Samerberg: Kommunaler Wärmeplan steht

von Redaktion

Bürger haben bis zum letzten April-Wochenende Zeit für Fragen und Einwände

Samerberg – Die Gemeinde ist wieder einen Schritt weiter in Sachen kommunaler Wärmeplanung. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung waren erneut Marc Siegle und Klaus Gottschalk vom Ingenieurbüro dme consult in Rosenheim zu Gast und präsentierten das Zielszenario sowie ihre Strategie zur Wärmewende im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung für die Gemeinde Samerberg.

Erste Informationen
schon im Winter

Bereits in der Dezember- Sitzung des Gemeinderats und in einer öffentlichen Veranstaltung für alle Bürger im Januar informierten sie über die fertige Bestands- und Potenzialanalyse zur kommunalen Wärmeplanung. Als Planungsbüro übernehmen sie bei der kommunalen Wärmeplanung Aufgaben in den Bereichen Analyse und strategische Planung bis hin zur Erarbeitung von Umsetzungskonzepten, um die kommunale Wärmeversorgung auf erneuerbare Energie umzustellen.

Ziel der Wärmeplanung sei die Darstellung eines Weges zur Dekarbonisierung, die Erstellung eines kommunalen Wärmeplans als Fahrplan für den Wechsel zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung sowie die Entwicklung einer Strategie, die den Wandel über die Jahre berücksichtigt und nicht nur einzelne Maßnahmen wie zum Beispiel die Planung eines Wärmenetzes.

Dabei soll der kosteneffizienteste und praktikabelste Weg zu einer klimafreundlichen und langfristig tragfähigen Wärmeversorgung vor Ort in Samerberg ermittelt werden. Natürlich werde dabei berücksichtigt, dass Bayern bis 2040 klimaneutral sein wolle.

Marc Siegle betonte außerdem, dass nach Fertigstellung des Konzepts kein privater Bürger zu irgendetwas verpflichtet sei. Der Wärmeplan habe keinerlei rechtliche Auswirkungen. Ihre Arbeit diene der Kommune und den Bürgern lediglich als Leitfaden und zum Aufzeigen der Potenziale. Außerdem, so betonte er, müsse die Gemeinde nach §25 des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) nun spätestens alle fünf Jahre den kommunalen Wärmeplan überarbeiten und gegebenenfalls anpassen beziehungsweise aktualisieren.

Nach der Bestandsanalyse vor rund einem Jahr und der Potenzialanalyse, bei der geprüft wurde, welche Optionen denn überhaupt möglich seien, wurde nun das Zielszenario bis 2040 mit einer passenden Umsetzungsstrategie durch das Ingenieurbüro fertig formuliert und dem Gemeinderat vorgestellt. Nach der sogenannten Clusterung, der Bündelung einzelner Wohngebiete in größere Bereiche, und einer linearen Berechnung eines Zielszenarios bis zum Jahr 2040, in der die mögliche Reduktion der konventionellen Energiemethoden dargestellt wurde, ermittelte das Ingenieurbüro in Zusammenarbeit mit der planungsverantwortlichen Stelle vier Fokusgebiete, welche vorzugsweise unter dem Aspekt einer klimafreundlichen Wärmeversorgung zu betrachten seien.

Drei Ortskerne und
das Schulareal im Fokus

Diese sind der Ortskern in Törwang und in Grainbach, Rossholzen und das Schulareal in der Schwimmbad-straße. Als Maßnahmen für eine Wärmewendestrategie wurden gleich zehn Methoden vorgestellt, wobei laut Siegle vom Ingenieurbüro nur vier wirklich für die Gemeinde Samerberg sinnvoll seien. Darunter fallen die Sanierung kommunaler Liegenschaften zur Energieeinsparung und Dekarbonisierung der Energieversorgung, der Ausbau erneuerbarer Energien auf kommunaler Ebene, die informative und unterstützende Beratung für Privateigentümer und Gewerbe über Energiethemen sowie die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Liegenschaften, welche ja bereits über einen Beschluss im letzten Jahr für das Schulareal in Angriff genommen worden ist.

Nicht alle der zehn vorgestellten Maßnahmen fanden bei den Gemeinderatsmitgliedern Anklang. Beispielsweise der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen war für den Rat schier undenkbar. Die Herren vom Ingenieurbüro dme consult in Rosenheim wiesen jedoch darauf hin, dass sie alle möglichen Methoden von Gesetzeswegen erarbeiten müssten und die Gemeinde ja ganz individuell jede Maßnahme für sich erarbeiten, beschließen oder ablehnen könne und betonten noch einmal, dass die kommunale Wärmeplanung zu nichts verpflichte.

Prozess dauerte
ein ganzes Jahr

Auch Erster Bürgermeister Georg Huber bedankte sich für die Vorstellung der Ingenieure und die Begleitung des Prozesses, der nun ein ganzes Jahr andauerte. Im Anschluss wurde die vorgestellte kommunale Wärmeplanung vom Gemeinderat mit 14 zu einer Stimme beschlossen und angemerkt, die vier priorisierten Maßnahmen mit Abwägung der finanziellen und wirtschaftlichen Aspekte nach Möglichkeit umzusetzen.

Der Wärmeplan werde nun im Anschluss auf der Homepage der Gemeinde Samerberg veröffentlicht und für 30 Tage ausgelegt. Innerhalb dieser Zeit haben die Bürger die Möglichkeit zur Stellungnahme und offene Fragen zu klären, welche im Endbericht veröffentlicht werden.

Stellungnahmen

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