Raubling-Großholzhausen – Mit dem Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, gesungen vom Kirchenchor St. Georg, wurde der Seelengottesdienst für die im Alter von 88 Jahren verstorbene Dorothea Gschwendtberger eröffnet. Dorothea Gschwendtberger wurde 1937 in Breslau geboren. Bei der Flucht 1945 führte sie der Weg über Bochum nach München, wo sie durch den Suchdienst des Roten Kreuzes den Vater wieder fanden. Damit die elfjährige Dorothea, geschwächt durch die Entbehrungen der Flucht und der Nachkriegszeit, wieder zu Kräften kommen konnte, kam sie durch die sogenannte Kinderverschickung für sechs Wochen in die Schweiz. Nach der Schulzeit machte sie eine Lehre zur Lebensmittelverkäuferin. Sie lernte ihren Mann Stefan kennen. Die beiden heirateten 1962 in München. In den folgenden Jahren wurden Angela und Beate geboren. Der Ehemann fand einen neuen Beruf als Zollbeamter und dies führte die Familie erst nach Bayrischzell und dann nach Kiefersfelden. Sohn Stefan wurde geboren. Die Eheleute erbauten sich mit viel Eigenleistung ein Haus, das 1979 bezogen wurde. Dorle Gschwendtberger lebte für ihre Familie, kümmerte sich um alles. Ihren zehn Enkeln schenkte sie viel Liebe und Zeit und war mit ihrem Ehemann stets zur Stelle, wenn es um die Betreuung ging. Besonders stolz war sie auf ihre neun Urenkel. Im Rentenalter unternahm das Paar Ausflüge und Urlaube, genoss das Leben zu zweit. 2009 erlitt der Ehemann einen Schlaganfall, 2015 starb er. Das Haus wurde zu groß und sie suchte sich eine Wohnung in Brannenburg. Dorle Gschwendtberger war eine fröhliche Frau, in Großholzhausen beliebt und gerne gesehen. Martin Kaffl ehrte die geliebte Oma, indem er die Urne zur letzten Ruhestätte trug.