Prutting – „Wo sind wir denn da, warum sind wir nach unserem Ableben hier gelandet und warum gerade wir vier? Oder hat uns gar der Herrgott vergessen?“ – diese Fragen stellen sich Rudi, Lilli, Blasi und Annamirl, als sie in der „Hinterweltsboazn“, dem Titel des aktuellen Pruttinger Bauerntheaters, landen. Die Komödie in drei Akten vermittelt einen Eindruck zwischen den Welten und wird von der Theatergemeinschaft Prutting zum heurigen 60. Theaterjubiläum gespielt. Der überaus gelungenen Premiere im voll besetzten Dorfstadl von Prutting folgen noch weitere Aufführungen bis Donnerstag, 30. April.
Die „Hinterweltsboazn“ als Zwischenstation zwischen Himmel und Hölle bringt Leute zusammen, die in ihrem Leben eher etwas durcheinandergebracht haben. Zum Quartett einer unfreiwilligen und vorübergehenden Wohngemeinschaft gehören ein Buchhalter, der es im Berufsleben allzu genau genommen hat, ein Gelegenheitsdieb, eine gschnappige Kellnerin, die den Ehemännern mehr gab als nur das Bier und eine mehr als notwendig betende und singende Pfarrersköchin.
Gespielt wurden diese von Hubert Fischer, Claudia Watzka, Kilian Ober und Olivia Glonner, die zugleich Regie führte. Für eine mehr oder weniger zufriedenstellende Bewirtung der „Zwischenstations-Gäste“ waren zuständig Benedikta Hannibal (zugleich Vorsitzende der Theatergemeinschaft) als Wirtin („Promille-Dotscherl“) und ihr wortkarger Hausl Nepomuk (Thomas Mayer) mit seinem Stottern und Pfeifen. Eine besondere Aufgabe hat (Souffleuse) Sabine Müller als Leichenfrau bei ihren Erläuterungen zu Beginn der drei Akte. Die dabei traurigen und nachdenklichen Gedanken verfliegen aber schnell, wenn sich dann wieder der Blick auf die Geschehnisse in der „Hinterweltsboazn“ richtet.
Damit die Besucher im Pruttinger Dorfstadl in den vollen Genuss eines Theaterabends kommen konnten beziehungsweise noch kommen können, dafür sorgte ein großes Team hinter den Kulissen. Und für die kulinarische Verpflegung bemühte sich erfolgreich der Service von der „Schmankerlkist’n“. Martina Strobl, Zweite Vorsitzende, dankte in ihren Grußworten namens des gesamten Vorstands den vielen Ehrenamtlichen, die sich um Maske, Frisuren, Kostüme, Bühnenbau, Technik und Kasse einbringen. Ihr weiterer Dank galt den Sponsoren, deren Unterstützung heuer ein besonderes Jubiläumsjahr ermöglicht. „Wie früher, als wir noch im Saal vom Kererwirt spielten, haben wir heuer die Tradition des Frühjahrstheaters wieder belebt, über das ganze Jahr über wollen wir mit Filmabenden auf vergangene Theateraufführungen zurückschauen, für den 10. Oktober bereiten wir einen bestimmt unvergesslichen Jubiläumsabend vor und für Weihnachten haben wir auch schon wieder ein Theaterschmankerl ausgesucht“, so die Theatergemeinschaft.