Pfaffenhofen – Theaterspielen, das bedeutet in fremde Rollen schlüpfen, sich mit den Personen identifizieren, die man spielt; immer in seiner Rolle bleiben, Gefühle und Emotionen zeigen – nicht stures Textauswendiglernen. „Schließlich heißt es Schauspiel und nicht Schautext“, erklärt Regiegehilfe Florian (Manfred Altenweger) seiner neuen Theatergruppe. Der Profiregisseur nimmt die Laienschauspieler unter seine Fittiche, nachdem die „alte Truppe“ (Claudia Sanftl, Karin Forstmaier, Regina Haas, Gabi Zehetmayer, Michael Huber) endlich mal „was Neues, was mit Niveau“ spielen will.
Gar nicht begeistert von dieser Idee ist Altregisseur und Wirt Simon Wallner (Christian Sixt), der mit „Die grobe Zenz von Dampfing“ wieder einen „Schenkelklopfer par excellence“ ausgewählt hat. „Jeder spuid de, de wo er oiwei spuid – des kennts am besten“, ist sein Credo, bis der Regieassistent die Zügel in die Hand nimmt. Nicht die „Zenz“, sondern das höchst emotionale Drama „Der Austrag“ – dramatisch zusammengefasst von Vereinsvize Franz (Michael Huber) – wird einstudiert. Fehlende Akteure werden spontan mit dem dichtendem Kassier Schöberl (Elias Altenweger) und einem Gast der zufällig anwesenden Trauergesellschaft (Florian Egger) besetzt.
Aus dem Trott des Gewohnten auszubrechen, ist allerdings gar nicht so einfach, wie das Ensemble lernen muss.
Von der Stückauswahl über erste Leseproben bis hin zur Generalprobe und Lampenfieber vor der Premiere wird der Zuschauer mitgenommen in das spannende Theaterleben eines jeden Schauspielers mit Höhen und Tiefen, Sprechübungen und „Bieselattacken“. Jeder fiebert dem Finale entgegen – dem Schlussapplaus einer gelungenen Premiere. So sicher auch Manfred Altenweger, der nicht nur im Stück, sondern auch bei der Theatergruppe des Trachtenvereins „Immergrün“ Pfaffenhofen als Spielleiter fungiert und mit dem überaus amüsanten „Theater“ von Peter Landstorfer eine bayerische Komödie mit Tiefgang par excellence auf die Bühne des Pfleger Theaterstadls in Lohen bei Schechen gebracht hat. Jeder im Publikum kann nun ermessen, wie viel Arbeit, Schweiß, Gaudi und Zweifel in der Inszenierung eines Schauspiels stecken. Mit langem Schlussapplaus wurden die Schauspieler für ihre überzeugende Leistung gewürdigt. Ein großes Lob ging außerdem an die Bühnenbauer, die während der Pausen völlig neue Bühnenbilder kreiert haben, und an die Maskenbildnerin Elisabeth Grabmaier.