Katharina Schulze im „Grünen Klassenzimmer“

von Redaktion

Die Landtagsabgeordnete Katharina Schulze besuchte das „Grüne Klassenzimmer“ der Otfried-Preußler-Schule in Stephanskirchen. Bei dem Besuch ging es um einen Austausch über Bildung, die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen sowie fehlende Mittel für Schulprojekte.

Stephanskirchen – „Alles ist viel zu sehr von Erwachsenen bestimmt“, sagt Karen Pape, Lehrerin an der Otfried-Preußler-Schule (OPS) in Stephanskirchen. Sie richtet sich dabei an Landtagsabgeordnete Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen, die nach Stephanskirchen gekommen war, um das „Grüne Klassenzimmer“ zu besichtigen.

Bei dem Termin, organisiert vom Ortsverband der Grünen Stephanskirchen-Riedering-Rohrdorf, ging es um mehr, als eine Blühwiese für Insekten geschaffen zu haben. Es ging es um Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, Möglichkeiten von Bildung und um Grenzen der Finanzierbarkeit.

Mehr als nur Lebensraum
für Pflanzen und Tiere

Pape erklärte den Ursprungsgedanken des Projekts und den Entstehungsprozess: Ab Herbst 2023 arbeiteten rund 60 Schülerinnen und Schüler an dem Projekt, das im Juni 2025 eingeweiht wurde. Auf rund 1.200 Quadratmetern hatten die Kinder der Klassen zwei bis sechs die Möglichkeit, Biotope anzulegen und so Lebensräume für heimische Pflanzen- und Vogelarten zu schaffen. Der Clou dabei: Die Kinder sind die Plangeber, die Erwachsenen führen aus.

Wie Pape erklärte, wurde die landwirtschaftliche Pachtfläche 2022 frei. Die Gemeinde stellte der OPS das Grundstück für schulische Zwecke zur Verfügung. Gemeinderätin Janna Miller (Grüne) ergänzte, dass es einiges an Werbung und Überzeugungsarbeit im Gemeinderat gekostet habe, damit das ganze Gremium zustimme. Die dauerhafte Pflege des Grundstücks und Angst vor Vermüllung seien Argumente dagegen gewesen. Letztlich stimmte der Gemeinderat aber zu.

Das Projekt wurde realisiert in Zusammenarbeit mit der Landschaftsarchitektin Franziska Masur. Die Schüler überlegten, was und wie sie es gerne hätten, Masur zeichnete die Pläne und setzte sie um. Frei nach dem Motto: Mitbestimmen und Mitgestalten. Neben einer Eidechsenburg bekamen auch eine Blühwiese sowie zahlreiche Sträucher und Stauden eine Heimat.

Genutzt werden, so Pape, könne das Naturklassenzimmer für Unterricht wie Heimat- und Sachunterricht oder Biologie. Theoretisch könne es aber auch für andere Unterrichtsfächer geöffnet werden. Das „Naturklassenzimmer“ sei aber nicht nur für die Schüler da – das Gelände steht auch der Öffentlichkeit zur Verfügung und wird von Familien oder Spaziergängern gerne zum Verweilen genutzt.

Schulze zeigte sich beeindruckt über die Möglichkeit, die durch „Ideen und Engagement“ entstehen können. „Toll, dass es Leute vor Ort gibt, die einfach machen“, sagte sie. Schule müsse ein Ort sein, der Kinder und Jugendliche am besten aufs Leben vorbereitet – „auch offline“.

Sie erkundigte sich auch, ob die Haushaltslage der Gemeinde solche Projekte zulasse. Dass die Gemeinde über Rücklagen verfügt und die Möglichkeit hat, ein Grundstück zur Verfügung zu stellen, beeindruckte die Landtagsabgeordnete. Oft gibt es wenig Projekte im Unterrichtsalltag, da es im Bildungsbereich an der Finanzierung mangele.

Was fehlt? – Mehr Geld für
Projektarbeit an Schulen

Katharina Schulze wollte wissen, was die Staatsregierung in puncto Bildung machen könnte, um die Projektarbeit an Schulen zu unterstützen. Ein Budget für diese Projekte fand Pape, Geld für Weiterbildung von Personal, meinte Miller. Pape ergänzte, dass es eben gar nicht notwendig sei, dass Lehrkräfte sich spezifisches Wissen aneignen, um Projekte umzusetzen. „Es ist so viel Expertise draußen, aber auch die können es nicht umsonst machen“, meinte sie. Gerade am Land sei die Vernetzung mit lokalen Akteuren gut – aber nicht umsonst.

Auch weitere bildungspolitische Themen wie die Ganztagsschule, ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und für die Zukunft geplante Projekte wurden besprochen. Anschließend ging es zur Eisdiele vor dem Stephanskirchener Rathaus zum Bürgerdialog, bei dem auch Bürgermeister Karl Mair vorbeischaute.

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