„Unsere finanzielle Leistungsfähigkeit ist erheblich eingeschränkt“

von Redaktion

Gemeinde Brannenburg muss Erweiterungsbau der Grund- und Mittelschule stemmen

Brannenburg – Das Ergebnis der Jahresrechnung 2025 stellte Kämmerer Roland Berndl im Rahmen der Bürgerversammlung vor. Der Verwaltungshaushalt belief sich auf 18,3 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt auf 8,2 Millionen Euro – beide über dem Planungsansatz. Auf der Einnahmenseite im Verwaltungshaushalt gab es bei der Beteiligung an den Einkommenssteuern eine erhebliche Steigerung auf 5,3 Millionen Euro. „Bei der Gewerbesteuer wurde der Ansatz von 3,7 Millionen letztes Jahr mit 4,25 Millionen Euro deutlich überschritten“, so Berndl.

Bei den Ausgaben schlugen vor allem die Kreisumlage mit über 4,5 Millionen Euro, Ausgaben für soziale Einrichtungen mit 3,65 Millionen Euro und Personalkosten mit 2,96 Millionen Euro zu Buche. Trotz der Kostensteigerungen wurden die Haushaltsansätze eingehalten, sodass es keine bösen Überraschungen gab. Bei der Zuführung zum Vermögenshaushalt verblieb nach Abzug der Mindestzuführung ein Überschuss in Höhe von 456.657 Euro.

Für Baumaßnahmen wurden mehr als 1,6 Millionen Euro und für den Vermögenserwerb 302.262 Euro ausgegeben. 245.697 Euro waren für die Darlehenstilgung fällig, die Zuweisung für Investitionen (Schulverband und Wasserbeschaffungsverband) belief sich auf 459.158 Euro.

Gegenfinanziert wurden die Investitionen unter anderem durch die Zuführung vom Verwaltungshaushalt (955.957 Euro), Zuschüsse (510.622 Euro) und Veräußerung (842.606 Euro).

Zum Jahresende beliefen sich die Verbindlichkeiten der Gemeinde auf 3,5 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 526 Euro entspricht. Zusammen mit den Verbandsschulden ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 979 Euro.

2025 war zwar keine Kreditaufnahme notwendig, allerdings mussten 224.622 Euro aus der gemeindlichen Reserve entnommen werden. Zum Jahresende waren in den gemeindlichen Rücklagen knapp fünf Millionen Euro vorhanden.

In den nächsten Jahren, so der Kämmerer, werden die Belastungen durch den Erweiterungsbau der Grund- und Mittelschule deutlich steigen, da auf Brannenburg Kosten von über fünf Millionen Euro zukommen. 2026 wird es noch keine Neuverschuldung geben, aber durch die laufenden hohen Kosten im Verwaltungshaushalt steht die Gemeinde in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen, besonders durch die Kreisumlage, die Kosten für die Kinderbetreuung und die Schulhauserweiterung, wo auch ein Teil des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung abgedeckt wird. Kämmerer Berndl: „Unsere finanzielle Leistungsfähigkeit ist schon 2026 erheblich eingeschränkt und könnte auf längere Sicht sogar gefährdet sein, wenn Bund und Freistaat nicht gegensteuern und den Gemeinden mehr Mittel für diese übertragenen Aufgaben zur Verfügung stellen.“ mc

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