Neuer Chef und alte Hasen

von Redaktion

Vogtareuth hat einen neuen Bürgermeister: AloisAnetsberger übernimmt das Amt von Rudolf Leitmannstetter. Neben dem neuen Rathauschef ziehen auch sieben neue Mitglieder in den Gemeinderat ein, der künftig aus zwei gleichstarken Fraktionen besteht.

Alois Anetsberger (AfG, ÜWG) setzte sich mit elf Stimmen Vorsprung im Rennen ums Bürgermeisteramt durch. Foto re

Vogtareuth – Nach zwölf Jahren gibt es einen neuen Chef im Vogtareuther Rathaus. Rudolf Leitmannstetter (ÜWG) geht, Alois Anetsberger (ÜWG/AfG) kommt. Nach 30 Jahren in der Kommunalpolitik möchte Leitmannstetter nun anderen das Feld überlassen. „Ich werde heuer 70, da darf man schon mal an den Ruhestand denken“, sagt er gegenüber dem OVB. 1996 wurde Leitmannstetter in den Gemeinderat gewählt; 2014 wurde er Bürgermeister. Der Abschied falle ihm nicht leicht. „Auch wenn es mal schwierige Themen gab, ist es ein sehr schönes Amt, auf das ich gerne zurückblicken werde.“

Der Wahlausgang glich bis zuletzt einem Krimi: Gerade einmal elf Stimmen trennten die beiden Bürgermeisterkandidaten Alois Anetsberger und Hans Bürger-Schuster (CSU/PB) voneinander. Mit 833 Stimmen und 50,33 Prozent der Stimmen erreichte Anetsberger die Mehrheit, die er brauchte, um als neuer Chef ins Rathaus einzuziehen. Der amtierende Zweite Bürgermeister Hans Bürger-Schuster unterlag mit 822 Stimmen (49,67 Prozent) nur knapp.

Gemeinsame Liste,
eine Fraktion

Aber auch im Gemeinderat gibt es personelle Änderungen. Die größte ergab sich schon während des Wahlkampfs. Denn die „Überparteiliche Wählergemeinschaft“ (ÜWG) und „Aktiv für unsere Gemeinde“ (AfG) bilden nun eine Fraktion, da die Gruppierungen erstmals eine gemeinsame Liste mitsamt Anetsberger als Bürgermeisterkandidaten gebildet haben und zusammen in den Wahlkampf gezogen sind – eine Strategie, die die Wähler zu überzeugen schien.

Bei der Kommunalwahl holte der gemeinsame Wahlvorschlag von ÜWG und AfG 51,4 Prozent der knapp 2.500 Wählerstimmen. Zu den neuen Gesichtern zählen Jurist Nikolaus Meisinger, die ehemalige OVB-Redakteurin Sigrid Knothe, die inzwischen im Ruhestand ist, Heizungs- und Sanitärmechaniker Benedikt Galavics sowie Unternehmer und Nachrücker für den künftigen Bürgermeister Franz Dutz junior. Andrea Lindern, Bernhard Maicher, Anton Görgmayr und Michael Brunner wurden wiedergewählt.

Der neue Gemeinderat bildet künftig zwei Fraktionen mit jeweils acht Sitzen, ein ausgeglichenes Mächteverhältnis. Wie Leitmannstetter sagt: „Ideal. Aber die Stimme des Bürgermeisters könnte in manchen Fällen ausschlaggebend sein.“ Besonders freue ihn aber, dass auch junge Leute sich haben aufstellen lassen und schließlich auch ein Mandat bekamen. Aber auch einige „alte Hasen“ und erfahrene Gemeinderäte seien nach wie vor dabei, was für eine gute Mischung sorge.

Über einen weiteren Sitz kann sich die Fraktion CSU/Parteifreie Wähler freuen. Gegenüber 2020 konnten sie ihr Wahlergebnis verbessern. Vor sechs Jahren holten sie 41,3 Prozent, jetzt schafften sie es auf 48,6 Prozent.

Jakob Mayer erhält – im Gegensatz zu 2020 – dieses Mal kein Mandat, ist aber als Nachrücker ganz oben auf der Liste. Auch Martin Freiberger scheidet aus dem Rat aus. Dafür gewannen Immobilienmakler Max-Emanuel Fischbacher, Landwirtschaftsmeister Johann Bader und Verwaltungsangestellte Annette Bürger das Vertrauen der Wähler und werden künftig im Sitzungssaal Platz nehmen.

Bis zur konstituierenden Sitzung Anfang Mai, der offiziellen Amtsübergabe, nimmt Leitmannstetter seinen Nachfolger unter seine Fittiche: „Damit er die Chance erhält, in das Amt hineinzuwachsen.“

Für die Arbeit des künftigen Gemeinderates wagt Leitmannstetter eine positive Prognose. „Schon in den vergangenen zwölf Jahren war die Zusammenarbeit der Gruppierungen immer gut, immer auf Augenhöhe. Ich mache mir auch für die kommende Legislaturperiode keine Sorgen.“

Mehr Zeit für Enkel,
Berge, Sport und Soziales

Dass Leitmannstetter ab Mai, nach dem Abschied aus dem Rathaus, langweilig werden könnte, darüber macht er sich keine Sorgen. Schließlich haben seine Frau und er sechs Enkelkinder.

Zudem freut er sich, wieder mehr Zeit mit Sport und in den Bergen verbringen zu können. „Außerdem möchte ich mich weiterhin ehrenamtlich im sozialen Bereich engagieren“, sagt Leitmannstetter.

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