Frasdorfer Anger: Gemeinde hält an Projekt fest

von Redaktion

Das geplante Sondergebiet „Frasdorfer Anger“ bleibt umstritten. Während Bauwerber das Projekt vorantreiben wollen, warnen Kritiker vor Eingriffen in Landschaft und Ortsbild. Der Gemeinderat stimmte dennoch mit großer Mehrheit für die Weiterführung des Projektes.

Frasdorf – Mit großer Mehrheit billigte der Frasdorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Weiterführung des Bebauungsplans „Sondergebiet (SO) Frasdorfer Anger“. Die Stellungnahmen der Behörden und der Öffentlichkeit, die nach der Auslegung im November 2024 eingegangen waren, hatte Bürgermeister Daniel Mair zuvor vorgestellt.

Bürgerentscheid
aus dem Jahr 2021

Ein Blick zurück: Nach dem positiven Bürgerentscheid von 2021, zahlreichen Gemeinderatssitzungen, Schallschutzgutachten und Umweltberichten gab der Gemeinderat im Oktober 2024 für das Vorhaben einer künftigen Bebauung auf dem „Sondergebiet Frasdorfer Anger“ grünes Licht. Mit der Bäckerei Miedl und der Familie Huber waren für Bäckerei/Café und Regionalmarkt städtebauliche Verträge abgeschlossen worden. Darin wurde fixiert, dass die Vorgaben des Bebauungsplanes genauestens einzuhalten und beide Bereiche verpflichtend zu bebauen sind.

Nach der Auslegung der Pläne im Oktober 2024 meldete die Autobahn GmbH einen Interessenskonflikt an: Der Bebauungsplan sei so nicht möglich. Zwar liegt der Ausbau der Autobahn A8 im Abschnitt zwischen Achenmühle und Bernauer Berg momentan auf Eis. Erst im August verhandelt das Bundesverwaltungsgericht über die Klage des Bund Naturschutz gegen den Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern. Doch wenn gebaut wird, muss die Staatsstraße durch das Bebauungsplangebiet verlegt werden, damit die neue Anschlussstelle Frasdorf errichtet werden kann.

In umfangreichen Beratungen wurde eine Lösung erarbeitet. Demnach können die Planungen für den südlichen Bereich – das Sondergebiet 1 – nach dem Bau des Kreisels und dem Rückbau der Umgehungsstraße umgesetzt werden. Der nördliche Teil – das Sondergebiet 2 mit Regionalmarkt – solle danach gebaut werden. Die Änderung der Planung macht es nun auch erforderlich, dass die Gemeinde mit beiden Bauwerbern, den Familien Miedl und Huber, neue städtebauliche Verträge abschließt.

Bürgermeister Mair zitierte aus zwei Schreiben, die bei der Verwaltung eingegangen waren. Das eine beschreibt den Bau eines Regionalmarktes als „Schritt nach vorn für Betrieb und Gemeinde“. Das andere bezeichnet den Regionalmarkt als „aus der Zeit gekommenes Projekt“. Schon zu Beginn der Planungen hatte sich eine Bürgerinitiative (BI) gegen das Projekt von Bäckerei und Regionalmarkt auf der grünen Wiese formiert. Nun wiederholte die BI ihre Forderung, das Projekt abzulehnen, um die Heimat zu schützen.

Zudem stand die Frage im Raum, was passiere, wenn der Regionalmarkt doch nicht gebaut werde. Der Rosenheimer Rechtsanwalt Adolf Friedel gab zu bedenken, dass in beide Projekte – also sowohl die Bäckerei mit Café der Firma Miedl (SO 1) als auch den Regionalmarkt Anderlbauer (SO 2) – schon viel Geld geflossen sei. Das seien Zeichen dafür, dass beide Bauwerber zu ihren Projekten stehen und diese auch realisieren wollen. Im städtebaulichen Vertrag sei zudem geregelt, dass Planungs- und Realisierungsfristen eingehalten werden und Bauwerber bei eventuellen finanziellen Problemen einen Nachfolger suchen müssen.

Mair fasste die Stellungnahmen zum Bebauungsplan „Sondergebiet Frasdorfer Anger“ zusammen. Die Einwände der Unteren Naturschutzbehörde machten redaktionelle Änderungen erforderlich. Die Bedenken von Bürgern waren, dass der Regionalmarkt den Ortskern schwächen könnte. Auch wiesen sie auf die drohende Versiegelung von Flächen, die Gefahr einer Überschwemmung, die Zerstörung des Orts- und Landschaftsbildes, oder die Gefahr einer Beeinflussung des Mikroklimas hin.

Baustein nachhaltiger
Dorfentwicklung

Eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei nicht erforderlich, informierte der Bürgermeister. Schallschutztechnische und geologische Gutachten wiesen nach, dass die geplanten Gebäude nicht störend wirken. Seiner Meinung nach fördern die Neubauten eine nachhaltige Dorfentwicklung. Ein Café sei ein zusätzlicher Treffpunkt. Auch der Übergang von bebauter zu unbebauter Fläche sei im Plan geregelt. Die Gemeinderäte hatten keine Nachfragen zu den Stellungnahmen. Mit 12:4 Stimmen stimmten sie der Abwägung zu. Der Bebauungsplan „Frasdorfer Anger“ und die Änderung des Flächennutzungsplanes werden nun erneut ausgelegt.

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