Bad Endorf/Antwort –Ein ganz besonderes Jubiläum hat Georg Sommer kürzlich gefeiert: seinen 95. Geburtstag. Zu diesem Anlass überbrachte Bürgermeister Alois Loferer persönlich die herzlichsten Glückwünsche der Gemeinde und würdigte das bewegte und arbeitsreiche Leben des Jubilars.
Georg Sommer wurde 1931 in Hagengrün im Egerland geboren. Seine Eltern zogen vier Kinder groß – Georg war der Jüngste, neben seinen Geschwistern Rettl (1921), Bertl (1923) und Emil (1925). Die Familie lebte bis 1946 in Voitersreuth, einem Grenzort zu Schönberg im Vogtland.
Das Jahr 1946 stellte einen tiefen Einschnitt dar: Wie viele andere musste auch die Familie Sommer die Heimat verlassen. Die Vertreibung erfolgte unter schwierigen Bedingungen – in Viehwaggons, mit nur 30 Kilogramm Gepäck pro Person.
Am 1. Mai 1946 erreichte die Familie Rosenheim. Zunächst lebte die Familie im Barackenlager, später in verschiedenen Orten wie Raubling, Rosenheim und Rimsting. 1949 fanden sie schließlich eine feste Bleibe in Westernach.
1951 fand Georg Sommer sein Glück. Er lernte Anni Fellner aus Westernach kennen, die er 1960 heiratete. Das junge Paar wohnte zunächst in Bergham. 1971 konnten sie in das eigene Haus in Antwort einziehen. Das Ehepaar gründete eine Familie: Tochter Gabriele wurde 1973 geboren und Sohn Georg folgte 1975.
Seine schulische Laufbahn begann Georg Sommer 1937 mit der Volksschule in Voitersreuth. Ab 1941 besuchte er die Hauptschule in Wildstein bei Eger, vergleichbar mit der heutigen Realschule. Unmittelbar nach der Ankunft in Bayern begann er am 1. September 1946 eine Lehre zum Maschinenbauer bei der Firma Link in Endorf. Bereits 1949 schloss er diese erfolgreich als Geselle ab.
Mit großem Fleiß und Engagement entwickelte er sich weiter: 1959 wurde er Landmaschinenvertreter bei der Firma Link und war vielen in der Region als „Link Schorsch“ bekannt. 1982 übernahm er gemeinsam mit Alois Schuhbeck die Geschäftsführung des Unternehmens. Nach dem Tod des Inhabers Walter Link wurde der Betrieb 1985 eingestellt.
Georg Sommer blieb jedoch weiterhin aktiv und arbeitete anschließend als Landmaschinenvertreter bei der Firma Höflschweiger. Bürgermeister Alois Loferer würdigte bei seinem Besuch insbesondere die Lebensleistung des Jubilars: „Georg Sommer steht für eine Generation, die trotz schwerer Anfangsjahre mit großem Einsatz, Mut und Durchhaltevermögen ihr Leben aufgebaut hat. Sein Werdegang verdient höchsten Respekt.“ Im Kreise seiner Familie und Freunde blickt Georg Sommer auf ein erfülltes Leben zurück. amf