Schnaitsee – Mit zwei Ortsbesichtigungen vor der eigentlichen Sitzung startete der Bauausschuss im März. Zunächst ging es an die Einmündung der Kirchensurer Straße in die Chiemseestraße. Diese ist kürzlich neugestaltet worden, allerdings nehmen Verkehrsteilnehmer wohl aus Gewohnheit die Einmündung zu scharf, die neugestaltete Rasenfläche wurde schon öfter befahren. Eine schlanke Warnbake soll hier Abhilfe schaffen, ohne das Sichtfeld negativ zu beeinflussen.
Ortsbesichtigung wegen
wiederholter Unfälle
Bei der Besichtigung der westlichen Ortseinfahrt nach Stangern wurden die Schäden eines Unfalls am 20. Februar besichtigt. Damals war ein Lieferfahrzeug von Schnaitsee kommend zu weit nach rechts ausgewichen und hatte die vorhandene Leitplanke als Auffahrt genommen, um direkt in der Hecke des angrenzenden Anwesens zu landen.
Nach einigen Unfällen an dieser Stelle, meist in Verbindung mit zu hoher Geschwindigkeit, bat die Besitzerfamilie, verkehrsberuhigende Maßnahmen zu prüfen. Einstimmig wurde beschlossen, die Leitplanke dahingehend zu ändern, dass das Grundstück durch einen 180-Grad-Bogen der Leitplanke zukünftig geschützt werden soll. Zudem wird eine Anfrage gestellt, ob hier eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h im Vorfeld des Weilers von Schnaitsee kommend aufgestellt werden kann.
Der geplante Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung und integrierter Doppelgarage in der Pfarrer-Haider-Straße 11 in Waldhausen erwies sich als komplexer Antrag. Das Gebäude in Ost-West-Richtung soll ungewöhnlicherweise mehr in südlicher Richtung auf dem Grundstück errichtet werden. Die Zufahrt zu den Garagen würde damit kürzer, im Norden entstünde mehr Grünfläche. Abweichend vom festgelegten Bebauungsplan für dieses Baugebiet wurden drei Änderungen beantragt. Durch die integrierte Garage wird die bebaute Fläche um 6,46 Quadratmeter überschritten, die Baugrenze soll an der Süd-West-Ecke auf einer Länge von gut drei Metern um 43 Zentimeter verschoben werden. Und die Abstandsfläche im Osten für die Außentreppe kann nicht ganz eingehalten werden, die Zustimmung des Nachbarn liegt aber bereits vor. Ohne Gegenstimme wurde dem Bauvorhaben das Einvernehmen erteilt.
Keine Zustimmung erhielt dagegen der Antrag des Eigentümers eines Grundstücks in der Pater-Schachner-Straße in Schnaitsee. In diesem noch relativ neuen Baugebiet „Toerring-Jettenbach-Straße“ wurde beantragt, ein Wohngebäude mit fünf Wohneinheiten und zehn Stellplätzen zu errichten. Die Zustimmung dafür hatte der Bauausschuss bereits in seiner Sitzung Ende Januar verweigert. Aktuell sind für das Baugebiet maximal zwei Wohneinheiten festgesetzt.
Per E-Mail wurde die Gemeinde vom Landratsamt nochmals um eine Zustimmung im Rahmen des sogenannten „Bau-Turbos“ gebeten. Dabei handelt es sich um ein befristetes Gesetz von Ende 2025 bis 2030, um Kommunen die Möglichkeit zu geben, schnelleres Baurecht zu schaffen. Dazu wurde vom Bayerischen Gemeindetag allen Gemeinden empfohlen, einen solchen Grundsatzbeschluss für ihre jeweilige Kommune zu beschließen. Diesen Beschluss gibt es aber bisher in der Gemeinde Schnaitsee nicht.
In einer kurzen Diskussion stellte sich auch die Frage, ob dieser Beschluss noch vom alten Gemeinderat oder erst vom neuen Gemeinderat ab Mai getroffen werden soll. Einstimmig wurde zunächst beschlossen, den Antrag zurückzustellen, bis eine entsprechende Beschlussfassung zum „Bau-Turbo“ erfolgt ist.
Die Weiterentwicklung des Vorentwurfs der Freianlagen am geplanten Kinderhaus war das nächste Thema. Dazu war ein Experte vom beauftragten Büro „Mühlbauer & Hilse“ aus Traunstein eingeladen.
Bereits in der Sitzung vom 23. Januar dieses Jahres wurde der Vorentwurf besprochen. Die damaligen Anregungen durch die Gemeinderäte wurden zwischenzeitlich eingearbeitet. Zudem veränderte sich die Planung dahingehend, dass das Gebäude nun insgesamt 50 Zentimeter höher gelegen errichtet werden soll. Nach Beendigung der Bauarbeiten soll auch der Beachvolleyballplatz um 50 Zentimeter höher neu angelegt werden.
Baubeginn für Kinderhaus
im März 2027 angepeilt
Die Planung enthält zwei Bereiche, um den Bedürfnissen der verschiedenen Kinderalter gerecht zu werden. Auf Anregung des Musikvereins könnten in der Böschung Richtung Musikheim auch Sitzreihen, einem Amphitheater ähnlich, angelegt werden. Toni Lamprecht wurde beauftragt, hier eine Abstimmung mit dem Musikverein herbeizuführen. Der aktuelle Stand der Planung wurde zur Kenntnis genommen und dürfte zeitnah dem gesamten Gemeinderat vorgestellt werden. In den nächsten Monaten soll das Projekt so weit vorangetrieben sein, dass die Förderanträge gestellt werden können. Als realistischer Baubeginn gilt derzeit März 2027. Im September 2028 soll das Gebäude bezugsfertig sein.
Zum Schluss gab Bürgermeister Thomas Schmidinger die Fortsetzung der Bauarbeiten der Harpfinger Gruppe in Waldhausen bekannt. Die Ortsmitte wird für etwa drei Monate gesperrt sein. Er berichtete auch von der ärgerlichen Aktion eines Unbekannten, der im Winter sein Auto auf dem neu sanierten Hartplatz südlich der Turnhalle driften ließ. Ob Schäden entstanden sind, ist noch nicht klar.