Bad Aibling – Die Aufregung in der Techno-Branche war groß, nachdem zuletzt schwerwiegende, bislang nicht bestätigte Vorwürfe gegen mehrere Künstler aus der Szene erhoben worden waren. Dabei wurde diversen DJs Macht- und Drogenmissbrauch vorgeworfen. Auch von sexualisierter Gewalt war die Rede. Aufgrund dessen hatten in den vergangenen Wochen bereits erste Festivals und Veranstalter die betroffenen Künstler aus ihren Line-ups gestrichen. Auch die Veranstalter des bekannten Bad Aiblinger Echelon-Festivals hatten auf die Entwicklungen reagiert und kündigten noch im Februar an, die betroffenen Künstler „vorsorglich“ aus dem Programm für das Event am 14. und 15. August zu streichen. Nun steht das finale Line-up fest. Doch was ist mit den betroffenen Künstlern?
Verantwortungsvolles
Miteinander
Auch wenn bislang keine abschließenden Ergebnisse vorliegen, nehme man solche Hinweise – „schwerwiegende Vorwürfe gegen einzelne Artists aus unserem aktuellen Line-up“ – sehr ernst und gehe „verantwortungsvoll sowie mit der gebotenen Sorgfalt“ damit um, hieß es noch vor wenigen Wochen seitens der Echelon-Veranstalter. Verantwortungsbewusst wollte man deshalb die betreffenden Acts „bis zur abschließenden Klärung der Vorwürfe“ aus dem neuen Programm herausnehmen, teilten die Veranstalter mit, ohne konkret auf einzelne Künstler oder die Hintergründe der Vorwürfe einzugehen.
Nun veröffentlichte die Permanent Entertainment GmbH, die unter anderem das Echelon veranstaltet, per Pressemitteilung das neue Line-up und weitere Informationen zum Aiblinger Großevent. Thematisiert wird die Thematik rund um die Skandal-Vorwürfe darin nicht. „Mit insgesamt sieben Stages deckt das Echelon Festival 2026 eine außergewöhnliche Bandbreite elektronischer Musik ab – von Techno über Harder Styles, Drum & Bass und Tech House bis hin zu melodischen Sounds“, heißt es in der Mitteilung. Im Fokus stünden in diesem Jahr internationale und nationale Artists der Szene. So komme etwa mit Charlotte de Witte einer der weltweit gefragtesten Techno-Acts nach Bad Aibling. Während Boris Brejcha für seinen unverkennbaren Hightech-Minimal-Sound stehe, sei zudem mit Paul van Dyk einer der „bedeutendsten Trance-Pioniere Deutschlands“ Teil des Programms. Hinzu kommen weitere Künstler, die in der Szene nicht unbekannt sind.
Auf OVB-Nachfrage äußerte sich nun Emilia Hauschild, Junior Marketing Managerin der Permanent Entertainment GmbH, zu den angesprochenen Vorwürfen gegen einzelne Künstler. „Bislang liegen keine abschließenden Erkenntnisse vor. Wir nehmen die entsprechenden Hinweise aber sehr ernst und handeln mit der gebotenen Sorgfalt sowie Verantwortungsbewusstsein“, erklärte sie. Respekt, Sicherheit und ein verantwortungsvolles Miteinander würden die Grundlage der Veranstaltung bilden.
Zwar wiederholte Hauschild, dass man sich vor diesem Hintergrund dazu entschieden habe, die betreffenden Acts bis zur vollständigen Klärung der Sachlage „vorsorglich“ aus dem Programm zu streichen. Gleichzeitig sprach sie jedoch auch vom „finalen Line-up“, das nun feststehe.
Das bedeutet wohl also, dass die in den Fokus geratenen Acts, die nicht namentlich genannt werden, dem Echelon fernbleiben. Das Thema rund um den vermeintlichen „Hard-Techno-Skandal“ war ursprünglich deutschlandweit und international in den sozialen Medien aufgekommen. Dort gerieten mehrere Techno-Künstler in die Kritik, da ihnen unter anderem sexuelle Belästigung, sexueller Missbrauch und Sex mit Minderjährigen vorgeworfen wurden. Darauf hatten mehrere Veranstalter wie das Echelon aus Bad Aibling umgehend reagiert.
Für die 16. Auflage des Echelon auf dem Gelände der ehemaligen US-Kaserne in Bad Aibling wird der Fokus ungeachtet dessen nun nach vorne gerichtet. Das Event, das zu den größten elektronischen Musikfestivals in Süddeutschland zählt, hat für diesen Sommer neue „Stage-Konzepte“ entwickelt. So soll 2026 verstärkt auf inhaltliche Schärfung einzelner Bühnenprofile gesetzt werden. Neu ist dabei unter anderem die Ausrichtung der „Frequency Stage“, die am Freitag vollständig im Zeichen von Drum & Bass steht. Ebenfalls neu sei die „Harder Styles Stage“ am Samstag, wo Fans von Hardstyle, Uptempo und verwandten Subgenres wie „Deutscher Krach“ auf ihre Kosten kämen. Die „Radom Stage“ soll heuer Plattform für Newcomer und Tech House werden, womit die Veranstalter bewusst aufstrebende Talente in den Vordergrund rücken möchten. Ab Mai startet zudem der offizielle „Echelon DJ Contest“, bei dem sich Nachwuchs-DJs einen Slot auf einer der Bühnen sichern können.
Laut Permanent Entertainment sind bereits jetzt über 50 Prozent der Tickets verkauft. Und das trotz der Herausforderungen im Vorjahr. Wie berichtet musste das Festival 2025 aufgrund eines starken Unwetters einen Veranstaltungstag absagen.
Daraufhin ermöglichte der Veranstalter einen speziellen Ticketumtausch für alle betroffenen Gäste. Veranstalter Patrick Gallenmüller, der 2009 gemeinsam mit seinem Vater Horst das Festival ins Leben gerufen hatte, sprach damals gegenüber dem OVB von einer „super fairen“ Lösung, die man für alle betroffenen Gäste gefunden habe.
Hohe Nachfrage trotz
Unwetter-Abbruch
Offensichtlich mit Erfolg: „Die Resonanz der Community und das Vertrauen in das Event sind ungebrochen“, heißt es jetzt in der Mitteilung. Dies führe auch dazu, dass die Energie im gesamten Team enorm sei – „wir freuen uns darauf, ein besonderes Wochenende abzuliefern.“ Weitere Informationen zum Aiblinger Festival sind im Internet unter www.echelon-festival.de zu finden.