Keine Verkehrsberuhigung?

von Redaktion

Heftiger Streit im Halfinger Rat über geplanten Verkehrskreisel in Ortsmitte

Halfing – Damit hatte Bürgermeisterin Regina Braun wohl nicht gerechnet. Ein heftiger Streit entbrannte über den geplanten Verkehrskreisel in der Halfinger Ortsmitte, für den in der jüngsten Sitzung aus einer reinen Anfrage ein Antrag werden sollte. Vor- und Nachteile standen im Mittelpunkt der Kontroverse. Letztlich wurde der Antrag mit drei Gegenstimmen, Johannes Guggenberger (parteilos), Tobias Hofer und Sepp Stettner (beide Freie Wähler), angenommen.

Braun erinnerte daran, dass das Thema schon 2024 auf der Tagesordnung gestanden habe und im Oktober damals eine Anfrage vom Gemeinderat fast einstimmig auf den Weg gebracht worden sei. Konkret ging es in der Sitzung um den Antrag „Errichtung eines Kreisels an der Einmündung der Bahnhofsstraße in die Chiemseestraße“ (beides Staatsstraßen). Johannes Guggenberger wollte an dieser Stelle wissen, wie hoch die finanziellen Belastungen für die Gemeinde seien. Er habe gehört, dass „wenn die Gemeinde die Initiative ergreift, die Förderquote niedriger sei“. Braun erklärte, dass sich die Förderung auf 80 Prozent Staat und 20 Prozent Gemeinde aufteile. Eine schriftliche Zusage gebe es natürlich noch nicht, da die Gemeinde auch noch keinen Antrag auf den Weg gebracht habe. Konrad Aicher (CSU) ergänzte, dass die Gemeinde den Grunderwerb beisteuern müsse. „Aber da gibt es eine Förderung“, so Aicher. Er ging dann auch auf die Kritik ein, dass ein Kreisel durch vermehrtes Abbremsen und Gasgeben nur Nachteile bringe. Das genaue Gegenteil sei der Fall, meinte Aicher, und Josef Murner (Halfinger Wählervereinigung) ergänzte später, dass in Italien und Österreich „überall Kreisel geplant werden“ und die Gemeinde einen „praktikablen Kreisel“ bauen werde.

Tobias Hofer (Freie Wähler) hatte erklärt, er sei „jetzt nicht mehr für den Kreisel“, da er entscheidende Nachteile für Radfahrer und E-Scooter ausmache und betonte: „Die sind in einem Kreisel verloren.“ „Ich verstehe die ganze Diskussion nicht“, warf Peter Aicher (CSU) ein. Denn mit einem Kreisel „wird die Situation besser als sie jetzt ist, und wir wollen doch alle eine Verkehrsberuhigung.“ „Mich reut der Platz“, hob Guggenberger hervor und konkretisierte, dass eine organisatorische Lösung auch möglich sei und „nicht den besten Platz im Ort verbraucht“. Als Alternative nannte er eine Tempo-30-Zone, die auch in anderen Gemeinden mit Staatsstraßen möglich gemacht worden wäre. Es wurde die Forderung nach einer Skizze laut, aber Braun wies darauf hin, dass zum einen nur Planskizzen in Auftrag gegeben werden, wenn auch ein Antrag erfolge. „Wir sollten aus der Anfrage einen Antrag machen“, warb sie nochmals für einen Beschluss, und wie auch Christina Zehetmayer (CSU) zuvor, stellte sie die langjährigen Forderungen nach Querungshilfen im Ortszentrum in den Raum. Der Kreisel sei eine unmittelbare Vorbedingung, dass solche Querungshilfen genehmigt werden, so Braun. „Selbst wenn wir heute einen Antrag stellen, dann ist doch der Kreisel noch lange nicht gebaut“, so Konrad Aicher. Er wolle aber, dass mehr Platz für Fußgänger geschaffen werde, wandte Sepp Stettner (Freie Wähler) ein und wies auf andere Bauvorhaben im Ortszentrum hin. Mit drei Gegenstimmen brachte der Rat den Antrag beim Staatlichen Bauamt auf den Weg.

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