damals hatte er 37,7 Prozent der Stimmen auf sich vereint und musste gegen Doris Laban (22,9 Prozent) in der Stichwahl antreten.
CSU verbessert sich auf acht Sitze im Rat
„Ich bin überglücklich über das Vertrauen der Bürger, das starke Ergebnis bei drei Kandidaten, und auch froh darüber, dass mir eine Stichwahl erspart bleibt“, sagte er am Wahlabend. Tags darauf wurde die Freude dann verdoppelt, als die Stimmen für den Gemeinderat ausgezählt waren. Das „Team Loferer“ erzielte 40 Prozent der Stimmen (29.737) und acht Sitze im Gemeinderat. Damit konnte die Partei ihr Ergebnis von 2020 (37 Prozent) weiter verbessern und einen Sitz im Rat dazugewinnen.
Mit dem Bürgermeister hat die CSU damit bei künftigen Entscheidungen immerhin neun von 21 Stimmen. Für Kontinuität sorgen erfahrene Gemeinderäte, denen die Wähler ihr Vertrauen für eine weitere Legislaturperiode schenkten: Josef Moosbauer (2.885 Stimmen), Christof Schlaipfer (2.205), Johann Webersberger (1.784), Franz Hierl (1.610) und Josef Forstner (1.531). Erstmals in den Gemeinderat gewählt wurden Katharina Zangl (2.290), Paulinus Roßmy (1.928) und Magdalena Zangl (1.448).
Bei den Kommunalwahlen 2020 traten ÜWG, Freie Wähler und Endorfer Freie Liste noch mit einer gemeinsamen Liste an und erreichten mit 14,7 Prozent der Stimmen drei Sitze im Gemeinderat. In diesem Jahr wurden die Listen neu gemischt: Mit 20 Prozent (14.902 Stimmen) wurde die Liste von Überparteilicher Wählergemeinschaft (ÜWG) und Parteifreien zweitstärkste Fraktion im künftigen Marktgemeinderat – mit insgesamt vier Sitzen.
Gemeinderätin Barbara Laböck (1.904) wurde wiedergewählt. Die Bad Endorfer schenkten auch Walter Kindermann (1.879) ihr Vertrauen. Er war 2020 noch für die SPD in den Gemeinderat gewählt worden, dann aber aus beruflichen Gründen ausgeschieden. Als Neulinge ziehen Andrea Baumgartner (1.024) und Robert Staber (1.012) in den Marktgemeinderat.
Zwei „alte Hasen“
und ein Newcomer
Die amtierenden Gemeinderäte Gerhard Schloots, Helmut Fleidl und Martin Lauber traten dieses Mal auf der Liste „Freie Wähler Bayern – Freie Wähler Bad Endorf – Endorfer Freie Liste“ (FW/EFL) an. Als drittstärkste Fraktion zieht die FW/EFL mit drei Sitzen in den Gemeinderat ein. Gewählt wurden die „alten Hasen“ Gerhard Schloots (1.522 Stimmen) und Helmut Fleidl (875) sowie der „Newcomer“ Marinus Polz (807). „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis, wir haben 10.829 Stimmen und einen Sitz mehr bekommen“, ordnet Schloots das Wahlergebnis ein.
Schloots war 2020 noch für die CSU in den Gemeinderat gekommen und hatte während der Legislaturperiode zur ÜWG/FW gewechselt. Der 69-Jährige hatte sich auch als Bürgermeisterkandidat zur Wahl gestellt und immerhin 19,3 Prozent der Stimmen auf sich vereint. „Über dieses Ergebnis habe ich mich wahnsinnig gefreut“, sagt er, denn immerhin habe er zum ersten Mal für das Amt des Bürgermeisters kandidiert.
Die Grünen haben Wählerstimmen eingebüßt. 2020 erzielten sie 19,7 Prozent, in diesem Jahr 17,7 Prozent. Damit haben sie – wenn auch knapp – einen Sitz im Marktgemeinderat verloren. In der neuen Legislaturperiode werden sie mit drei erfahrenen Marktgemeinderäten vertreten sein: Eduard Huber (1.567), Martin Both (913) und Mareike Melain (1.025). „An unserer Arbeit wird das nichts ändern, auch wenn man sich natürlich immer ein wenig mehr Stimmen wünscht“, sagt der amtierende Dritte Bürgermeister Eduard Huber. „Aber wir werden mit fleißiger Arbeit und Anträgen versuchen, unsere Anliegen durchzubringen.“
Eduard Huber kandidierte auch für das Amt des Bürgermeisters. „Ich hätte mir eine Stichwahl gewünscht“, gibt er zu. 21,9 Prozent der Wähler gaben ihm ihre Stimme. „Das Ergebnis war deutlich, das muss ich anerkennen“, zeigt sich Huber als fairer Zweitplatzierter.
Das Aktionsbündnis für Bad Endorf (ABE) hat aktuell drei Sitze im Rat. Für die Wahl 2026 stellte es keine Kandidaten auf.
Die SPD musste, wie in so vielen Gemeinden, die größten Verluste einstecken. 2020 kam sie noch auf 15,7 Prozent und damit drei Sitze im Gemeinderat. Dieses Mal stimmten nur 7,7 Prozent der Wähler für die SPD. Die amtierenden Gemeinderäte Georg Mitterer (1.511) und Magdalena Restle (1.471) wurden wieder ins Gremium gewählt. In der aktuellen Wahlperiode ist Magdalena Restle allerdings noch für die Grünen im Marktgemeinderat.
Wie in Bad Endorf
Mehrheiten entstehen
Die CSU hat 40 Prozent der Wählerstimmen erreicht, die Gruppierungen der Opposition zusammen 60 Prozent. Wie sich künftig die Mehrheitsverhältnisse im Marktgemeinderat gestalten werden, dürfte also spannend werden. Wer davon ausgeht, dass die drei Stimmen der FW/EFL für eine absolute Mehrheit automatisch der CSU zufallen, irrt. „Wir entscheiden danach, was gut für Bad Endorf ist – unabhängig davon, aus welcher Fraktion die Vorschläge kommen“, betont Helmut Fleidl. „In unserem Marktgemeinderat gibt es traditionell zu verschiedenen Themen verschiedene Mehrheiten. Das zeigt, dass hier Demokratie gelebt wird“, ergänzt Fraktionskollege Gerhard Schloots.
Im Mai wird Loferer den neuen Marktgemeinderat begrüßen. „Ein Team aus altgedienten und neuen Räten, mit dem man sehr gut arbeiten kann“, ist er sicher. Die Wähler haben auch dafür gestimmt, dass die Zahl der Frauen von vier auf sechs gestiegen ist. „Wir werden weiblicher, darüber freue ich mich ganz besonders“, sagt Alois Loferer, „denn Frauen bereichern durch andere Blickwinkel, Herangehensweisen und Diskussionskultur die politische Debatte“.