Umrathshausen – „Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?“ – mit diesen Worten des heiligen Benedikt begann Diakon Dr. Christian Elsen die Trauerfeierlichkeiten für den im Alter von 84 Jahren nach längerer Krankheit verstorbenen Sepp Heinrich in dessen Heimatkirche „Heilig Blut“ in Umrathshausen.
Sepp Heinrich wurde in Umrathshausen geboren, seinen Vater verlor er bereits vor seiner Geburt. Seinem Schulbesuch folgten die Lehre als Zimmerer bei der Frasdorfer Firma Isidor Kotter, nach weiteren Stationen arbeitete er die letzten 16 Jahre seines Berufslebens für die Gemeinde Aschau.
Bürgermeister Simon Frank erinnerte für die Gemeinde Aschau an den Fleiß und die Verlässlichkeit bei seinem Dienst im gemeindlichen Bauhof, den er neun Jahre lang leitete.
Stefan Thaurer, Vorsitzender vom GTEV Edelweiß Niederaschau, erinnerte daran, dass Sepp Heinrich in seinen 65 Jahren der Vereinszugehörigkeit 30 Jahre in der Vorstandschaft als Vorplattler, Kassier und Beisitzer mitwirkte. Das Platteln war ihm bis ins hohe Alter wichtig und er packte auch an, als ein Vereins- und Probenraum gebaut wurde. „Da Sepp war Trachtler mit Leib und Seele.“
Außergewöhnliche Verdienste erwarb sich Sepp Heinrich für den Schützenverein Chiemgauadler. Dessen Ehren-Schützenmeister Peter Thaurer charakterisierte seinen verstorbenen Kameraden mit „Treue“, „Einsatz“ und „Fleiß“ und sagte: „Fast 70 Jahre gehörte er den Chiemgauadlern an, in über 30 Jahren wurde er fünfmal Schützenkönig und 1978 wurde er sogar Gauschützenkönig, 35 Jahre lang war er Sport- oder Jugendleiter.“ Als 1978 der Wirt von Umrathshausen verkauft wurde, sorgte Sepp Heinrich sechs Jahre lang dafür, dass in Frasdorf und Hittenkirchen das aktive Vereinsleben weiterging. 1993 entstand das Schützenheim im Feuerwehrhaus. „Der Sepp nutzte jede freie Minute für den Bau und er umsorgte es bis zu seiner Krankheit, als wenn es sein eigenes Heim wäre“, so Peter Thaurer. hö