Pittenhart – Wenige Tage nach der Kommunalwahl stand die Jahreshauptversammlung der CSU Pittenhart im Kirchenwirt im Zeichen eines respektvollen Rückblicks und eines gemeinsamen Blicks nach vorne. Ortsvorsitzender Philipp Spiel begrüßte zahlreiche Mitglieder sowie als Ehrengast den Stimmkreisabgeordneten im Bayerischen Landtag, Konrad Baur.
In seiner Eröffnungsrede ging Spiel auf die zurückliegende Bürgermeister- und Gemeinderatswahl ein. „Die Eindrücke sind noch sehr frisch“, sagte er. Das Ergebnis sei insgesamt enttäuschend, zugleich werde die Entscheidung der Bürger selbstverständlich respektiert. „Für eine fundierte Analyse braucht es einen klaren Kopf und den nötigen zeitlichen Abstand – dieser Zeitpunkt ist heute noch nicht.“ Wichtig sei es jetzt, „zusammenzustehen und den Blick nach vorne zu richten“.
Worte der Anerkennung
für Sepp Reithmeier
Gleichzeitig würdigte Spiel das jahrzehntelange Wirken von Bürgermeister Sepp Reithmeier: „Lieber Sepp, Pittenhart ist dir zu großem Dank verpflichtet. Dein Lebenswerk steht für sich.“ Er verwies auf die positive Entwicklung der Gemeinde in den vergangenen Jahren. „Wir sind praktisch schuldenfrei, unsere Gewerbesteuereinnahmen haben ein Rekordniveau erreicht.“
Besonders hob er hervor, dass viele Einheimische und junge Familien die Möglichkeit erhalten hätten, in Pittenhart zu bauen und sich eine Existenz aufzubauen. „Das war dir immer ein ganz besonderes Anliegen“, so Spiel. Vor allem die Sport- und Freizeitanlage werde immer mit dem Wirken von Bürgermeister Sepp Reithmeier verbunden sein.
Zugleich betonte er, dass bei aller Enttäuschung auch positive Aspekte der Wahl zu sehen seien. Er verwies auf das starke Ergebnis von Andreas Feuerer, der erstmals für den Gemeinderat kandidierte und auf Anhieb gewählt wurde, sowie auf die Stimmenzuwächse von Gemeinderätin Nadine Mayer und Zweitem Bürgermeister Reinhard Schreiner.
Mit Blick auf die Sitzverteilung stellte Spiel fest: „Wenn man kein Glück hat, kommt oft auch noch Pech dazu.“ Nachdem vor sechs Jahren nur knapp eine Mehrheit von sieben zu fünf Mandaten verpasst worden sei, habe man diesmal mit wenigen Stimmen das sechste Mandat nicht erreicht.
Bürgermeister Sepp Reithmeier sprach in einem persönlichen Grußwort von schweren Tagen nach der Wahl. „Das Wahlergebnis hat mich natürlich sehr bewegt. Gleichzeitig respektiere ich die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger. Für mich beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt“, sagte er.
Mit großer Dankbarkeit blicke Reithmeier auf viele Jahrzehnte seines Engagements für die Gemeinde zurück. Seit 1978, mit einer Unterbrechung, war er Mitglied des Gemeinderats, später Zweiter Bürgermeister und schließlich seit 2014 Erster Bürgermeister. Darüber hinaus erinnerte er sich an seine Zeit in den Vereinen und im kirchlichen Leben. „Ich bin vor allem dankbar für all die Menschen, mit denen ich gemeinsam etwas für unseren Ort bewirken durfte“, so Reithmeier. Er erinnerte dabei auch an die Wiederbelebung der Landjugend und des Burschenvereins sowie an den Aufbau des Hilgerhofes, den er gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister und heutigen Altbürgermeister Hans Spiel auf den Weg gebracht habe.
Einen besonderen Dank richtete er an seine Ehefrau Roswitha und seine Familie: „Ohne ihre Unterstützung und ihren Rückhalt wäre dieses Engagement nicht möglich gewesen.“ Abschließend betonte Reithmeier: „Es war für mich eine große Ehre, unserer Gemeinde als Bürgermeister dienen zu dürfen.“
„Kommunalpolitik
lebt vom Miteinander“
Der Landtagsabgeordnete Konrad Baur hob die Bedeutung der kommunalen Ebene hervor: „Kommunalpolitik lebt vom Miteinander und vom Anpacken – nicht von Ideologie. Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung an den politischen Rändern braucht es eine starke Volkspartei der Mitte, die Verantwortung übernimmt, zusammenführt und konkrete Lösungen vor Ort gestaltet.“
Ein weiterer Programmpunkt der Versammlung war die Ehrung langjähriger Mitglieder. Für ihre langjährige Mitgliedschaft wurden Sebastian Esterlechner (30 Jahre), Reinhard Schreiner und Philipp Spiel (20 Jahre) sowie Roland Kirr (10 Jahre) ausgezeichnet.
Ortsvorsitzender Spiel dankte den Geehrten für ihre langjährige Treue und ihr Engagement.