Großeinsatz der Feuerwehr in Flintsbach

von Redaktion

Am Mittwochabend brach in einer Lagerhalle in Flintsbach ein Feuer aus. Zahlreiche Feuerwehren aus dem Landkreis waren im Einsatz, um die Flammen zu bekämpfen, die bereits aus dem Dach schlugen. Schadstoffe im Dämmmaterial machten die Löscharbeiten zu einer komplexen Aufgabe für die Einsatzkräfte.

Flintsbach – Der erste Schreck ist ein wenig verflogen. „Allen in allem ist es Glück im Unglück“, sagt Georg Dettendorfer nach einer langen Nacht am Telefon. Am Mittwochabend, 25. März, kurz nach 19 Uhr, erhielt der Chef der gleichnamigen Spedition aus Nußdorf einen Anruf. In der Kirche sei er gerade gewesen, als ihm der Anrufer am anderen Ende der Leitung mitteilte, dass eine seiner Lagerhallen in der Nähe der Innbrücke zwischen Flintsbach und Nußdorf in Flammen steht.

Mitarbeiter entdeckt
Brand in der Lagerhalle

Einer der Mitarbeiter von Dettendorfer habe bei seinem letzten Kontrollgang über das Gelände festgestellt, dass es aus der Halle raucht. „Er hat noch versucht, mit Feuerlöschern den Brand einzudämmen, das hat aber nicht funktioniert“, sagt Dettendorfer. Daraufhin sei sofort die Rettungskette in Gang gesetzt worden. Nur kurze Zeit später eilten bereits zahlreiche Feuerwehren zur Einsatzstelle. „Die Alarmierung B4 – Großbrand – ist um 19.07 Uhr bei uns eingegangen“, sagt Jörg Benkel, Kommandant der Feuerwehr Flintsbach. Beim Eintreffen konnten er und seine Kollegen in einem Bereich der Lagerhalle brennende Holzpaletten entdecken. An der Stelle hätten die Flammen auch bereits aus dem Dach der Halle geschlagen. Zudem habe es eine starke Rauchentwicklung gegeben. „Wir haben sofort mit dem ersten Angriff begonnen, um das Feuer niederzuschlagen“, sagt Benkel.

Aufgrund der ersten Einsatzmeldung und da nicht sofort klar war, was die Einsatzkräfte noch erwartet, schickte die Leitstelle auch die Feuerwehren aus Nußdorf, Raubling, Kiefersfelden, Neubeuern, Degerndorf, Fischbach, Brannenburg und Kolbermoor zur brennenden Lagerhalle. „Wir wussten nicht, ob sich in der Isolierung des Daches nicht irgendwelche Schadstoffe befinden“, sagt Richard Schrank, Kreisbrandrat des Landkreises Rosenheim. Da man in einem solchen Fall mehrere Atemschutzträger braucht, die sich abwechseln können, seien entsprechend viele Feuerwehren hinzugerufen worden, erklärt der Kreisbrandrat.

In Zusammenarbeit ist es den Einsatzkräften gelungen, dass das Feuer nicht auf andere Gebäudeteile übergreift. Mithilfe einer Drehleiter bekämpften sie die Flammen von oben. „Die Brandentwicklung war deswegen letztlich nur in einem örtlich begrenzten Bereich der Halle“, sagt Jörg Benkel. Er lobt vor allem das gute Teamwork. „Es hat wie gewohnt sehr gut funktioniert und alles ineinandergegriffen, jeder wusste, was der andere macht.“

Das Löschen des Feuers sei an sich auch gar nicht so „schlimm gewesen“, sagt Benkel. Etwas anderes habe den Einsatz „komplex“ gemacht: Wie sich im Laufe der Löscharbeiten herausgestellt habe, waren im Dämmmaterial im Dach – wie vermutet – „krebserregende Stoffe“ enthalten. „Vermutlich hat es sich um Asbest oder asbesthaltiges Material gehandelt“, sagt der Flintsbacher Kommandant. Man habe genau darauf achten müssen, dass die Einsatzkräfte die Schadstoffe nicht aufnehmen. Vor allem, da das Eternitdach geöffnet werden musste, um alle Glutnester löschen zu können.

Während der Löscharbeiten hätten sich die Ereignisse dann auch ein wenig überschlagen. Nur kurz nach Beginn des Einsatzes wurde aus Raubling der nächste Brand gemeldet – dort mussten die Einsatzkräfte in eine Wäscherei ausrücken. Entsprechend habe es einiges zu koordinieren gegeben, sagt Kreisbrandrat Richard Schrank. Zum Beispiel seien das Drehleiter- und Tanklöschfahrzeug aus Raubling in Flintsbach im Einsatz gewesen, in Raubling habe deswegen die Stadt Rosenheim mit ihren Fahrzeugen ausgeholfen. Trotz des einsatzreichen Abends habe alles vorbildlich funktioniert. „Da es heuer bereits der fünfte oder sechste Großbrand war, ist so etwas – so komisch es klingen mag – nichts Außergewöhnliches mehr und wir können damit gut umgehen“, sagt Schrank. Was den Großbrand in der Lagerhalle von Georg Dettendorfer verursacht hat, steht bislang noch nicht fest. Das sei jetzt Gegenstand der Ermittlungen der Kriminalpolizei. „Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung gibt es aber nicht“, sagt Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Glücklicherweise sei auch niemand verletzt worden, da sich zum Zeitpunkt des Brandes weder Menschen noch Maschinen in der Halle befanden, teilt die Polizei mit. Der Sachschaden liege allerdings ersten Schätzungen zufolge im niedrigen sechsstelligen Euro-Bereich. Auch wenn der Schaden ärgerlich sei, Georg Dettendorfer ist einfach froh, dass weder ein Mitarbeiter noch ein Feuerwehrmann verletzt worden ist. Den Rest werde man regeln können.

Glück im Unglück
für die Spedition

Seine Familie sei unmittelbar nach dem Anruf zur Lagerhalle gefahren, um sich einen Überblick zu verschaffen und die Einsatzkräfte so gut wie möglich zu unterstützen. „Wir werden jetzt im Betriebsablauf ein wenig umstellen müssen, aber das ist nicht existenzbedrohend“, sagt er. Einen großen Anteil daran habe auch, dass das Feuer so schnell entdeckt wurde. Sonst hätte womöglich mehr passieren können.

Der Brand der Lagerhalle sei dennoch einer der größeren Brände in Flintsbach seit langer Zeit gewesen. „So etwas haben wir eigentlich nur alle paar Jahre einmal“, sagt Feuerwehrkommandant Jörg Benkel.

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