Obing/Frabertsham – Mit einem voll besetzten Feuerwehrhaus und bester Stimmung hat das Starkbierfest des Vereins „Schneidig Hoibedoach“ in Frabertsham zahlreiche Besucher angezogen.
Schon lange vor Veranstaltungsbeginn füllten sich die Bierbänke bis auf den letzten Platz. In der urig dekorierten Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses ließen sich die Gäste bei flotter Blasmusik der Hanslboarischen, reschen Hendln und süffigem Starkbier der Brauerei Baumburg den Abend schmecken. Unter den Besuchern war auch die Politprominenz der Gemeinde mit Bürgermeister Sepp Huber, Zweiter Bürgermeisterin Fanni Mayer und mehreren Gemeinderäten.
Die Kameraden des Patenvereins aus Rabenden durften bei der von Vorsitzendem Franz Mußner scherzhaft als „Abrissparty – Starkbierfest“ bezeichneten Veranstaltung ebenso wenig fehlen wie Bräu Nik Tapper von der Baumburger Klosterbrauerei und die Feuerwehrkameraden der benachbarten Wehren. Für einen musikalisch-humorvollen Empfang sorgten die Hundseder-Buam, die die Besucher mit spitzen und lustigen Reimen besangen.
„A gscheids Konzept für die Feuerwehrhochzeiten“ muss her, zumindest zerbrach man sich im Singspiel „Schneidig Hoibedoach“ darüber den Kopf. Hintergrund war, dass die jüngsten Feuerwehrhochzeiten ein reines Fiasko gewesen seien: Geschenk vergessen, kein passendes Gewand und eine abgesoffene Fahnenabordnung. Eine solche Schande, so wurde betont, brauche die Hoibedoacher Feuerwehr nicht noch einmal, zumal wieder eine Kommandantenhochzeit anstehe. Kurzerhand wurde das Starkbierfest im Spiel zur „Schneidig Sondersitzung“ umfunktioniert, bei der Michi Schmiedmaier, Hias Schmiedmaier, Franz Mußner, Tommi Mayer sowie Markus und Andi Hundseder „a starkes Konzept für a richtige Feuerwehrhochzeit“ erarbeiten sollten.
Der Kafterbaumer Hochzeitsexperte Hias zeigte sich im Singspiel mit den bisherigen Hochzeiten gänzlich unzufrieden. Ein „gscheides Hochzeitskompakt-Paket“ müsse her, wurde betont. Das wichtigste Element sei das Hochzeitsgewand, Turnschuhe und Feuerwehruniform gingen aus Sicht der Akteure gar nicht.
Auch die alte Feueruniform in Einheitsgröße erschien ihnen untauglich, da sie weder an Mitter Andi noch an Berger Christian richtig passe. Eine schneidige Tracht mit Lederhosen und Dirndl sei nach Ansicht der Hochzeitsplaner deutlich besser geeignet.
Ausführlich widmete sich das Singspiel der Suche nach einem passenden Hochzeitslader. Weder Andreas Pfisterer, der zwar bestimmt billig sei, den aber keiner kenne und der es deshalb auch nicht in den Gemeinderat geschafft habe, noch andere Kandidaten konnten überzeugen. Einer esse zu viel, ein anderer sage nichts.
Einig war sich der Ausschuss im Stück schließlich, dass Monika Mitter die ideale Besetzung wäre: zünftig, redegewandt und des G’stanzlsingens mächtig, die Bürgermeisterin von Hoibedoach. Auch ein geeigneter Chauffeur wurde gesucht. Der „Pfisi“ erschien dem Expertenkomitee jedoch nicht geeignet, weil er bereits einen Hänger mit Bierzeltgarnituren umgelegt habe und sein Auto nicht immer einsatzbereit sei.
Reichlich Stoff zum Derblecken lieferten im Verlauf des Abends die Albertaicher Feuerwehrler und die Obinger Gemeinderäte. Bei der Wahl der Trauzeugen fiel den Hochzeitsplanern spontan Leonie Traue ein, die im Stück jedoch als verhindert galt, weil sie ihre politische Karriere gestartet habe. Wieder kam der Gedanke auf, den Pfisi zu fragen, doch wurde betont, den kenne doch keiner. Schwieriger gestaltete sich im Singspiel auch die Suche nach einem geeigneten Hochzeitswirt. Angesichts der aktuellen Obinger Wirtshaussituation bleibe nicht viel Auswahl, in Obing werde nicht nur gelebt, da „bebe“ es auch, hieß es. Als mögliche Lösung wurde ins Spiel gebracht, dass die KSK kochen könne, das wäre günstig. Am Ende blieb im „Schneidig-Hochzeits-Paket“ als Hochzeitslokal ein Zelt im Hof vom Rastampf in Hoibedoach, als Köchin wurde die Kramer Resi vorgesehen.
Hinter der Schänke standen den gesamten Abend über mehrere Fässer des Baumburger Starkbiers zum Ausschank bereit, dazu wurden immer wieder lustige Trinksprüche und das Prosit angestimmt.
Mit spritzigen Dialogen, zündenden Pointen und musikalischer Untermalung sorgten die Akteure von „Schneidig Hoibedoach“ für Lacher am laufenden Band, ohne die Grenzen des guten Geschmacks zu überschreiten. So entstand laut Angaben des Vereins ein rundum sorgloses Hochzeitspaket, das bei der nächsten Kommandantenhochzeit im Juli auf die Probe gestellt werden soll.