Raubling/Großholzhausen – Zu einer großen Trauerfeier mit überaus vielen Trauergästen wurden das Requiem und die anschließende Urnenbeisetzung von Elisabeth Wagner, die im Alter von 92 Jahren verstorben war. Pfarrer Martin Gehringer zelebrierte, mit Assistenz von Diakon Bernhard Kinne, die kirchliche Feier. Musikalisch wurde diese vom Kirchenchor unter Leitung von Stephan Heinke umrahmt. Im Nachruf blickte der Geistliche auf das lange Leben der Verstorbenen zurück. Elisabeth Wagner wurde im Dezember 1933 als Ältestes von sechs Kindern der Eheleute Georg und Elisabeth Maurer geboren. Mit ihren vier Schwestern und dem Bruder wuchs sie in Kleinholzhausen auf. Mit 16 Jahren kam sie als Magd zum Kaiser nach Großholzhausen. Um das Kochen zu lernen, ging sie im Februar 1956 für zwei Jahre nach München in die Lebsche-Klinik. Im Entlassungszeugnis wurden ihr Lerneifer, Geschick, Umsicht und Ehrlichkeit bescheinigt. Im Februar 1958 heiratete sie in Birkenstein Josef Wagner, der Knecht beim Kaiser war und den Sebastian Wagner adoptiert hatte. Die fünf Kinder kamen zur Welt und die Eheleute waren glücklich darüber. Sie begannen das Haus zu renovieren und arbeiteten fleißig. Doch 1965 erkrankte Josef Wagner an Magenkrebs. Dieses Leiden zog sich ein Jahr hin und im Juli 1966 verstarb er. Riesengroß war der Kummer der jungen Ehefrau. Mit fünf Kindern im Alter von zwei bis sieben Jahren und einer Landwirtschaft stand sie da. Gott sei Dank gab es Helfer in der Nachbarschaft und auch die Verwandtschaft half nach allen Möglichkeiten. Allem gerecht zu werden, war schwierig, aber die Verstorbene ging mutig alle Aufgaben an. Mit dem Vermieten an Sommergäste kam ein Nebenerwerb hinzu. Und aus diesem Vermieten erstanden Freundschaften, die sie pflegte und die bis zum Lebensende von Elisabeth Wagner hielten. Blumen im und rund ums Haus waren ihre Leidenschaft und Freude. Abends nach der Stallarbeit wurde gegossen und gegärtnert. Als gläubige Frau gehörte der regelmäßige Kirchgang zum Leben dazu, auch wenn sie sich oft sehr beeilen musste, um rechtzeitig im Gottesdienst zu sein. Elisabeth Wagner jammerte nie. Sie war eine aufgeschlossene, zufriedene und fröhliche Frau. Das Wichtigste für sie war die immer größer werdende Familie. Ihren vielen Enkelkindern war sie eine fürsorgliche liebe Oma und über die Urenkelkinder freute sie sich von ganzem Herzen. Sehnsüchtig von ihr erwartet war die Geburt der jüngsten Urenkeltochter Ende Januar, die sie unbedingt noch erleben wollte. Regen Anteil nahm sie auch am Leben ihrer vielen Nichten und Neffen. Das arbeitsreiche Leben hinterließ Spuren. Arthrose in sämtlichen Gelenken verursachten Schmerzen und seit Juli 2022 benötigte die Verstorbene Hilfe. Steil war der Berg der Beschwerden, der von ihr dann in den letzten zwei Jahren zu bezwingen war, steinig und holprig, und doch kam immer mal wieder ein Ruhebänkchen. Diese Bänkchen waren Besuche ihrer Schwestern, von guten Freundinnen und Nachbarn, von Enkeln und Urenkeln. Wenn sie es auf die Hausbank schaffte, freute sie sich über jedes nette Gespräch. Das Leiden verschlimmerte sich und nach dem Empfang der Sterbesakramente verstarb sie friedlich daheim in ihrer vertrauten Umgebung. Tochter Anneliese trug, unter Vorantritt der Musikkapelle Großholzhausen, in einem langen Trauerzug die Urne zum Familiengrab auf dem Kirchfriedhof. Dort sprach der Geistliche die Gebete der Kirche.