Das Kinderherz noch nicht verloren

von Redaktion

Barbara und Thomas Lachauer bringen ihr Kasperltheater nach Aschau. Am kommenden Freitag führen sie in der Prientalhalle in Aschau im Chiemgau ihr Stück „Kasperl und die Weißwurstgondel“ auf. Über zwei, die ihr Kinderherz noch nicht verloren haben.

Aschau/Chiemgau – Wenn in Aschau der Kampen-Kasperl zu „Kasperl und die Weißwurstgondel“ lädt, dann verspricht das ein großes Vergnügen. Und man ahnt, dass die Kampenwandbahn eine besondere Rolle spielen wird. Ein Kasperltheater also mit viel Lokalkolorit, das Klein und Groß ansprechen will.

„Es menschelt, wie im echten Leben“, verspricht Barbara Lachauer. Sie ist der eine Part des Kampen-Kasperls, der andere ist ihr Mann Thomas. Sie leben mit ihren Kindern schon seit Jahren in der Gemeinde. Im echten Leben arbeitet sie als Ergotherapeutin, und Thomas, ein ausgebildeter Arzt, hat seine Leidenschaft für die Informatik zum Beruf gemacht und eine eigene Softwarefirma gegründet. Beide eint die Liebe zum Kasperltheater.

Griff in die
Arztkiste

Barbara bringt schon einige Bühnenerfahrung mit, hatte unter anderem kleinere Auftritte im Volkstheater und bei den Luisenburg-Festspielen – und sie liebt Dialekte. Genau wie er. Was ihnen natürlich beim Theaterspielen zugutekommt. Da hat der schwäbelnde Polizist seinen Auftritt, der Zauberer verzaubert mit österreichischem Schmäh und Charme, selbst Hochdeutsch geht ihnen selbstverständlich flott über die Lippen. Als das ältere ihrer beiden Kinder noch im Kindergarten war, kam erstmals die Idee auf, ein Kasperltheater aufzuführen. Das Stück hieß „Kasperl und die Schnappschildkröte“. „Eine solche wurde ja vor ein paar Jahren im Aschauer Freibad gesichtet, schaffte es bis in die Bildzeitung und war somit auch für uns interessant“, erzählt Barbara Lachauer. Einige ihrer Handpuppen stammen noch aus ihrer Kindheit, andere sind gekauft – und werden je nach Rolle neu eingekleidet oder mit passenden Accessoires ausgestattet. Oder komplett neu erfunden.

So etwa der Zahnarzt-Assistent Butzi. Aus Zahnabdrücken, die ihr Vater, ein Zahnarzt, verwahrt habe, mit schwarz eingefärbten Wattepuscheln als Haar und mit Glupschaugen. Ein liebenswerter, aber schlecht hörender Kerl, was für viel Lacher bei der Aufführung von „Kasperl und die goldene Zange“ sorgte, Requisiten – alles machen sie selbst. Thomas Lachauer malt die Bühnenbilder: „Wir haben sogar eine Kulisse mit Heinz Winkler und seiner Residenz.“ Und natürlich verfassen sie selbst die Stücke. Mal erwähnt eines ihrer beiden Kinder eine Begegnung, mal löst ein Wort einen Schwall an Ideen aus oder aus einem Wortwitz werden weitere gesponnen.

Barbara Lachauer erklärt, dass da mal eben aus dem österreichischen Wort für Johannisbeeren, den Ribiseln, das bayerische „hibieseln“ wird. Sie halten immer die Augen und Ohren offen, sagt sie noch. Was treibt die Menschen um, was ist angesagt? Im vergangenen Jahr gab es passend zu 150 Jahre Familie Cramer-Klett beispielsweise auf der Burg das Stück „Kasperl und der Cramer-Klettverschluss“. Die Fernsehdebatte „Jetzt red I“ im BR, bei der es um die Kampenwandbahn und den Overtourism ging, war Initialzündung für das nun kommende Stück.

In allen Stücken geht es um Aschau, den Ort und seine Bewohner, immer mit Augenzwinkern, nie mit erhobenem Zeigefinger. „Wir wollen kleinen und großen Zuschauern eine Freude machen“, betont Barbara Lachauer. Und selbst Spaß haben.

Ein Malwettbewerb
und Lachmuskeln

Die Freude am Kasperltheater ist ihr im Gespräch anzumerken, wenn sie berichtet, wie sie ein Stück entwickeln und wie sie die Figuren zum Leben erwecken. Um die fünf bis sechs Auftritte haben sie pro Jahr, mehr ist nicht drin, schließlich haben sie einen Beruf und Familie. Aber diese Auftritte genießen sie. Worum geht es bei „Kasperl und die Weißwurstgondel“? Allzu viel will Barbara Lachauer nicht verraten, nur so viel: Kasperl und Seppl wollen am Gondel-Malwettbewerb teilnehmen, der von den Schlossherren König Ludwig und Königin Esoterika persönlich ausgerichtet und kuratiert wird. Der Veranstalter, die Kindertagesstätte „Spatzennest“, verspricht: Für das leibliche Wohl ist gesorgt und für die Lachmuskeln auch. Am Freitag, 20. März, um 14.30 Uhr, gibt es in der Priental-Halle das Kasperltheater „Kasperl und die Weißwurstgondel“. Veranstalter ist die Kindertagesstätte Spatzennest. Einlass ist um 13.45 Uhr. Und am 18. April gibt es einen Auftritt beim Streetfoodmarkt auf dem Parkplatz unter dem Aschauer Schloss.

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