Bad Endorf – Die Sanierung der Thermalbohrung in Bad Endorf sollte längst abgeschlossen sein. Jetzt wird das Millionenprojekt neu strukturiert und sogar der Bohrturm abgebaut. Dabei sollten die Arbeiten an der ältesten Quelle der Bad Endorfer Gesundheitswelt, der Thermalbohrung GWC II, längst abgeschlossen sein.
Geschätzte Kosten
bereits überschritten
Doch das Projekt ist technisch anspruchsvoll: Seit einem Jahr sorgt die 65 Jahre alte Bohrung immer wieder für Überraschungen. Im April 2025 begannen die Arbeiten. Schon nach wenigen Wochen mussten sie abgebrochen werden. „Eingriffe in knapp fünf Kilometern Tiefe sind komplex“, verdeutlicht Dominique Hannig, Generalbevollmächtigte Touristik der Gesundheitswelt Chiemgau AG.
Der technische Ablauf der Bohrung musste mehrfach angepasst werden, zusätzliche Schutz- und Entgasungseinrichtungen waren erforderlich. „Die geschätzten Kosten von 11,5 Millionen Euro wurden bereits überschritten“, so Hannig.
Spezialisten der MND-Bergbaugruppe wurden mit der Sanierung beauftragt. Es ist eines der wenigen Unternehmen in Europa, das über die Erfahrung und das spezielle Know-how für derart anspruchsvolle Tiefenprojekte verfügt. Im September wurde die Bohranlage „RIG 40“ mit einem 40 Meter hohen Bohrturm errichtet.
Seit November laufen die Arbeiten in der Tiefe. „Inzwischen ist die Bohrung vom tiefsten Punkt bei etwa 4.850 Metern bis auf rund 1.900 Meter verfüllt“, erläutert Dominique Hannig. „Ab dort werden nun die weiteren Sanierungsschritte noch einmal sorgfältig geprüft.“
„RIG 40“ wird durch
kleineren Bohrturm ersetzt
Ursprünglich sollten die Arbeiten bis Ende vergangenen Jahres abgeschlossen sein. „Doch der Umfang des Projekts und die technischen Anforderungen an eine dauerhaft sichere und stabile Lösung haben zu einer Verlängerung der Projektlaufzeit geführt“, so Hannig.
Hinzu komme nun ein organisatorisches Problem: Der „RIG 40“-Bohrturm ist vertraglich bereits für ein anderes Projekt eingeplant. „Deshalb wird er von der MND-Bergbaugruppe derzeit abgebaut und durch einen etwas kleineren Bohrturm ersetzt“, informiert Dominique Hannig.
Die neue Anlage soll Mitte Mai in Betrieb gehen. Wie lange sie dann im Einsatz sein wird, lässt sich derzeit noch nicht konkret abschätzen.
Die Sanierung der Bohrung „GWC II“ war erforderlich geworden, weil aus dem Förderrohr unkontrolliert Wasser in die Umgebung sickerte. Trotz der laufenden Arbeiten sprudelt in den Chiemgau Thermen natürlich weiterhin gesundes Heilwasser. Aktuell stammt es aus der rund 2.500 Meter tiefen Bohrung „GWC III“. Für die Betriebssicherheit der Chiemgau Thermen werden perspektivisch aber beide Quellen gebraucht.