Samerberg – Ein besonderes Jubiläum können Gemeinde, Gastgeber, Bürger und Gäste auf dem Samerberg in diesem Jahr feiern: Es sind genau 50 Jahre, seitdem der Samerberg die staatliche Anerkennung als Erholungsort bekommen hat. Das Jubiläum nehmen Gemeinde, Tourismusverein und Gäste-Information zum Anlass, um die Bevölkerung zu einem Festabend mit interessantem Rückblick einzuladen. Die bilderreiche und musikalisch gewürzte Zeitreise durch mehr als 50 Jahre Erholungsgeschichte Samerberg beginnt heute, Samstag, um 19.30 Uhr im Gasthaus Maurer in Grainbach. Der Eintritt ist frei.
Fremdenverkehr
im Aufbruch
Die Anerkennung zur Unterstützung des im Aufbruch befindlichen Tourismus in Bayern erhielt die Gemeinde Samerberg 1976. Sechs Jahre zuvor kam es zu einem freiwilligen Zusammenschluss der vormals selbstständigen und mit eigenen Verkehrsvereinen agierenden Gemeinden Grainbach, Roßholzen, Steinkirchen und Törwang zur neuen Gemeinde Samerberg. Die Gemeindegründung war acht Jahre vor der allgemeinen Gebietsreform in Bayern (1978), und die Freiwilligkeit erhielt von der Staatsregierung unter dem damaligen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß auch einen finanziellen Anreiz.
Die Vorstandschaft des Tourismusvereins Samerberg sowie die Gäste-Information in Törwang haben sich in enger Abstimmung mit der Gemeinde Samerberg und mit einem eigenen Arbeitskreis auf den Festabend vorbereitet. Dazu heißt es: „Freuen Sie sich auf einen festlichen Abend mit Rückblicken, Geschichten und Begegnungen. Lassen Sie sich von den Geschichten und Bildern überraschen und verzaubern und staunen Sie, was der Samerberg schon vor 50 Jahren alles zu bieten hatte“. Die Reise der Bilder und Informationen reicht von der Wiege des Tourismus bis ins digitale Zeitalter von heute. Zum festlichen Charakter des Abends werden auch Hans Wiesholzer mit Musik, überraschende Einlagen und eine Verlosung beitragen. Bereits vor 50 Jahren hat es Werbeprospekte für den Samerberg gegeben. Der erste Zimmernachweis für den nunmehr anerkannten Erholungsort stellt das Urlaubsdomizil unter anderem im Jahr 1976 wie folgt vor: „Von den Autobahnausfahrten Rohrdorf sowie Parkplatz bei km 65 der Autobahn München-Salzburg und Ausfahrt Brannenburg der Autobahn München-Kufstein (Inntalautobahn) gelangen Sie auf gut ausgebauten Straßen zum einmalig schönen Ferienparadies Samerberg mit seinen schmucken Bergdörfern Grainbach, Törwang, Steinkirchen und Roßholzen. Wald-, Wiesen- und Bergwanderungen mit prächtigem Rundblick über Hunderte von Alpengipfeln, über Chiemgau und Inntal weit ins Land, vermitteln Ihnen Eindrücke, die Sie so schnell nicht vergessen werden“.
Und weiter heißt es: „Das weite Hochtal besitzt ein mildes, nebelarmes Klima und bietet zu jeder Jahreszeit beste Erholungsmöglichkeiten. Weitab vom Trubel, ohne jegliche Industrie, haben Sie trotzdem infolge der günstigen Verkehrslage die Möglichkeit, alle zwischen München und Salzburg gelegenen Ausflugsziele innerhalb einer Stunde zu erreichen. Vor allem sind sechs Wochen Schönwetter am Stück keine Seltenheit“.
Damals Skilifte in
Grainbach und Roßholzen
In den weiteren Ausführungen und Anpreisungen werden ein Sessellift von Grainbach zur Ebenwaldalm und eine Kabinenbahn auf die Hochries mit schneesicherem Skigebiet genannt. Der Wintergast bekam noch folgende Anreize: „Im Winter finden Anfänger und Fortgeschrittene ein herrliches Skigebiet mit Skiliften in Grainbach und Roßholzen. Skiwanderer und Fußgänger kommen ebenfalls voll auf ihre Kosten. Die Schneeräumung ist vorbildlich, behaupten unsere Besucher. Auch eine Skischule ist vorhanden und Langlaufloipen sind im Winter ausgesteckt.“
1976 wurden für beste Unterbringung Gasthöfe, Pensionen, Privathäuser und Bauernhöfe angeboten. „Dass Sie nicht verhungern müssen, dafür sorgen etwa 15 gastronomische Betriebe“ – so das abschließende Versprechen von damals.