Haushalt stabilisiert – sinken jetzt die Steuern?

von Redaktion

Nach einem angespannten Jahr hat sich die finanzielle Lage in Schechen deutlich entspannt. Mit einem Gesamthaushalt von 27,5 Millionen Euro, steigenden Einnahmen und sinkender Verschuldung ist die Gemeinde auf einem guten Kurs.

Schechen – Die Haushaltslage der Gemeinde Schechen hat sich entspannt. Die Ansätze liegen im Verwaltungshaushalt bei 15,5 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt bei zwölf Millionen Euro. Der Gesamthaushalt von 27,5 Millionen Euro ist gegenüber dem Vorjahr (29,7 Millionen Euro) zwar leicht gesunken, ist aber immer noch auf einem „extrem hohen Niveau“, wie Kämmerer Josef Dangl betonte. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Schechener Haushalt verdreifacht.

Vier Millionen Euro
aus der Einkommensteuer

Erfreulich sei insbesondere die Entwicklung im Verwaltungshaushalt. „Er steigt, weil die Einnahmen steigen – das ist ein gutes Zeichen für eine Gemeinde“, so Dangl. Der Verwaltungshaushalt ist im Vergleich zum Vorjahr um 840.000 Euro gewachsen, was insbesondere an einem Plus der Gewerbesteuer und der Schlüsselzuweisung liegt. Der größte Einnahmeposten ist hier der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit knapp vier Millionen Euro sowie die Gewerbesteuer mit 3,6 Millionen Euro.

Eine hohe Einnahme erzielen auch die Kindertageseinrichtungen mit Zuweisungen von 1,6 Millionen Euro – auf der Ausgabenseite schlagen sie aber mit 2,9 Millionen Euro zu Buche. Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt sinken um rund 150.000 Euro, was hauptsächlich an einem Rückgang der Umsatzsteuer und der Kreisumlage liegt.

Die größten Ausgabeposten sind die Personalkosten mit 3,8 Millionen Euro und die Kreisumlage mit 3,6 Millionen Euro. Die Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt beträgt voraussichtlich rund 1,8 Millionen Euro und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Die Mindestzuführung kann damit ohne Weiteres erreicht werden. Die freie Finanzspanne der Gemeinde – ein Gradmesser der finanziellen Situation – liegt bei guten 11,71 Prozent.

Der Vermögenshaushalt von rund zwölf Millionen Euro war nur dreimal in Schechens Historie höher: in den Jahren 2020, 2024 und 2025. Große Investitionsmaßnahmen aus den vergangenen Jahren laufen noch und sorgen hier für hohe Ansätze.

Der größte Ausgabenposten entfällt auf den Straßenbau mit 29 Prozent, gefolgt von Wasserleitungen mit 22 Prozent und dem Breitbandausbau mit 17 Prozent. Die kostenintensivsten Maßnahmen sind die Erneuerung von Haidacher Straße und Wendelsteinstraße in Hochstätt mit 1,6 Millionen Euro sowie die Sanierung der Mühlpoint- und Rothenpointstraße mit rund 1,4 Millionen Euro.

Eine Million Euro ist für die Fertigstellung der Hauptwasserleitung nach Rosenheim veranschlagt. Die Erneuerung der Wasserleitung zwischen Marienberg und Pürstling wird rund 850.000 Euro kosten. Für den Breitbandausbau werden 2,1 Millionen Euro eingestellt – hier bekommt die Gemeinde aber eine Förderung von Land und Bund in Höhe von 90 Prozent. Die Fertigstellung des Vereinsheims und die Bezuschussung des Sportplatzbaus sind mit 850.000 Euro veranschlagt.

Zur Finanzierung der Kosten ist eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von rund zwei Millionen Euro nötig. Allerdings, so der Kämmerer, können 83 Prozent der Ausgaben aus Einnahmen aus dem laufenden Haushaltsjahr gestemmt werden – im Vorjahr waren es lediglich 53 Prozent. Die größten Einnahmen im Vermögenshaushalt sind Zuweisungen und Zuschüsse in Höhe von 3,5 Millionen Euro sowie Grundstücksverkäufe in Höhe von 2,3 Millionen Euro.

Der Schuldenstand der Gemeinde lag zum Jahresbeginn noch bei rund 208.000 Euro und soll zum Ende des Jahres auf 41.000 Euro sinken – das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 7,78 Euro. Der Kämmerer rechnet damit, dass die Gemeinde ab Mitte 2027 schuldenfrei sein wird. Der Stand der Rücklagen wird laut Haushaltsansatz zum Ende des Jahres auf rund 4,1 Millionen Euro sinken. Allerdings betonte der Kämmerer, dass die Rücklagenentnahme 2025 geringer ausfallen werde als geplant – hier steht die Endabrechnung aber noch aus.

Im Investitionsprogramm für die kommenden Jahre sind unter anderem der eventuelle Neubau des Naturkindergartens, ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr Hochstätt sowie Straßensanierungsmaßnahmen eingeplant.

„Es ist ein gutes Ergebnis“, resümierte Kämmerer Dangl zum Haushalt. Damit könne man gut wirtschaften, müsse aber weiterhin vernünftig bleiben. Im Vergleich zum vergangenen Jahr, als noch eine Entnahme aus den Rücklagen von über sieben Millionen Euro eingeplant war, sagte er: „Das hat sich dann doch gut entwickelt.“ Andreas Rausch (CSU) erinnerte: „Im vergangenen Jahr war die Stimmung bei der Haushaltssitzung ganz anders.“ Da habe man einige Sorgenfalten auf den Gesichtern gesehen.

Sollten die Hebesätze
wieder sinken?

Dr. Florian Zeller (CSU) regte eine Diskussion zu den Hebesätzen der Gewerbesteuer an. „Wir haben sie erhöht, weil der Haushalt knapp war. Dann schlage ich vor, sie jetzt wieder zu senken.“ Der Hebesatz der Gewerbesteuer wurde zum Januar 2025 per Satzung auf 330 Prozent festgesetzt und lag davor bei 320 Prozent. Kämmerer Dangl erklärte, dass man mit der Aufstellung einer Hebesatzsatzung diese Sätze nicht mehr mit dem Haushalt verabschiede.

Man könne aber die Satzung ändern. „Das Geld fehlt uns aber dann für Investitionen in den nächsten Jahren“, betonte er. Dr. Zeller hielt dagegen, dass es für Unternehmer fair wäre, da der Haushalt jetzt stabil sei. Andreas Rausch fand es ebenfalls ein „gutes Zeichen“. Das Gremium einigte sich darauf, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu bringen. Der Gemeinderat bewilligte die Haushaltssatzung, den Finanzplan und das Investitionsprogramm sowie den Stellenplan einstimmig.

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