Samerberg – Schon oft lag beim Samerberger Gemeinderat das Thema um laute Motorradfahrer und Lärmemissionen nahe den Wohngebieten auf dem Tisch. In der jüngsten Gemeinderatssitzung verkündete Bürgermeister Georg Huber nun eine aktuelle Kampagne des ADAC, welche auch in der Gemeinde Samerberg umgesetzt werden soll.
Die ersten Schilder
hängen schon
Bereits eine Woche nach der Gemeinderatssitzung sind die ersten Schilder zwischen der Aussicht im Ortsteil Obereck und dem Ortsteil Törwang installiert. Huber betonte: „In Zusammenarbeit mit dem ADAC beteiligen wir uns an der Aktion ‚Leise kommt an.‘ Mit dieser Beschilderungsaktion wollen wir Motorradfahrer für rücksichtsvolles Fahren sensibilisieren, um Lärmbelästigung zu reduzieren und Streckensperrungen zu verhindern.“ An schönen Tagen seien bei der Aussichtskapelle am Samerberg teilweise über 70 Motorradfahrer zu zählen, welche beim Weiterfahren gerne ihre Motoren aufheulen ließen.
Bereits über 200 Kommunen würden die kostenlosen ADAC-Hinweisschilder nutzen, die zu angepasster Fahrweise aufrufen sollen. Neben den Plakaten sollen zudem elektronische Lärmdisplays zum Einsatz kommen, die bei Überschreiten des Lautstärkepegels ein Signal zur Lärmreduzierung anzeigen. Beim Ortstermin an der Aussicht in Obereck waren auch die Vertreterinnen des Tourismus dabei. Monika Schimanski, Leiterin der Tourist-Information am Samerberg, und Christina Pfaffinger, Geschäftsführerin von Chiemsee-Alpenland Tourismus, betonten die Wichtigkeit nicht nur für die Anlieger, sondern auch für den touristischen Bereich. Mit dieser Kampagne würden Anwohner und Touristen gleichermaßen sehen, dass etwas getan wird. Sie wollen damit ein Zeichen setzen, dass sich um das Problem gekümmert wird. Die Aufenthaltsqualität eines Ortes und auch die Lebensqualität für die Bewohner müssen gleichermaßen geschützt werden und tragen zum Wohlbefinden der Bevölkerung bei.
Bernd Emmrich, Stauberater-Chef des ADAC Südbayern, betonte, dass die Problematik um das Thema Motorradlärm vielerorts bekannt sei und auch im Motorradland Bayern immer mehr zunehme. Für die einen sei es Motorensound, für die anderen nur unerträglicher Krach. So würden von Lärmemissionen stark betroffene Anwohner immer öfter Alarm schlagen und extreme Maßnahmen, wie Fahrverbote und Streckensperrungen für Motorradfahrer fordern. Aus diesem Grund habe der ADAC in Bayern die Aktion „Leise kommt an!“ ins Leben gerufen.
Ziel sei es, Biker für eine rücksichtsvollere Fahrweise und für ein respektvolles Miteinander im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Es soll ein Bewusstsein für die Lärmproblematik geschaffen werden, ohne die Mobilität einzuschränken.
Gleichzeitig weist der ADAC darauf hin, dass Fahrverbote keine Lösung darstellen. Kollektivstrafen wie Streckensperrungen, Fahrverbote oder Grenzwerte trügen nicht zur Lösung des Problems bei, da die meisten Motorradfahrer vernünftig unterwegs seien. Vielmehr setzte der Club auf gezielte Kontrollen und die Ahndung von Verstößen. Etwa bei den wenigen Bikern, die mit manipulierten Auspuffanlagen für Krach sorgen.
Lärmregulierung
am Gasgriff
Am einfachsten lasse sich der unnötige Lärmausstoß laut ADAC aber schlicht mit der Hand am Gasgriff regulieren, weshalb die Aktion „Leise kommt an“ initiiert wurde. Insgesamt stellt der ADAC gratis 20 unterschiedliche Motive mit Aufschriften wie „Leise fahren. Lärm ersparen!“ oder „Bitte nicht röööhren!“ zur Verfügung, mit denen die Gemeinden Schilder produzieren lassen können. Zudem stellt der ADAC zwei elektronische Lärmdisplays zum Ausleihen bereit, die bei Überschreiten der Lärmschwelle zu leiserem Fahren aufrufen. Kooperationspartner des Projekts sind das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr sowie das Staatsministerium des Innern, welche die Aktion im Rahmen des Programms „Bayern mobil, sicher ans Ziel“ unterstützen.