Kiefersfelden – Wegen akuter Lebensgefahr bei Begehung bleibt die in der Region sehr beliebte Gießenbachklamm bis auf Weiteres gesperrt. Durch den strengen Frost gingen massive Felsstürze ab, die Felswände der Klamm sind dadurch teils instabil und es besteht Absturzgefahr auf einer mehrere hundert Meter langen Strecke.
Brocken bricht
durch Unterführung
Vor Ort bietet sich ein Bild der Zerstörung. Mitten auf dem schmalen Wanderpfad liegt ein mehrere Zentner schwerer Felsbrocken, der durch das Dach der Unterführung gebrochen ist und diese zerstört hat. Im weiteren Verlauf haben sich an den Wänden noch mehrere kleinere Gesteinsbrocken gelöst, die entfernt werden müssen, da sie die Wege verschüttet haben.
Letztlich besteht auch noch extreme Absturzgefahr, weil in weiten Teilen die Sicherungsgeländer durch Steinschlag in die Tiefe gerissen wurden. Der Leiter des Kieferer Bauhofs, Korbinian Astner, gibt dazu weitere Informationen. „Bei unserem letzten Sicherungsrundgang in der Klamm haben wir eine große Stelle mit porösem Gesteinsmaterial, ausgelöst durch eine Felslawine, entdeckt“, sagt er.
Das haben sich die Männer vom Bauhof natürlich genauer angeschaut und dabei weitere sicherheitsrelevante Schäden ausgemacht. „So hat ein großer Felsbrocken das Schutzdach durchschlagen und dabei auch noch rund 15 Meter Sicherungsgeländer zerstört“, so der Kiefersfeldener Bauhofchef weiter. Natürlich wurden sofort beide Zugänge zur Klamm gesperrt.
„Jetzt sind wir dabei, mithilfe einer Tiroler Fachfirma, die Kletterer in das unwegsame Gelände schickt, die Schäden zeitnah zu beseitigen. Dazu muss das Schutzdach zurückgebaut und eventuell auch erneuert werden, was wir aber erst nach Schadensbeseitigung beurteilen können. Auch die Reste des zerrissenen Sicherungsgeländers müssen zunächst entfernt und dann erneuert werden“, ergänzt Bauhofleiter Korbinian Astner.
Da das Gelände extrem beengt ist, können für die Aufräumarbeiten keine großen Maschinen eingesetzt werden, „da ist Muskelkraft gefragt“, weiß Astner. Und das zeigten er und seine Mitarbeiter vom Bauhof auch gleich, als sie einen großen, den Weg versperrenden Felsbrocken zunächst zertrümmerten und dann die Brocken mit höllischem Getöse in die Klamm stürzen ließen.
Wie lange die Arbeiten in der Gießenbachklamm andauern werden, ist nicht vorhersehbar, da der Berg immer noch in Bewegung und nicht an allen Stellen einsehbar und begehbar ist. „Wir werden die Bevölkerung sofort informieren, wenn die Klamm wieder sicher ist“, verspricht der Bauhofleiter, um aber auch noch die deutliche Warnung hinterherzuschicken: „Das Betreten der Gießenbachklamm ist derzeit lebensgefährlich und verboten.“