Nußdorf – In der Gemeinde sorgt ein ungewöhnlicher Fund an der Abfallsammelstelle für Ärger, Unverständnis und viele Fragen. Unter dem Grüngut in einem Container wurden vier kleinere Platten entdeckt, die möglicherweise asbesthaltig sind. Der Landkreis reagierte umgehend, sperrte den betroffenen Container und ließ ihn sichern. Inzwischen ist die Entsorgung für die Bürger jedoch wieder gewährleistet.
Asbestgefahr? Container
wurde sofort gesperrt
Bemerkt wurden die Platten nach Angaben des Landratsamts am Mittwoch, 8. April, gegen 10 Uhr. Entdeckt habe sie ein aufmerksamer Fahrer der Landkreismüllabfuhr, als das in Nußdorf gesammelte Grüngut wie üblich verladen und abtransportiert werden sollte. Der Verladevorgang sei sofort unterbrochen worden. Ob die Platten tatsächlich Asbest enthalten, klärt eine Analyse.
Zugleich bemüht sich die Behörde um Beruhigung. Zu keiner Zeit habe eine akute Gefahr für Mitarbeitende oder für die Bevölkerung bestanden, teilt das Landratsamt mit. Da das Material nicht gebrochen worden sei, seien auch keine Fasern freigesetzt worden. Von Asbestprodukten gehe vor allem dann eine Gefahr aus, wenn sie zerbrechen, zersägt oder auf andere Weise bearbeitet würden.
Der betroffene Container befindet sich inzwischen gesichert und abgedeckt auf dem Betriebsgelände der Landkreismüllabfuhr. Derzeit werde zusammen mit einem Sachverständigenbüro geklärt, ob die Platten tatsächlich asbesthaltig sind. Sollte sich der Verdacht bestätigen, werde das Material fachgerecht getrennt und entsorgt.
Für die Bürger in Nußdorf ist vor allem wichtig, dass die Grüngutentsorgung nicht länger ausfällt. Das Landratsamt betont, der Service für die Bürger habe einen hohen Stellenwert. Bereits kurz nach dem Vorfall seien am selben Platz wieder Container für Grüngut mit dem gleichen Gesamtvolumen bereitgestellt worden. Gerade jetzt im Frühjahr dürfte das viele beruhigen, denn mit der Gartensaison steigt erfahrungsgemäß auch das Aufkommen an Grünabfällen deutlich an.
Mit deutlicher Verärgerung reagierte auch Nußdorfs Bürgermeisterin. Es könne nicht sein, dass einzelne Bürger durch ein „derart rücksichtsloses Verhalten“ einen wichtigen Service für alle gefährden. Besonders empörend sei, dass an den Grüngutcontainern immer wieder auch Kinder mithelfen oder von ihren Familien mit dem Entsorgen von Gartenabfällen beauftragt würden, macht Susanne Grandauer klar. Deren Gesundheit dürfe unter keinen Umständen durch illegale und möglicherweise gefährliche Ablagerungen gefährdet werden. Ein solches Verhalten sei „unsolidarisch, verantwortungslos und gegenüber der gesamten Dorfgemeinschaft nicht hinnehmbar“.
Nach Einschätzung des Landratsamts handelt es sich nicht um ein alltägliches Problem. Solche Fälle seien Einzelfälle.
Der Landkreis verweist darauf, dass auf seinen Internetseiten Informationen zur richtigen Entsorgung von Abfällen und insbesondere auch zu problematischen Stoffen wie Asbest bereitstehen. Darüber hinaus werde jeder Haushalt im Landkreis einmal im Jahr per Postwurfsendung über die richtige Entsorgung von Problemabfällen informiert. Wer unsicher sei, könne sich außerdem an die Abfallberatung des Landkreises wenden.
Sollte der Verursacher ermittelt werden, drohen nach Angaben des Landratsamts empfindliche Konsequenzen. Wer Abfälle illegal ablagere oder entsorge, handle ordnungswidrig und müsse mit hohen Geldbußen rechnen. Bei einem unerlaubten Umgang mit asbesthaltigem Material könne im Einzelfall sogar eine Straftat vorliegen, die mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden könne. Der Fall werde derzeit abfallrechtlich behandelt. Sobald feststehe, um welches Material es sich handle, komme gegebenenfalls eine Weitergabe an die Staatsanwaltschaft in Betracht.
Landratsamt bittet
Zeugen um Hinweise
Das Landratsamt richtet einen klaren Appell an die Bevölkerung: Die Bürger sollten ihre Abfälle bewusst und ausschließlich über die jeweils vorgesehenen Entsorgungswege beseitigen. Falsch entsorgte Abfälle schadeten nicht nur Umwelt und Mitmenschen, sondern verursachten auch vermeidbare zusätzliche Kosten, die letztlich von der Allgemeinheit über die Abfallgebühren getragen würden. Im konkreten Fall der eventuell asbesthaltigen Platten nimmt das Landratsamt Hinweise auf den Verursacher aus der Bevölkerung entgegen.