Mischgebiet Steinwiesen nimmt nächste Hürde

von Redaktion

Gemeinderatsbeschluss 20:1 – Bebauungsplan geht nun in das förmliche Beteiligungsverfahren

Riedering – Nach fast zweieinhalb Stunden Präsentation und Debatte im Gemeinderat kam es zum Beschluss: Der Planentwurf für das „Gewerbe- und Urbanes Gebiet Steinwiesen“ wurde mit großer Mehrheit gebilligt und soll nun förmlich ausgelegt werden.

Schon im September 2023 hatte das Gremium mit großer Mehrheit die Entwürfe für den Aufstellungsbeschluss für das Gewerbe- und Mischgebiet gebilligt, es folgten zwei Bürgerveranstaltungen.

Bäckerei und
ein Raum für Vereine

Im Planungsgebiet sollen im Südosten mehrere Wohnhäuser und Bürogebäude angesiedelt werden. Im sogenannten Bereich Mitte soll die alte Rosstränke mit Bäckerei und Café sowie einem Raum für Vereine zu neuem Leben erweckt werden. Der Bach hinter dem Gebäude wird in den Mittelpunkt rücken, eine Brücke soll den Südosten und die Mitte verbinden. Im Südwesten soll Gewerbe entstehen. Ein breiter Grünstreifen entlang der Lauterbacher Straße wird die neuen Gebäude von der Straße abschirmen.

Ende 2024 erfolgte die frühzeitige Öffentlichkeits- und Trägerbeteiligung. Die dazu eingegangenen Stellungnahmen habe man sorgfältig geprüft, erklärte Peter Rubeck von der BEGS GmbH in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er sei optimistisch, was die Anzahl der Einwände nach der förmlichen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange angehe, sagte Rubeck.

Einige redaktionelle Änderungen und Anpassungen sind vorzunehmen, wie beispielsweise die Anpassung des Schallschutzgutachtens an die aktuelle Planung oder die Anpassung an die Neubewertung des Hochwasserschutzes. Mehrere Ämter und zahlreiche Bürger hatten hierzu angemerkt, dass das Baugebiet unmittelbar an das ermittelte, aber noch nicht festgesetzte Überschwemmungsgebiet des Röthbachs bei einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) angrenze.

Das Ingenieurbüro Aquasoli hat nun die Situation neu bewertet. In dem Gutachten heißt es, dass das Plangebiet nicht selbst durch ein Hochwasser der Kategorie HQ100 gefährdet sei und dass die Umsetzung der Planung auch nicht die Hochwassersituation auf Grundstücken außerhalb des Plangebiets verschlechtere. Katja Förster vom Siegsdorfer Ingenieurbüro Aquasoli erläuterte, dass man sich in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt für eine optimierte Planung mit Risikoreduktion entschieden habe. Ein erforderlicher Retentionsraumausgleich im Altarmbereich und eine Berme im Bereich der Rosstränke seien herzustellen. Auf Nachfrage von Georg Staber (FWGR) erklärte Förster, dass eine Berme ein Absatz in der Böschung eines Dammes sei. Hier werde man im konkreten Fall das Ufer absenken und die Sole erweitern.

Den Einwänden der Unteren Naturschutzbehörde begegnete Bauamtsleiterin Birgit Solvar Steinbacher mit dem Verweis auf den Umweltbericht mit einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung. Weitere Einwände kamen von der Abteilung Hoch- und Tiefbau des Landratsamts. Die Sichtdreicke seien nunmehr auf 110 Meter aktualisiert und die Zufahrten so dimensioniert, dass „Ein- und Ausfahrten …. ohne Nutzung der Gegenfahrbahnen befahren werden können.“

Steinbacher verlas auch alle Abwägungen zu den insgesamt 13 eingegangenen Einwänden vonseiten der Bürger. Zurückgewiesen wurde unter anderem der Vorwurf, dass „auf die bestehende Bebauung keine Rücksicht genommen wird“. Steinbacher verwies hier auf die zahlreichen zum Bebauungsplan erstellten Gutachten.

Abschließend teilte Steinbacher mit, dass der Antragsteller für den Bebauungsplan anstelle eines Mischgebiets künftig ein Urbanes Gebiet (MU) festsetzen wolle. Rubeck zeigte auf zahlreichen Plänen die Anpassungen im Bebauungsplan, wie beispielsweise die Grünordnung oder die Ausgleichsmaßnahmen.

Christine Banjai (FGWR) erkundigte sich nach der Ausgleichsfläche östlich des geplanten Gebiets. Der Graben werde naturnah ausgebaut und ein Ufersaum eingesät, erklärte Rubeck. Benedikt Ganter (WGS) hakte beim Begriff „Urbanes Gebiet“ und der Grundflächenzahl von 0,6 nach, die festlegt, welcher Anteil einer Fläche maximal bebaut werden darf. Die verdichtete Wohnbebauung schone Außenbereichsflächen, sagte Rubeck. Bürgermeister Vodermaier fügte hinzu, dass nichts dichter werde als ursprünglich angedacht.

Beschluss erfolgt
mit großer Mehrheit

Da keine weiteren Nachfragen kamen, stellte Vodermaier den Beschluss zur Abstimmung: die Billigung des Planentwurfs für Flächennutzungsplan und Bebauungsplan sowie den künftigen Arbeitstitel „Steinwiesen.“ Nach der Einarbeitung der Änderungen soll die förmliche Öffentlichkeits- und Trägerbeteiligung erfolgen. Mit 20:1 wurde der Beschluss angenommen.

Zahlreiche Bürger waren der Sitzung gefolgt und äußerten teilweise murmelnd ihren Unmut. Matthias Pummerer (FWGR) wandte sich deshalb nach der Beschlussfassung an das Publikum und sagte, dass sich der Gemeinderat sehr wohl Gedanken über das Vorhaben gemacht habe. Er fände es schade, dass sich kein Niedermoosener bereitgefunden habe, sich im neuen Gemeinderat einzubringen.

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