Erweiterung oder Neubau für die Feuerwehr?

von Redaktion

Das Feuerwehrgerätehaus in Frasdorf muss erweitert oder neu gebaut werden. Ein Planungsbüro hat nun die Möglichkeiten und die damit verbundenen Kosten für beide Varianten ermittelt und dem Gemeinderat vorgestellt. Beide Optionen gehen in die Millionen.

Frasdorf – Das Frasdorfer Feuerwehrhaus neben dem gemeindlichen Bauhof in der Ortsmitte ist 43 Jahre alt und weist Mängel auf. Der Gemeinderat hatte deshalb das Planungsbüro W. FM GmbH aus Kolbermoor beauftragt, Pläne für eine Erweiterung in der Ortsmitte oder einen Neubau auf einem noch zu findenden Standort auszuarbeiten und für beide Varianten eine grobe Kostenschätzung zu ermitteln. Diplomingenieur Franz Wudy, ehemaliger Kommandant der Feuerwehr Kolbermoor, stellte die Pläne in der jüngsten Sitzung vor.

Was im Ortszentrum
möglich wäre

Seine Einschätzung zum aktuellen Standort der Feuerwehr: Die Sanitäranlagen seien ausreichend. Ebenso die Anzahl der Stellplätze – vorausgesetzt, man rechnet die Parkplätze auf dem Parkplatz nebenan dazu. Im Zuge der Erweiterung sollten neben den Fahrzeugen mehr Umkleiden, aber auch Möglichkeiten für Stiefelwäsche, Trockenraum, Lagerraum und Werkstatt geschaffen werden. Im Obergeschoss könnten eine Schlauchwäsche in Kompaktanlage, Bereitschafts- und Schulungsräume, Atemschutzwerkstatt, Teeküche und Multifunktionsraum angesiedelt werden. Ein Teil der unterkellerten Fahrzeughalle könnte zu einem erweiterten Lagerraum aufgeweitet werden.

Eine Kombi-Waschstraße für Feuerwehr und Bauhof, so die Einschätzung von Franz Wudy, sei am gegenwärtigen Standort nicht möglich. Auch die notwendige Übungsfläche für die Feuerwehr ließe sich innerorts nicht realisieren. Zudem müssten die Wohnung im Obergeschoss und die jetzigen Stellplätze für die Rathausmitarbeiter verlagert werden. Eine Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses von jetzt 280 Quadratmetern auf gut 1075 Quadratmeter koste inklusive Auslagerung und Neubau des Bauhofes circa 8,3 Millionen Euro. In dieser Schätzung, so erklärt der Ingenieur, sei die Baukostenentwicklung berücksichtigt. Eventuelle Grundstückspreise für den neuen Standort des Bauhofes oder die Verlegung der Wohnung seien allerdings nicht enthalten.

Die Alternative: die Verlegung der Feuerwehr an einen anderen Standort. Ein Neubau mit einer Fläche von mindestens 2900 Quadratmetern, mit Waschhalle und Übungshof sowie Planungskosten würde zwischen 6,5 und 6,9 Millionen Euro kosten. Auch in dieser Kalkulation sind mögliche Grundstückskosten nicht enthalten. Bei beiden Varianten gebe es eine ähnlich hohe Förderung von rund 470.000 Euro. Weitere Fördermöglichkeiten gebe es nicht, informierte Wudy.

Lorenz Hamberger (PWG) hakte bei der Mängelliste nach. „Bei den Feuerwehrhäusern in Umrathshausen und Wildenwart gibt es auch Mängel, gravierender sind allerdings die Mängel in Frasdorf“, erklärte Bürgermeister Daniel Mair (CSU). Die Parkverhältnisse seien äußerst beengt, ein Übungsbetrieb sei kaum möglich. Es fehlten eine Notstromversorgung und ein zweiter Rettungsweg. „Wir müssen also etwas machen“, betonte Lorenz Wollschlager (PWG). Kreisbrandrat Richard Schrank, der gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Franz Hochhäuser der Sitzung beiwohnte, verwies auf das bayerische Feuerwehr-Gesetz. Demnach muss die Feuerwehr binnen zehn Minuten nach Eingang des Notrufs am Einsatzort eintreffen. Gleichwohl gebe es Synergieeffekte durch eine Zusammenarbeit mit benachbarten Feuerwehren.

Einsatzbereitschaft
immer gewährleistet

Auf Nachfragen von Gabriele Stein (FWG) erklärte Franz Wudy, dass sowohl bei einem schrittweisen Umbau als auch bei einem Neubau und dem Umzug der Wehr nach Fertigstellung die Einsatzbereitschaft immer gewährleistet sei. Julian Richter (PWG) stellte fest, dass „ein Neubau mit einem geeigneten Grundstück steht und fällt“. Er bat die Verwaltung, ein geeignetes Grundstück zu suchen. Auch Gemeinderat Benno Voggenauer (CSU), zugleich Vorstand der Frasdorfer Feuerwehr, äußerte sich ähnlich. Eine Entscheidung war nicht erforderlich. Die präsentierten Planungen dienten nur der Information, so Bürgermeister Mair. Weitere Planungen und Entscheidungen liegen in der Verantwortung des neuen Gemeinderates.

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