Riedering-Söllhuben – Die Komödie „Den letzten beißt der Hund“ von Regina Harlander hat sich dieses Frühjahr die Theatergruppe des Trachtenvereins Hochlandler Söllhuben ins Programm geschrieben. Und was die Theaterer zu bieten haben, ist an humorvoller Unterhaltung, Situationskomik und charmantem Lokalkolorit kaum zu überbieten.
Den Zuschauern bietet sich im Alten Saal beim Hirzinger in Söllhuben eigentlich nur der gute Blick in die Stube der Familie Beinlich, mehr braucht es auch nicht. Dafür sorgen schon die Schauspieler: Da ist Xaver (Rupert Furtner), der Schwiegertochter Uschi (Andrea Summerer) auf ihrem Weg zur erfolgreichen Kandidatur für den Kreistag nur hinderlich ist. Die vermeintliche polnische Pflegerin Bogdana Kowalsi (großartig, wie Maria Hirthe vom bayerischen zum polnischen Akzent wechselt), die sofort von Uschis Ehemann Reinhard (Florian Rothmayer) akzeptiert wird, ist in Wahrheit die als Kosmetikvertreterin reisende und in finanziellen Schwierigkeiten steckende Gerlinde.
Dass Xaver, von Bogdanas Reizen nicht unangetan, nichts gegen eine solche Betreuung hat, wird schnell augenscheinlich. Wären da nicht Xavers Freund Sepp (Martin Fischer) und dessen Enkel Flori (Andreas Fischer), die ihm in die Quere kommen. Als dann auch noch die Lokalreporterin Frau Greulich (Magdalena Summerer) für ein Interview mit der angehenden Kreistagskandidatin dazustößt, wird es noch turbulenter.
Missverständnisse türmen sich auf, die in der Lokalpresse natürlich sofort breitgetreten werden. Kann Uschi so überhaupt noch Karriere machen? Und wie kann Gerlinde ihren Partner in crime, Johnny, loswerden, der plötzlich unangemeldet auftaucht, um das Gartenhäuschen der Familie als Depot für seine Hehlerware zu benützen?
Der Dreiakter, von Theaterleiter Konrad Fischer charmant inszeniert und von den im Hintergrund wirkenden Mithelfern (für die Maske ist Maria Fischer verantwortlich und als Souffleuse fungiert Gaby Rothmayer) sorgsam begleitet, sorgt für viele Lacher.
Da ist es der bayerische Humor (etwa wenn Bogdana der polnischen Agentur absagt: „Familie Beinlich, wie peinlich nur mit b“ und da sorgen die Kostüme der jeweiligen Agierenden für Lacher (etwa wenn Xaver wie ein junger Gott im Bademantel früh am Morgen auftaucht). Auch wie sich die Geschichte immer turbulenter entwickelt, wie sich die Schauspieler die Pointen zuwerfen und mit ihren Verkleidungen und ihrem Agieren ihren Part ausfüllen, das sorgt für beste Unterhaltung.
Zwischen den Akten sowie davor und danach bleibt genügend Zeit, um sich mit den anderen Zuschauer auszutauschen oder sich zu stärken. Oder auch dem großartig aufspielenden Geschwistertrio Vordermayer zu lauschen.
Am kommenden Wochenende steht noch einmal „Den letzten beißt der Hund“ auf dem Programm, für Samstag, 18. April, und Sonntag, 19. April, sind noch Restkarten beim Hirzinger erhältlich. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, Einlass und Bewirtung im Saal sind bereits ab 18 Uhr.elk