Nußdorf – Es sind oft nicht die großen Gesten, die ein Vereinsleben tragen, sondern die vielen verlässlichen Beiträge im Hintergrund. Beim Obst- und Gartenbauverein Nußdorf wurde das bei der Jahresversammlung einmal mehr deutlich.
Der Rückblick zeigte, wie breit das Engagement der Gartler aufgestellt ist. Die Vorstandschaft pflegte die Beete am Vereinsgelände und rund um den Dorfanger, kümmerte sich um die Blühwiese am Rain und hielt die Wege an der Streuobstwiese in der Winkelwies instand.
Besonders viel Raum nimmt im Verein seit Jahren die Kinder- und Jugendarbeit ein. Die Gartenwichtel bauten Vogelhäuser, banden Palmbuschen und gestalteten vor dem Muttertag kleine Geschenke mit gepressten Blüten. Auch das Kürbisprojekt mit der vierten Klasse der Grundschule wurde fortgesetzt.
Dass der Verein nicht nur Veranstaltungen organisiert, sondern auch langfristige Projekte verfolgt, zeigte sich an der Streuobstwiese. Dort wurde ein neues Insektenhotel errichtet, das von den Gartenwichteln befüllt und später mit einem eigens angefertigten Dach vervollständigt wurde. Ende August ließ der Verein außerdem die Obstbäume fachgerecht schneiden. Gut angenommen wurde das Obstbaum-Förderprogramm.
Neben Arbeitseinsätzen und Projekten blieb auch Raum für Begegnung und fachlichen Austausch. Eine Lehrfahrt führte zur Staudengärtnerei Müller nach Soyen, wo die Teilnehmer Einblicke in Vermehrung, Sortenvielfalt und Aufzucht erhielten. Im September erläuterte Marinus Nieder-thanner bei einer Führung auf seiner Apfelplantage in Oberaudorf den regionalen Obstanbau. Und auch bei der Jahresversammlung ging es nicht nur um Formalien: Georg Schmötze sprach über biologischen Gemüsebau, samenfeste Sorten, Bokashi, Pflanzenkohle, Hochbeete und Bodenpflege.
Fest verankert ist der Verein auch im Jahreslauf des Dorfes. Zur Osterzeit wurde der Dorfanger mit Narzissen und Holzosterhasen geschmückt, zu Mariä Himmelfahrt banden Mitglieder Kräuterbuschen. Im Herbst entstanden die Kürbismandl für den Dorfanger, bevor Ende September das traditionelle Apfelkuchenfest stattfand. Weniger erfreulich fiel der Rückblick auf den Pflanzenflohmarkt aus: Wegen zu geringer Beteiligung wird er heuer ausgesetzt.
Der bewegendste Moment des Abends galt Maria Liegl. Die frühere Vorsitzende wurde für 35 Jahre Mitgliedschaft und ihren langjährigen Einsatz geehrt. Sie erhielt einen Blumenstrauß, die Ehrennadel in Silber und eine Urkunde des Bezirksverbands Oberbayern für Gartenkultur und Landespflege. Zur Ehrung war auch Thomas Pummerer, Zweiter Vorsitzender des Kreisverbands für Gartenbau und Landschaftspflege, gekommen. Er gratulierte zudem musikalisch mit Tuba und Gstanzl.
Ganz ohne nachdenkliche Töne endete der Abend allerdings nicht. Mit Blick auf das derzeit brachliegende Vereinsgelände an der Schule warb Wolfgang Gar um mehr Unterstützung bei Pflege und Gestaltung. Denn: Ein Verein mit vielen Ideen, festen Traditionen und großem Gemeinschaftssinn lebt davon, dass viele mit anpacken. re