Sebastian Unterhuber (35) neuer Bürgermeister

von Redaktion

Nach zwölf Jahren endet die Amtszeit von Sepp Reithmeier (CSU). Die Wähler entschieden sich für einen Wechsel und wählten Sebastian Unterhuber von den Freien Wählern zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Pittenhart.

Pittenhart – Josef Reithmeier (CSU) führt die Gemeinde Pittenhart seit 2014 als Bürgermeister. Nun haben sich die Wähler für einen Wechsel entschieden. Bei der Bürgermeisterwahl 2026 erhielt Reithmeier nur 41 Prozent der Stimmen und wurde nicht wiedergewählt. Neuer Bürgermeister wird Sebastian Unterhuber von den Freien Wählern, der mit 59 Prozent der Stimmen deutlich gewann. „Die Bürger von Pittenhart haben entschieden“, sagt Josef Reithmeier. „Dieses Ergebnis respektiere ich selbstverständlich und gratuliere meinem Nachfolger Sebastian Unterhuber zu seiner Wahl.“

Überraschender Wahlsieg
eines „Neulings“

Der klare Wahlsieg Unterhubers war eine Überraschung, auch für ihn selbst. Am Wahlabend wurde bis spät in die Nacht auf seinem Hof in Aindorf gefeiert. Seitdem stand sein Telefon nicht mehr still. Viele Freunde, Partei- und Arbeitskollegen riefen an, um ihm zu gratulieren.

Die letzten Tage seien sehr turbulent gewesen, erzählt der 35-Jährige, der auch Ortsvorsitzender der Freien Wähler ist. Doch nun kehre langsam der Alltag wieder ein. „Jetzt habe ich kapiert, was passiert ist“, sagt Unterhuber im Gespräch mit dem OVB. Er ist dankbar, dass die Wähler seine Arbeit im Gemeinderat gewürdigt haben, dem er seit 2021 angehört. Die Früchte der Arbeit zu ernten, bedeutet für den Riabe Wast – wie der Landwirt in Pittenhart genannt wird – aber vor allem die Arbeit auf dem elterlichen Hof, den er vor einigen Jahren übernommen hat. Mit viel Herzblut bewirtschaftet er den Milchviehbetrieb, lebt im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten.

„Den Sommer und die Erntezeit auf Wiesen und Feldern liebe ich besonders“, sagt er. Die langen Tage, die Sonne und die angenehmen Temperaturen lassen ihn regelrecht schwärmen. Besonders seine Kühe liegen ihm am Herzen. Für ihn sind sie nicht nur Nutztiere, sondern wertvolle Geschöpfe, deren Wohlergehen ihm wichtig ist. Jedes seiner „Mädels“ hat einen Namen, mit dem er sie auch ruft. Die Arbeit auf dem Hof und im Stall betrachtet der künftige Bürgermeister als wichtige Aufgabe, die ihm zudem einen Ausgleich zu seiner Arbeit in der Gemeinde bieten werde.

Ganz besonders ins Schwärmen kommt Wast, wenn er von seiner Partnerin Pia und der gemeinsamen Tochter Marlene erzählt. Die kleine Familie freut sich auf die neue Herausforderung, auch wenn klar ist, dass diese einige Veränderungen in ihren Alltag bringen wird. Doch Frau und Kind, so versichert der Unterhuber, werden für ihn auch in Zukunft im Mittelpunkt stehen. Für seine Frau Pia steht fest, dass sie immer hinter ihm stehen und so gut es geht den Rücken freihalten wird.

Von seinem Job beim Forstunternehmen von Hans Huber, bei dem Unterhuber seit Jahren beschäftigt ist, hat er sich inzwischen verabschiedet. Schweren Herzens habe er gekündigt, erzählt er, verbinden ihn doch mit Hans Huber viele Jahre beruflicher und freundschaftlicher Erlebnisse. Schon bei seiner Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker in Obing haben Hans als Geselle und Wast als Lehrling zusammengearbeitet. Später dann wurde Huber sein Chef. „Gerade ihm bin ich sehr dankbar, dass er mich in der Zeit des Wahlkampfes immer unterstützt hat“, sagt Unterhuber, der seine Arbeitszeit entsprechend der anstehenden Verpflichtungen anpassen konnte.

Für seine künftige Aufgabe als Bürgermeister von Pittenhart möchte sich Sebastian Unterhuber richtig auf den Weg machen. Die Zeit bis zur Amtseinführung Anfang Mai wird er nutzen, um sich darauf vorzubereiten. Seine Familie, besonders seine Mutter und die Geschwister, haben ihm ihre Unterstützung zugesagt. Gemeinsam werden sie sich künftig verstärkt um Hof und Tiere kümmern.

Sein Wahlversprechen – eine offene, transparente Zusammenarbeit im Gemeinderat und ein respektvoller Umgang mit Gremium und Bürgern – ist für Unterhuber keine Floskel, sondern eine Herzensangelegenheit. Schließlich hat ihn sein Mentor und Freund, der im August 2025 verstorbene Engelbert Buchner, sehr geprägt und ihm viel mit auf den Weg gegeben. „Die Werte, die er mir aufgezeigt hat, werden mich auch als künftigen Bürgermeister begleiten“, sagt Unterhuber voller Dankbarkeit für die Unterstützung und Wegbegleitung.

Der künftige Bürgermeister geht mit einem festen Vorsatz in seine Amtsgeschäfte: „Ich werde mir meine Offenheit, Menschennähe und den Respekt bewahren und möchte immer ein offenes Ohr für die Gemeindebürger haben.“ Seinen Weg will er gemeinsam mit dem Gemeinderat für die Zukunft der kleinen Gemeinde im nördlichen Landkreis Traunstein gehen.

Rückblick in Dankbarkeit
des Scheidenden

Sepp Reithmeier blickt auf Jahrzehnte ehrenamtlichen Engagements für die Gemeinde Pittenhart zurück. „Ich durfte über viele Jahre Verantwortung für unsere Gemeinde tragen – seit 1978, mit einer Unterbrechung, als Gemeinderat, später als Zweiter Bürgermeister und seit 2014 als Erster Bürgermeister.“

Überdies sei ihm auch das Engagement in den Vereinen und im kirchlichen Leben immer ein Anliegen gewesen. „Mit großer Dankbarkeit blicke ich auf diese Jahre zurück“, sagt Reithmeier. „Viele Entwicklungen in Pittenhart konnten wir gemeinsam mit dem Gemeinderat, mit Vereinen, Ehrenamtlichen und engagierten Bürgern auf den Weg bringen.“

Seinem Nachfolger und dem Gemeinderat wünscht Reithmeier für die kommenden Jahre eine gute Hand und viel Erfolg bei der Weiterentwicklung der Gemeinde. Mit den Worten „Pittenhart ist und bleibt meine Heimat“ dankt er allen Bürgern für das Vertrauen und die Unterstützung, die er erfahren durfte.

So setzt sich der neue Gemeinderat in Pittenhart zusammen

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