Nußdorf – Der Gebirgstrachtenerhaltungsverein Alpenrose Nußdorf hat bei seiner Jahresversammlung nicht nur auf ein arbeitsreiches Jahr zurückgeblickt, sondern vor allem den Blick nach vorn gerichtet. Rund 110 Mitglieder waren gekommen, als Vorsitzender Andreas Mayer die Jahresversammlung eröffnete, der verstorbenen Mitglieder gedachte und deutlich machte, worauf im Verein nun alles zuläuft: das 130. Vereinsjubiläum mit dem 106. Gaufest.
Vom 9. bis 19. Juli 2026 werden in Nußdorf mehrere Tausend Trachtler und Besucher erwartet. Festleiter Peter Oberauer stellte dazu bereits den aktuellen Stand vor, erläuterte Kirchen- und Festzug und präsentierte das Programm der Festtage. Spätestens an diesem Abend wurde klar: Das Gaufest ist in Nußdorf kein fernes Ereignis mehr, sondern bestimmt längst die Arbeit des ganzen Vereins.
Wie breit diese Vorbereitungen getragen werden, zeigten die Berichte aus den einzelnen Gruppen. Die Kinder- und Jugendgruppe zählt derzeit 50 Kinder und 20 Jugendliche und war im vergangenen Jahr bei zahlreichen Auftritten im Ort, beim Gaufest in Brannenburg und beim Vereinsabend präsent, dazu kamen der Besuch in der Grundschule und ein gemeinsamer Kinoausflug.
Die Aktiven erinnerten an ihren Ausflug nach Tittmoning mit Floßfahrt auf der Salzach, Einkehr in Burghausen und zwei Auftritten auf dem Gäubodenvolksfest in Straubing. Hinzu kamen Ehrtänze, Preisplatteln, Waldfest und Vereinsabend – also genau jene Mischung aus Brauchtum, Geselligkeit und öffentlicher Präsenz, die einen solchen Verein im Jahreslauf sichtbar macht.
Auch die Goaßlschnalzer blickten auf ein ereignisreiches Jahr mit zahlreichen Auftritten zurück, die von Altenbeuern und Reisach bis zum Herbstfest in Rosenheim und sogar zur Oidn Wiesn in München reichten. Gerade der Auftritt mit 20 Nußdorfer Goaßlschnalzern in Rosenheim wurde besonders hervorgehoben.
Die Theatergruppe wiederum konnte mit „Banditn Bagasch“ an fünf Abenden einen sehr gut besuchten Schneiderwirt-Saal melden – ein Erfolg, der auf monatelanger Probenarbeit beruhte.
Und auch die Vereinsmusik ist längst im Gaufestmodus: Sie erinnerte an Ferienprogramm, Brauchtumstag, Vereinsabend und Jugendveranstaltungen und wirbt bereits für den Volksmusikabend am 15. Juli 2026.
Bei den Trachtenfrauen laufen Informationsabende, Bastelarbeiten und Vorbereitungen ohnehin schon seit Monaten. So zeigte die Versammlung sehr anschaulich, dass ein Fest dieser Größenordnung nicht erst im Juli beginnt, sondern viele Monate vorher in Proben, Sitzungen, Handarbeit und Organisation wächst.
Im Rückblick zog Mayer eine selbstbewusste Bilanz. Veranstaltungen wie Christkindlandacht, Theater, Maiandacht, Jahrtag, Leonhardiritt, Vereinsabend, Waldweihnacht, Christbaumversteigerung und Johanninacht seien gelungen und hätten den starken Zusammenhalt im Verein gezeigt. Besonders stolz verwies er auf das Gaufest in Brannenburg, wo der Trachtenverein Alpenrose mit knapp 200 Trachtlern, 35 Musikanten, sieben Rössern sowie Ehren- und Motivwagen den vierten Platz belegte – ein Auftritt, der fast wie eine Generalprobe für den eigenen großen Sommer wirkte. Zugleich blieb es nicht bei Selbstlob: Mayer mahnte, dass bei einzelnen Vereinsterminen die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zurückgehe, und bat die Eltern, diese Anlässe wieder stärker als festen Teil des Jahreskreises zu verstehen.
Ehrenmitglied als Dank für
unermüdlichen Einsatz
Den bewegendsten Moment des Abends brachte die Ehrung von Elisabeth Abfalter. Für ihren langjährigen und unermüdlichen Einsatz, besonders beim Nähen und Ändern von Kinder- und Jugendgewand sowie bei vielen Arbeiten mit den Trachtenfrauen, wurde sie zum Ehrenmitglied ernannt. Gerade in dieser Auszeichnung zeigte sich, worauf ein Verein wie der Trachtenverein Alpenrose am Ende baut: auf viele sichtbare und unsichtbare Hände, ohne die ein Gaufest mit Tausenden Gästen nicht gelingen könnte. re