Bad Aibling – Bärbel Merk, Brigitte Braun und Bärbel Scheibenzuber sind längst ein eingespieltes Team. Rechtzeitig vor Beginn der Karwoche haben die drei Frauen auch heuer die Jahreskrippe in der Pfarrkirche St. Georg neu bestückt, die sich erstmals an einem anderen Standort an der Rückseite des Kirchenschiffs befindet.
Insgesamt 84 Figuren platzierten sie in den vier gläsernen Schauvitrinen, die sich auf etwa fünf Meter Länge erstrecken und seit Jahren immer wieder neu zum Blickfang für zahlreiche Kirchenbesucher werden. Elf biblische Szenen stelle man in diesem Jahr nach, berichtet Pfarrgemeinderätin Bärbel Merk.
Warten auf den
auferstandenen Jesus
„Aktuell im Mittelpunkt steht natürlich das biblische Geschehen in der Karwoche und zu Ostern. Das beginnt mit dem Einzug von Jesus in Jerusalem am Palmsonntag und stellt als Höhepunkt dessen Auferstehung am Ostersonntag nach“, sagt sie.
Der auferstandene Jesus, die zentrale Botschaft der Hoffnung für Christen, erfährt in der Krippendarstellung eine Sonderstellung. „Der kommt erst am Ostersonntag in die Vitrine“, erzählt Merk. Damit die Kulissen, die neben den einzelnen Figuren unter anderem auch historische Gebäude, Tiere, Bäume und Pflanzen umfassen, ein schlüssiges Gesamtbild abgeben, investieren die Frauen viel Zeit.
„Wir waren drei Tage lang beschäftigt, bis alles gepasst hat“, berichtet Brigitte Braun. Sie ist nach eigenem Bekunden seit 37 Jahren mit von der Partie und findet noch immer große Freude daran, die Schaukrippe zu bestücken. Zusammen mit ihrem Mann hat sie ein Stück weit Pionierarbeit für die Jahreskrippe geleistet. Hans Braun hat viele Jahre die Kulissen hierfür gefertigt, seine Frau hat das Gewand für Dutzende Figuren genäht. Fünf bis zehn Stunden dauert es in der Regel, bis die passende Kleidung für eine Krippenfigur fertig ist. „Da ist schon einiges an Freizeitopfer zusammengekommen“, berichtet Brigitte Braun rückblickend. Vor ein paar Jahren sicherte sie sich die Unterstützung von Bärbel Merk, etwas später stieß dann Bärbel Scheibenzuber zum Team.
Bei den meisten der etwa 20 Zentimeter großen Figuren sind Kopf, Hände und Füße bemalt. Deren Körper besteht aus Kunststoff. Ein Draht, der den Torso mit Gliedern verbindet, verleiht ihnen Beweglichkeit.
Die Figuren in der Jahreskrippe zu platzieren, das hat für Bärbel Scheibenzuber „etwas Meditatives“.
Sie freut sich vor allem auch darüber, dass das Trio so harmonisch zusammenarbeitet: „Jeder von uns macht irgendwie seinen Bereich. Da ist der Kreativität beim Nachstellen der Szenen keine Grenze gesetzt“, sagt Bärbel Merk.
Natürlich diskutiere man laut Bärbel Scheibenzuber während des Bestückens der Krippe und tausche sich auch aus, dennoch: „Wir haben alle Gestaltungsspielräume, und das finde ich schön“, bekennt Scheibenzuber. In diesem Jahr mussten die drei Frauen rund ein Viertel der Figuren neu in das Gesamtensemble integrieren. „Von einer Privatperson aus Willing haben wir 20 Krippenfiguren geschenkt bekommen. Da konnten wir auf Leihgaben verzichten, auf die wir sonst angewiesen waren“, nennt Bärbel Merk den Grund hierfür.
Auch die Geschichte von
Moses wird noch erzählt
Die Leidensgeschichte und die Auferstehung von Jesus sind in den nächsten Wochen erst einmal die Themen, die die Darstellungen in den Vitrinen abbilden.
Im Verlauf des Jahres wird die Jahreskrippe aber auf jeden Fall umgebaut. „Wir werden heuer noch die Geschichte von Moses erzählen. Und in der Weihnachtszeit steht selbstverständlich wieder Christi Geburt im Mittelpunkt“, erläutert Merk. Wenn die Pfarrgemeinderätin den Blick in die Zukunft wirft, verbindet sie ihn mit einem großen Dank an den Bad Aiblinger Kripperlverein. Er hat der Kirchengemeinde die Vitrinen als ständige Leihgaben zur Verfügung gestellt.