Rohrdorf – „Gott als unser Lebens-Autor hat bei seinem Lebensbuch, an dem Konrad Breitrainer selbst fleißig mitgeschrieben hat, einen Punkt gemacht“, sagte Tobias Pastötter, Priesterlicher Leiter des Pfarrverbandes Rohrdorf, zu Beginn des Trauergottesdienstes für Konrad Breitrainer in der Pfarrkirche St. Jakobus in Rohrdorf. Breitrainer war am 25. März im Alter von 92 Jahren verstorben. Er war am 3. Mai 1933 in Riedering-Pfaffenbichl – vormals Gemeinde Söllhuben – als siebtes von zehn Kindern geboren worden. Auf den folgenden Seiten des Lebensbuches, so Pastötter, „finden sich seine Malerausbildung, seine Studien- und Lehramtszeiten, seine Hochzeit mit der vom Samerberg stammenden Frau Therese, deren fünf Söhne mit insgesamt 14 Enkeln und fünf Urenkeln sowie nicht zuletzt seine 15-jährige Tätigkeit als Abgeordneter des Bayerischen Landtags“.
Großer Unterstützer
seiner Heimat
Konrad Breitrainer war über seine Familie hinaus ein Unterstützer seiner Heimatgemeinde Rohrdorf, von zahlreichen kirchlichen und weltlichen Organisationen, Verbänden und Vereinen. In besonders leidenschaftlicher Weise war er den ihm anvertrauten Bürgern seiner bayerischen Heimat als CSU-Abgeordneter verbunden. In seiner Zeit im Bayerischen Landtag nahm er sich im Petitionsausschuss insgesamt rund 7.000 Anliegen an. Davon wusste sein langjähriger Weggefährte Sepp Ranner zu berichten, der neben ihm im Landtag saß. Am Rande der Trauerfeierlichkeiten charakterisierte Ranner den Verstorbenen mit den Worten: „Konrad war das Muster eines fürsorglichen Abgeordneten, der sein Wissen und seine Kontakte uneigennützig und im Sinne sozialer Hilfe vorbildlich zur Verfügung stellte.“ Mit Annemarie Biechl und Klaus Stöttner nahmen weitere ehemalige und mit Sebastian Friesinger und Sepp Lausch gegenwärtige Landtagsabgeordnete an der Trauerfeier teil, ebenso wie Landrat Otto Lederer.
Auf die immensen Leistungen von Konrad Breitrainer wurde in den Nachrufen eingegangen. Maria Haimmerer, Zweite Bürgermeisterin der Gemeinde Rohrdorf, betonte, dass „Konrad Breitrainer mit Besonnenheit, Pflichtbewusstsein und als Mutmacher“ überzeugt habe. CSU-Kreisvorsitzender Klaus Stöttner würdigte den Verstorbenen für seine „prägende Haltung, seine christlichen Werte und seinen klaren Wertekompass“.
Helmut Wieshuber, Vorsitzender der Jakobus-Gemeinschaft Rohrdorf, rief ins Gedächtnis, dass „Konrad und seine Resi von Herzen Jakobus-Pilger waren“. 1985 waren sie bei der ersten Wallfahrt nach Santiago de Compostela dabei. 1986 begründeten sie die örtliche Jakobus-Gemeinschaft mit. Der Bayernbund-Kreisvorsitzende Christian Glas erinnerte an Konrad Breitrainer als Gründungsvorstand, „der das Europa der Regionen lebte und das Fundament dafür gelegt hat, dass unser Kreisverband von anfänglich wenigen Mitgliedern auf heute 670 Mitglieder ansteigen konnte“.
Mit „Gott mit Dir Du Land der Bayern“ und den ersten beiden Strophen der Bayernhymne wurden die Feierlichkeiten in der Kirche beendet. Dazu passten die Worte von Pfarrer Pastötter: „Konrad Breitrainer hat Geschichte geschrieben, sein Buch des Lebens ist jetzt geschlossen, der Gott des Lebens aber gibt ihm im zweiten, dem himmlischen Band, ein Buch ohne Ende.“
Bewegender Abschied
von einem Wegbegleiter
Die Trauerfeier mit dem Kirchenchor von Rohrdorf war sehr bewegend, ebenso der Auszug mit über zwei Dutzend Fahnen und Abordnungen. Stark vertreten waren die Gebirgsschützen, die Kolpingsfamilien und die Ortsvereine von Rohrdorf und Söllhuben, denen der Verstorbene zu Lebzeiten mit vielen wissenschaftlichen Aufzeichnungen und Veröffentlichungen über den Tod hinaus verbunden bleiben wird. Auf dem Friedhof ehrten Rohrdorfer Blasmusikanten den Verstorbenen mit Trauerweisen sowie die Gebirgsschützenkompanie Söllhuben mit einem dreifachen Ehrensalut.