Nußdorf – Mit lang anhaltendem Applaus hat der Gemeinderat Nußdorf in seiner jüngsten Sitzung Silvia Gätcke in den Ruhestand verabschiedet. Nach mehr als zwei Jahrzehnten im Dienst der Gemeinde endet damit eine Laufbahn, die wie kaum eine andere für Kontinuität und Verlässlichkeit im kommunalen Finanzwesen stand.
Gätcke begann ihre Tätigkeit am Samstag, 1. Oktober, in der Kassenverwaltung, wurde bereits Anfang 2006 zur Kassenverwalterin bestellt und übernahm zum Dienstag, 1. Januar, das Amt der Kämmerin. Seither verantwortete sie das gesamte kommunale Finanzwesen – von der Aufstellung der Haushaltssatzung und des Haushaltsplans über die Schulden- und Vermögensverwaltung bis hin zur Anlagenbuchführung.
Auch das Steuerwesen, darunter Grund- und Gewerbesteuer, Hundesteuer und Zweitwohnungssteuer, gehörte ebenso zu ihrem Aufgabenbereich wie Jahresrechnung, Gebührenkalkulation, Beitragswesen für Wasser und Kanal sowie sämtliche Zuschussangelegenheiten. Als Leiterin der Finanzverwaltung war Gätcke zentrale Ansprechpartnerin für Bürgermeisterin, Gemeinderat und externe Behörden. Sie koordinierte das Rechnungswesen, prüfte Zahlungsvorgänge und sorgte für eine geordnete, transparente Haushaltsführung. Bürgermeisterin Susanne Grandauer (CSU/FWG) würdigte in ihrer Ansprache, Gätcke habe die Finanzen der Gemeinde stets mit großer Sorgfalt, Fachkenntnis und einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein geführt. Die Gemeinde habe sich in finanziellen Fragen jederzeit auf ihre Kompetenz verlassen können.
Grandauer betonte zudem, Gätcke sei weit mehr gewesen als eine Verwalterin von Zahlen; sie habe mit Umsicht und Weitblick die finanzielle Entwicklung Nußdorfs begleitet und damit entscheidend zur Handlungsfähigkeit der Kommune beigetragen. Gerade in Zeiten wachsender Anforderungen an Städte und Gemeinden sei eine solide Haushaltsführung keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis harter, oft im Hintergrund geleisteter Arbeit.
Nicht zuletzt habe Gätcke durch ihre ruhige Art und ihre Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit mit Verwaltung und Gemeinderat das Vertrauen aller Beteiligten gewonnen, so die Bürgermeisterin weiter. Ihr Ausscheiden hinterlasse eine fachliche wie persönliche Lücke, zugleich aber auch ein gut bestelltes Haus.
Mit ihrer Pensionierung verabschiedet Nußdorf eine prägende Persönlichkeit der Gemeindeverwaltung. Was bleibt, ist das Fundament einer soliden Finanzpolitik.