Vogtareuth – In der 1981 errichteten Kläranlage wurde zwar nach der Jahrhundertwende neue Technik nachgerüstet, diese ist jedoch inzwischen in die Jahre gekommen und nähert sich dem Ende ihres wirtschaftlichen Betriebs. Deshalb hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, in die Modernisierung der Anlagen zu investieren.
Fokus auf Energieeffizienz
und Steuerung
Ein Problem stellen vor allem die Gebläse dar, die für die Belüftung des Abwassers eingesetzt werden. Von den drei Gebläsen sollen zwei durch neuere energiesparende Geräte ersetzt werden. Die Kosten hierfür betragen 81.000 Euro. Außerdem ist geplant, die Steuerungstechnik für 55.000 Euro zu erneuern, hinzu kommen Kosten in Höhe von 30.000 Euro für die Software. Für die Erneuerung der 20 Fernwirkstationen in den außenliegenden Anlagenteilen der Abwasserentsorgung sind geschätzte weitere 75.000 Euro nötig.
Unabhängig von der Erneuerung der Technik muss in der Kläranlage aufgrund inzwischen verschärfter gesetzlicher Vorgaben eine Anlage zur Phosphatfällung nachgerüstet werden. Die für deren Betrieb notwendige Flüssigkeit kann sowohl in einem eigens dafür zu installierenden Tank mit großem Volumen als auch in kleinen Containern gelagert werden.
Trotz der Mehrkosten beim Einkauf von Kleinmengen entschied sich der Rat aufgrund der geringen benötigten Mengen für die Containerlösung, in die 80.000 Euro investiert werden müssen. Eine Tankanlage würde 168.000 Euro kosten.
Die Modernisierung, die voraussichtlich insgesamt rund 320.000 Euro kosten wird, soll in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden. Die Investition wird bei der nächsten Neuberechnung der Gebühr für die Abwasserentsorgung, die 2028 erfolgt, zunächst zu einer Erhöhung führen. Mit acht bis zwölf Cent pro Kubikmeter rechnet der Gemeinderat.
Langfristig werden die Kosten jedoch geringer sein als beim Weiterbetrieb der alten Anlagen. Grund dafür ist die Einsparung von voraussichtlich zehn bis 15 Prozent elektrischer Energie für den Antrieb der Gebläse, die das Abwasser beleben. Diese sind mit 174.000 Kilowattstunden der größte Verbraucher der Anlage, die insgesamt rund 188.000 Kilowattstunden elektrische Energie pro Jahr benötigt, um die anfallenden 190.000 Kubikmeter Abwasser zu reinigen.
Einsparungen durch
geringere Ausfälle
Positiv auswirken wird sich nach Einschätzung des Rats auch die geringere Ausfallwahrscheinlichkeit der neuen technischen Komponenten, wodurch die Reparaturkosten gesenkt werden.
Als weiterer Schritt zur Senkung der Betriebskosten ist der Einsatz von elektrischer Energie geplant, die mit eigenen Photovoltaikanlagen erzeugt wird. Derzeit gibt es eine PV-Anlage auf dem Dach des Wertstoffhofs, eine weitere ist auf dem Dach des Bauhofs geplant.