Kiefersfelden – In einer schon ein wenig archaischen anmutenden Ausstellung zeigt der Freizeit-Holzschnitzer Max Huber im Kieferer „Industriemuseum Blaahaus“ einen Großteil der von ihm geschnitzten Perchtenmasken und gibt einen Einblick in sein Hobby, das zwischenzeitlich schon mehr Berufung ist.
In Abwesenheit eines Vertreters der Gemeinde eröffnete Nicole Bugl, Leiterin des Touristbüros, die Ausstellung und versprach einen Rundgang durch die Welt von Handwerk, Brauchtum, Kunst und Mythos. Der Besucherandrang war überwältigend und auch der Holzkünstler selbst war davon sichtlich überrascht.
Bis zur letzten Minute
an Masken gearbeitet
Er hatte „bis zur letzten Minute noch an den Masken gearbeitet und jetzt ist es endlich geschafft“. Die Ausstellung in zwei großen Räumen zeigt zum einen die Entstehung einer Maske in anschaulichen Bildern, während die Besucher dann auf der anderen Seite die gewaltigen Dimensionen seiner Werke bewundern können.
Bei Max Huber beginnt alles mit einem großen Stück Zirbenholz und am Ende stehen seine beeindruckenden Perchtenmasken, jede mit individueller Persönlichkeit. Der Künstler sieht seine Arbeiten als Verbindung zwischen Brauchtum und Spirituellem und sie sind überwältigend in Form und Farbe.
All diesen Versprechungen waren dann die Besucher auf der Spur und sie wurden nicht enttäuscht. Vor allem die Jüngeren waren begeistert und blickten erstaunt in die Welt der Perchten, vielleicht erstmals ganz ohne Furcht. Mithilfe der Mitglieder des Perchtenvereins „DroadnPass“, dessen Vorsitzender er ist, hatte der gelernte Steinmetz ganze Perchten mit Umhängen und furchterregenden Masken ausgestellt, die ein ganz besonderes Empfinden bei vielen Besuchern weckten, von Ängsten aber eher keine Spur.
Einer Prozession gleich, wandelten die Interessierten von Raum zu Raum, verweilten vor den faszinierenden Figuren, Masken oder Bildern, wobei die spezielle Beleuchtung eine mystische Atmosphäre entstehen ließ. Viele der Interessierten nahmen Kontakt mit dem Künstler auf, der bereitwillig und offen über seine Präsentationen und Intensionen sprach. Vom rohen Zirbenholzblock bis hin zur furchteinflößenden Maske gab er viele Details preis, und vor allem die jüngeren Besucher lauschten geradezu andächtig seinen Ausführungen.
Perchten stammen aus
vorchristlicher Zeit
Besonders der Frage „Was sind eigentlich Perchten“? widmete er sich ausführlich: „Das sind Gestalten aus vorchristlicher Zeit und sie verbinden heidnische Naturreligion mit alten Jahreszeitriten und christlicher Tradition. Schon um 500 nach Christus gehörten lärmende Maskenumzüge zu den römisch-germanischen Festen rund um den Jahreswechsel. Besonders hier im Alpenraum ist dieses Brauchtum stark verwurzelt, hat sich aber seit der Jahrtausendwende weiter ausgebreitet“, so Max Huber.
Die ganze Breite seiner außergewöhnlichen Schnitzkunst ist noch bis zum Sonntag, 26. April, im Industriemuseum Blaahaus zu bewundern. Die Öffnungszeiten sind jeweils Donnerstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.