Prutting feiert das Lebensmittel Nummer 1

von Redaktion

„Hahn auf, Wasser kommt“. So schlicht ist für die meisten von uns die Beziehung zu unserem Trinkwasser. Bürgermeister allerdings wissen, dass es beileibe nicht so einfach ist. Auch Johannes Thusbaß aus Prutting.

Prutting – Die Aufgabe, die Wasserversorgung auf dauerhaft sichere Füße zu stellen, hat Johannes Thusbaß über seine ganze erste Amtszeit hinweg verfolgt.

Ein neues taugliches Trinkwassergebiet zu finden, das auch tatsächlich genutzt werden darf, ist nämlich ähnlich mühselig wie die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Ein Grund dafür sind die enormen Auflagen, die an die Umgebung der Brunnen, die sogenannten Trinkwasserschutzgebiete gestellt werden.

Schutzgebiete sind kein
bürokratischer Wildwuchs

Für einen Laien ist da schnell der Verdacht da, dass es sich nicht zuletzt auch um bürokratischen Wildwuchs handelt. Aber nur so lange, bis man das eigene Trinkwasser abzukochen hätte, weil es durch irgendwelche Keime verunreinigt wäre, die im Schutzgebietsbereich eingetragen wurden.

Für Pruttings Bürgermeister hat das jahrelange Bemühen, für den neuen Brunnen ein genehmigungsfähiges Schutzgebiet ausweisen zu können, vor allem auch eines mit sich gebracht: „Mir ist da so richtig klar geworden, dass Trinkwasser eben nicht bloßes Wasser ist, sondern schlicht und einfach unser grundlegendstes Nahrungsmittel, dabei übrigens auch das reinste, das wir haben.“

Und Thusbaß wird seither nicht müde, diese Erkenntnis auch an die Pruttinger weiterzugeben, unter anderem auch durch den großen Trinkwassertag, den die Gemeinde im Oktober 2022 rund um den damals gerade in der Sanierung befindlichen Hochbehälter bei Königsberg abhielt.

Dessen Sanierung sowie alles rund um den neuen Brunnen in Sonnen – Bohrung, Leitungen, Schutzgebietsausweisung – verursachten Kosten von rund zwei Millionen Euro. Die werden, so hat es der Gemeinderat vor Jahren beschlossen, mittels Beiträgen auf die betroffenen Haushalte umgelegt. Zu zahlen in drei Raten. Das tut kurzfristig weh, ist dann aber erledigt. Über Gebühren finanziert, dauerte es 40 Jahre und belastete die Haushalte nicht nur länger, es würde auch teurer: Denn da würden die 1,2 Millionen Euro mit eingerechnet, die die Gemeinde an Zinsen zahlen müsste.

Nach all dem Aufwand soll auch die offizielle Inbetriebnahme des neuen Pruttinger Trinkwasserbrunnens nicht „einfach so“ erfolgen, sondern mit einer kirchlichen Weihefeier. Bei der Vorbereitung stellte sich übrigens heraus, dass solche Feiern offenbar nicht die Regel sind, denn man fand bislang keinen Präzedenzfall, an dem man sich hätte orientieren können. Für Johannes Thusbaß ein Grund mehr, die „Brunneneröffnung“ feierlich zu begehen.

Weihefeier für das
Grundnahrungsmittel

Denn für ihn genügt es nicht nur, dass man einfach irgendwo im Hinterkopf hat, dass Trinkwasser ein Lebensmittel ist, „man muss sich seine Bedeutung als Lebensmittel Nummer 1 einfach immer wieder mal ganz klar machen“, sagt Thusbaß. Und damit die Tatsache, dass etwas, nur weil es leicht verfügbar zu sein scheint, nicht auch selbstverständlich ist.

Die Weihefeier der neuen Trinkwasserversorgung findet am Samstag, 18. April, um 15.30 Uhr am Standort des neuen Brunnens im Sonnenholz statt, alle Pruttinger sind dazu eingeladen. Parkmöglichkeiten gibt es am Landkreis-Parkplatz oder am Parkplatz Badeplatz Forst am See.

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