Gern gesehene Gäste im Gymnasium

von Redaktion

Seit Jahrzehnten spielt Harmonic Brass in Raubling auf – 200 Zuhörer genießen den Konzertabend

Inntal – Rund 200 erwartungsvolle Zuhörer begrüßte Burkhart Schiedermair, Mitglied der erweiterten Schulleitung, zum Konzert von Harmonic Brass in der Aula des Inntal-Gymnasiums. Unter den Gästen befanden sich viele langjährige Musikfreunde, deren Schulzeit bereits einige Zeit zurückliegt – der Begeisterung für das traditionsreiche Konzert tat dies jedoch keinen Abbruch. Auf Bühnenbilder oder erzählerische Rahmenhandlungen, wie sie in früheren Programmen – beispielsweise bei imaginären Tourbus-Fahrten, Donaureisen oder kulinarischen Themen – verzichteten die Musiker, denn diesmal stand ein Jubiläum im Mittelpunkt: Die international bekannte Blechbläserformation feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen.

Blick auf das
Jubiläum

Seit beinahe zwei Jahrzehnten ist das Ensemble zudem regelmäßig zu Gast am Inntal Gymnasium – das jährliche Konzert in der Aula ist für viele Musikfreunde inzwischen ein fester Termin im Kalender. Passend zum Jubiläum erzählten die Musiker diesmal von der Geschichte der Band und den Menschen, die sie prägen. Von den Gründern stehen heute noch zwei auf der Bühne: Hornist Andreas Binder und Trompeter Hans Zellner.

Mit dem heiteren Präludium aus der Suite „Aus Holbergs Zeit“ eröffnete das Quintett den Abend. Andreas Binder führte als charmanter Conférencier durch das Programm und erinnerte sich schmunzelnd an die Anfänge: „1991 treffen sich fünf gutaussehende Studenten von der Musikhochschule München und gründen Harmonic Brass.“ Es folgte Antonio Vivaldis Concerto in C-Dur, fröhlich und beschwingt vorgetragen. Zur Motivation der nächsten Stücke erklärte Binder augenzwinkernd: „Es geht nicht ohne Bach!“ und erzählte eine Anekdote aus Leipzig: Nach einem Konzert in der berühmten Thomaskirche, der Grabstätte von Johann Sebastian Bach, sei ihm sein Waldhorn gestohlen worden – nur um drei Monate später bei einem Trödler wieder aufzutauchen. Genau dieses Instrument spiele er bis heute. Als musikalische Würdigung erklang anschließend der Choral „Jesus bleibet meine Freude“. Mit der berühmten ‚Toccata und Fuge d-Moll‘ wagte sich das Ensemble danach an ein Werk, das Bach ursprünglich für die Orgel geschrieben hatte – mit dem humorvollen Kommentar, Bach hätte es vielleicht auch für Blechbläser komponiert, wenn er Harmonic Brass gekannt hätte.

Während sehr viele Arrangements der Band aus der Feder von Trompeter Hans Zellner stammen, würdigte Binder beim folgenden Stück den Tubisten des Ensembles, Karl-Wilhelm Hultsch. Dieser sei nicht nur ein äußerst vielseitiger Musiker, sondern auch ein Sportler, der auch mal mit dem Rennrad über die Alpen fahre und vergangenes Jahr sogar per Gleitschirm zum Konzert in Raubling angereist sei. Mit Bedrich Smetanas „Die Moldau“ entfaltete das Ensemble nun ein klangmalerisches Panorama: vom sprudelnden Ursprung über Jagdszenen und Bauernhochzeit bis hin zur majestätischen Strömung an der Prager Burg. Mit Selbstironie zitierte Binder später eine Charakterisierung über sich selbst, die aus seiner Abiturzeitung stammt: „Er kann ohne Punkt und Komma über Dinge reden, von denen er keine Ahnung hat.“ Dass diese Einschätzung nicht verkehrt ist, hat später ein Lehrer des Inntal-Gymnasiums bestätigt, der zusammen mit dem Waldhornisten Abitur in Rosenheim gemacht hat.

Der zweite Teil begann mit einer ‚Festlichen Ouvertüre‘ von Dmitri Schostakowitsch und einem Auszug aus Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“. Besonders atmosphärisch geriet anschließend die Blumenarie von Léo Delibes, deren schwebende Melodien ein imaginäres Blütenmeer entstehen ließen.

Dabei nutzte Binder die Gelegenheit für eine humorvolle Beobachtung: Die typische Spielhaltung von Posaunist Alexander Steixner erinnere angeblich an die Position, in der der berühmte „Ötzi“ gefunden worden sei – ein Hinweis darauf, dass möglicherweise schon der Urmensch Posaune gespielt habe. Für ausgelassene Stimmung sorgte schließlich ‚A Tribute to Queen‘.

Die „Queen“
der Band

Binders Einschätzung von Trompeterin Elisabeth Fessler als ‚eigentliche Queen der Band‘ begründete er damit, dass Fessler wieder mit der Band auf Tour gehe, obwohl erst vergangenes Jahr ihr Sohn Oskar zur Welt gekommen sei.

Er würdigte dies als eine organisatorische und persönliche Herausforderung, für die ihr großer Dank gebühre.

Mit einem beschwingten Walzer von Herbert Pixner als Zugabe setzte Harmonic Brass den schwungvollen Schlusspunkt unter einen festlichen Konzertabend. Karin Sönmez

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