Tragisch endet die Beziehung von Thispe und Pyramus beim „Sommernachtstraum“ im Wald.
Großkarolinenfeld – Gutes und herzerfrischendes Theater wirkt wohltuend auf Seele und Geist – vor allen in diesen von Krisen und Kriegen gebeutelten Zeiten. Das hat der Theaterverein Großkarolinenfeld in seiner besonderen Ausgabe zum 40-jährigen Jubiläum eindrucksvoll vor Augen geführt. Schon bei der Premiere belohnten begeisterte Besucher in der voll besetzten Max-Joseph-Halle eine faszinierende und gelungene Inszenierung am Ende mit langanhaltenden Ovationen.
Eine faszinierende
Inszenierung
Eine besondere Komödie mit dem Titel „D’Elli vo da Mühl – Antik is in!“ hatte Wolfgang Himmelstoß angekündigt. Das Stück stammt aus der Feder von Roman „Biwi“ Hörfurtner, der ein halbes Jahr akribisch daran feilte und es schließlich als Regisseur in Szene setzte. Die vortrefflich gelungene Umsetzung übernahmen 30 Darsteller und Charaktere – angefangenen von einem spielfreudigen Quartett aus dem Theaternachwuchs bis hin zum 75-jährigen Theaterurgestein Ossi Härter. Dieser brillierte im Stück nicht nur als zuständiger Bordelektriker „Funkei“, sondern zeichnete zusammen mit Henry Ilse mit reichlich Erfahrung für den Bühnenbau verantwortlich.
Das Ergebnis war ein Theater im und übers Theater, mit dem der unverzichtbaren Kulturträger in den vergangenen vier Jahrzehnten Geschichte schrieb. Dem Autor gelang es, dem Theater den Spiegel vorzuhalten – mit spielerischen und gestalterischen Erfahrungen, Begebenheiten, Vorkommnissen, dem Zusammenspiel von Vorstand und Regie, der Rollenverteilung und den Charakteren, mit Masken, Kostümen und dem handwerklichen Können.
Ein humorvoller Blick
hinter die Kulissen
Somit hatten die Zuschauer die Möglichkeit – verbunden mit viel Humor, Heiterkeit, Selbstironie und Dramatik – einen Blick hinter die Kulissen einer soliden Gemeinschaft aus Herz und Leidenschaft zur darstellenden Kunst zu erhaschen.
Und das war auf der Bühne zu erleben: Eine mehr oder weniger erfolgreiche Theatergruppe präsentiert zum 40. Mal ein eigenes Theaterstück ihres Regisseurs Paul Dichter (Richard Jegg). Um dem Stück zum Erfolg zu verhelfen, hat sich Theatermanager „Didi“ (Robert Jegg) eine geheime Aktion einfallen lassen, mit der sich das Ensemble während der Vorbereitungshandlung zum Titel „D´Elli vo da Mühl“ allerdings mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert sieht. Vor allem ist das Nervenkostüm von Theaterdirektor „Werner von Glanz“ (Wolfgang Himmelstoß) erheblich angekratzt, was ein Bericht von Theaterkassier Walter (Michael Jegg) noch verschlechtert.
Auch lässt die Stimmung des Ensembles zu wünschen übrig. Der Ruf nach einer Veränderung, etwa mithilfe eines anspruchsvollen Stücks unter dem Motto „Antik is in!“ wird vonseiten der Spieler laut. Regisseur Paul Dichter zeigt zunächst für diesen Ansatz wenig Verständnis, lässt sich aber in einem Zwiegespräch mit Theaterchef „Didi“ zur Aufführung der Tragödie „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare überzeugen.
Die rettende Idee zur Besetzung geeigneter Rollen ist ein Casting, zu dem sich ganz besondere und außergewöhnliche „Talente“ melden und dabei gehörig die Lachmuskeln des Publikums in der Max-Joseph-Halle kitzeln und Zwischenapplaus ernten. Verwirrungen und Chaos sind zumindest bei „Antik is in!“ vorprogrammiert, die letztlich Shakespeare gerecht werden und tragikomisch enden soll. Einzigartig gelang es den Schauspielern im Stück von Roman Hörfurtner in verschiedene Rollen zu schlüpfen und den entsprechenden Charakteren – zum einen bei „D’Elli vo da Mühl“ und zum anderen bei „Antik is in!“ – anzupassen. Spürbar in allen Handlungen, Gesten, Liebschaften, Eifersüchteleien oder beim Einbringen von Ideen waren Liebe, Herz und Leidenschaft aller Akteure – verbunden mit langer und teils 40-jähriger Verbindung zum Theater in Großkarolinenfeld.