Kiefersfelden – Der Tisch war bestens bereitet für einen weiteren denkwürdigen musikalischen Abend in der Schulturnhalle, dem 33. Kieferer Grenzland Sänger- und Musikantentreffen. Eingeladen hatte der örtliche Trachtenverein „Grenzlandler“, und viele Besucher kamen, darunter auch Bürgermeister Hajo Gruber. Darüber freute sich Peter Hampp, der Vorsitzende der „Grenzlandler“, und wünschte seinen Gästen einen schönen und unterhaltsamen Abend. Er dankte bereits vorab den Musikanten und Sängern sowie den vielen freiwilligen Helfern in und außerhalb der Schulturnhalle. Erstmals führte Regina Schlemer von der Musikantenfreundschaft Aschau/Chiemgau durch den Abend, dessen musikalische Vielfalt vom Chiemgau bis nach Osttirol reichte und von Markus Schmid zusammengestellt wurde. Drei Bühnen waren im Saal aufgebaut, auf denen die Protagonisten bereits auf ihren Einsatz warteten.
Den Anfang machten die „Thierseetaler“ mit einem einfühlsamen Walzer. Daraufhin schickte das Jodlerduett Christl und Reinhold aus dem Allgäu, begleitet auf der Ziach von Luis Walser, die ersten „Sunnestrahla“ ins Publikum. Die Osttiroler Tanzgeiger mit Martin Weger am Osttiroler Hackbrett präsentierten einen „Boarischen“, und der Reischenharter Viergesang wagte „An Sprung übers Wasser“. In stetig abwechselndem Rhythmus sangen und musizierten die vier Gruppen auf den Bühnen und entließen ihre musikalischen Grüße in den Saal, wo diese sich klanglich ausbreiteten. Ob Walzer, Marsch, Polka oder Gstanzl – der Funken sprang von den Geigern zu den Bläsern und den Sängern über, und lang anhaltender Applaus war der Lohn für die Künstler. Zwischen den Liedern und Stücken gab Ansagerin Regina Schlemer immer wieder interessante und auch lustige Informationen und stellte die Künstler sowie ihre teils extravaganten Instrumente dem interessierten Publikum vor. Der Abend nahm weiter Fahrt auf. Immer wieder gab es den musikalischen Spagat zu den einzelnen Musikanten, dazwischen Viergesang und Jodler. Die künstlerische Vielfalt war grandios, die Instrumente bestens bedient und die Stimmen klar. Das klangliche Potpourri war bestens gemischt, bravourös in den Saal gesetzt und alles ohne technisches Zubehör wie Lautsprecher oder Verstärker. So wurden an diesem Abend etliche musikalische Ausrufezeichen gesetzt, sehr zur Freude der Zuhörer, die ganz Ohr waren.
Der zweite Teil des Abends stand unter dem Motto „Mei liabste Weis“, bei dem jeder Besucher seinen musikalischen Wunsch mit Interpreten äußern durfte. Dieses Wunschkonzert aus dem schier unendlichen Repertoire der Künstler aus dem Bereich der bodenständigen Volksmusik war grandios. Keine Bitte blieb unerfüllt. So war zunächst der „Naturjodler“ von Christl und Reinhold zu hören, bevor die Osttiroler Tanzgeiger einen musikalischen „Gruß an Schloss Weißenstein“ schickten. Der Reischenharter Viergesang ließ sich gesanglich über die „12 Jager“ aus, was mit einigen Lachern zu dem vierstimmigen „Jägerlatein“ führte, das jeder verstand. Nach insgesamt 13 Liedern oder Stücken wurde „es langsam Zeit zum Aufhören“, wie es die Ansagerin formulierte. Wobei sowohl Künstler als auch das Publikum nach den rund drei Stunden bester musikalischer Unterhaltung nicht müde schienen und eine Besucherin es auf den Punkt brachte: „Es war ein musikalischer Frühlingsstrauß, der seine herrlichen Blüten an diesem Abend voll entfaltete.“