Polizei warnt: Telefonbetrug nimmt zu

von Redaktion

Brannenburger Bürgerversammlung beleuchtet Sicherheitslage – Bürgermeister zieht ein letztes Mal Bilanz

Brannenburg – Telefonbetrug und Verkehrssicherheit, aber auch Vereine, Jugendarbeit und Investitionen standen im Fokus der Bürgerversammlung in Brannenburg. Matthias Jokisch zog eine letzte umfassende Bilanz seiner Amtszeit als Bürgermeister und gab einen Ausblick auf kommende Projekte.

Mehr Verkehrsunfälle, mehr Internetbetrüger und trotzdem eine gute Sicherheitslage– so das Fazit von Polizeihauptkommissar Jens Krüger für die Gemeinde Brannenburg und die zehn anderen Gemeinden im Einsatzbereich der Polizeiinspektion Brannenburg. In der Bürgerversammlung informierte er darüber, dass sich die Anzahl der Verkehrsunfälle von 88 auf 113 und die Zahl der Verletzten von 18 auf 36 erhöht habe.

Bürger melden immer
mehr Fake-Anrufe

Die gute Nachricht: Körperverletzungs- und Sexualdelikte waren rückläufig. Die Aufklärungsquote ist weiter gestiegen. Die schlechte: Die Internetkriminalität ist deutlich gestiegen – davon betroffen sind alle Altersgruppen. Versuchte Betrügereien am Telefon oder im Internet seien mittlerweile breit gefächert, erläuterte Krüger.

Immer häufiger werden der Polizeiinspektion Brannenburg Anrufe von falschen Polizeibeamten oder Bankmitarbeitern, Anlagebetrug, Fake-Verkäufe auf Online-Plattformen oder vermeintlich lukrative Nebenjobs gemeldet. „Polizei oder Staatsanwaltschaft fordern niemals telefonisch Geld“, machte Polizeihauptkommissar Krüger klar und riet den Brannenburgern, unbekannte Nummern wegen möglicher hoher Kosten nicht zurückzurufen und bei Betrugsversuchen immer die Polizei zu informieren.

Bürgermeister Jockisch
zieht ein letztes Mal Bilanz

Bürgermeister Matthias Jokisch (66) zog auf der Bürgerversammlung ein letztes Mal Bilanz über die Entwicklung der Gemeinde. Er war nicht noch einmal zur Wahl angetreten. Ab Mai übernimmt Christian Zweckstätter die Amtsgeschäfte. Er übernimmt eine lebendige Gemeinde mit 7.110 Einwohnern. Auch im letzten Jahr haben 63 Vereine und Verbände mit über 100 Veranstaltungen Leben in die Dorfgemeinschaft gebracht. Höhepunkte waren das Gautrachtenfest und das Jubiläum der Feuerwehr Brannenburg mit tausenden Gästen. Gut ausgelastet sind die Kindereinrichtungen der Gemeinde: Derzeit sind 87 Kinder in der Kinderkrippe, 235 in den Kindergärten und 132 Kinder im Hort angemeldet. Voraussichtlich kann der ab September bestehende Anspruch der Erstklässler auf Ganztagsbetreuung erfüllt werden. Für Schüler auf dem Weg zur Ausbildung sucht die Gemeinde weiter ehrenamtliche Paten, die den Jugendlichen helfen, ihren individuellen Weg zu finden. Ein wichtiger Baustein der Jugendarbeit ist der seit über 30 Jahren bestehende Jugendtreff, dessen Trägerschaft jetzt vom Diakonischen Werk Rosenheim übernommen wurde. Ein großer Erfolg war auch 2025 wieder das Ferienprogramm, an dem Kinder aus Brannenburg, Flintsbach und Nußdorf teilnahmen.

Erweiterung der
Grund- und Mittelschule

Jockisch warf auch einen Blick in die Zukunft: Eine große Investition steht in Brannenburg mit der Erweiterung der Grund- und Mittelschule an. Die Gesamtkosten liegen dafür bei rund 10,75 Millionen Euro, wovon die Gemeinde etwa 5,11 Millionen Euro stemmen muss. Auf den Weg gebracht wurden die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes und die kommunale Wärmeplanung. Das Sturzflutmanagement wird derzeit vorbereitet.

In Feuerwehren und Katastrophenschutz investierte die Gemeinde im vergangenen Jahr 59.000 Euro. Straßenbaumaßnahmen schlugen mit 184.000 Euro zu Buche, die Kanalsanierung kostete 926.000 Euro. Für die Wendelsteinhalle wurden 37.000 Euro ausgegeben: Bereits ertüchtigt wurden Beleuchtung und Theke, geplant sind noch Arbeiten an Fassade und Holzboden.

Die Sanierung der Trinkwasser-Hochbehälter belief sich auf 85.800 Euro, gemeindeeigene Wohnungs- und Garagensanierungen kosteten rund 90.000 Euro. Die Suche nach einem neuen Pächter für den „Schloßwirt“ geht weiter, nachdem Wolfgang Merx, der Betreiber des Gasthauses „Alpenrose“ in Oberaudorf, wieder vom Projekt zurückgetreten ist. Inzwischen hätten bereits einige konstruktive Gespräche stattgefunden. Um den Betrieb der Gaststätte möglich zu machen, sei bereits die Heizung saniert worden. Ertüchtigt werden zudem Wasserversorgung, Elektrik, Böden und Theke.

Ein wichtiger Pfeiler im Ortsleben, so betonte Jokisch, sei das Christliche Sozialwerk mit seinen vielfältigen Angeboten, darunter das Bürgermobil und das neue SeLA-Projekt zum selbstständigen Leben im Alter. Der Bedarf im Bereich der Asylarbeit sei nach wie vor hoch, um den Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zu helfen, in Deutschland Fuß zu fassen. Weitere ehrenamtliche Unterstützer sind gefragt.

Abschied und Dank
des Bürgermeisters

Der Bürgermeister ging auch auf die Zusammenarbeit mit der slowenischen Gemeinde Kobarid ein: Wirtschaftliche und touristische Verbindungen stünden dabei im Mittelpunkt und könnten schließlich zu einer echten Partnerschaft ausgebaut werden.

Matthias Jokisch dankte allen, die sich auch im vergangenen Jahr engagierten, füreinander da waren und gemeinsam das Leben in Brannenburg gestalteten. Dem neuen Gemeinderat und seinem Amtsnachfolger Christian Zweckstätter wünschte er „ein gutes Miteinander, konstruktive Beratungen und gute Ideen“. Er verabschiedete sich als Bürgermeister mit dem Dank für die gemeinsame Zeit. Wortmeldungen der Bürger gab es in der Versammlung nicht.

Artikel 1 von 11