Kiefersfelden – Ob der Verein „Heim und Garten“ in Kiefersfelden eine Zukunft hat, ist nach seiner Jahresversammlung im Hotel „Zur Post“ ungewisser denn je. Die Wahl eines neuen Vorstands ist gescheitert – kein einziger Kandidat meldete sich für einen der frei werdenden Funktionsposten.
Dabei hatte Vorsitzender Hubert Kurz zu der wegweisenden Versammlung hochrangige Gäste begrüßen dürfen: den wiedergewählten Bürgermeister Hajo Gruber, der als Wahlleiter fungierte, sowie Markus Eppenich, Vizepräsident des Eigenheimer Verbands, und Georg Friedrich, Mitglied des Landesvorstandes. Auch die Mitglieder erschienen in ansehnlicher Zahl.
Rückblick auf
das Vereinsjahr
Nach einer Schweigeminute für verstorbene Vereinsmitglieder gab Kurz einen Tätigkeitsbericht über das Vereinsjahr 2025 ab. Anfang April hatte der Verein einen Baumschnittkurs organisiert, den Birgit Fischler auf einer Streuobstwiese bei strahlendem Wetter abhielt. Anfang Mai ermöglichte der Verein auf dem Gelände des „Blaahauses“ eine Feuerlöscher-Überprüfung, die von 80 bis 100 Gerätebesitzern genutzt wurde. Eine angereiste Spezialfirma aus München übernahm dabei auch die fachgerechte Entsorgung unbrauchbarer Altgeräte. Ende Mai fand auf dem Privatgelände einer Mitgliederfamilie die Pflanzentauschaktion mit Kaffee und Kuchen statt, die auf erfreulich großes Interesse stieß. Bereits bei der vergangenen Jahresversammlung wurde den anwesenden Mitgliedern eindringlich nahegelegt, sich im Verein mehr zu organisieren und dazu aufgerufen, Interesse an den 2026 frei werdenden Posten zu zeigen.
Im Herbst konnten Mitglieder beim „Saftkaiser“ in Niederdorf geerntetes Obst zu Saft verarbeiten lassen – aufgrund des kalten und frostigen Frühjahres und der damit verbundenen schlechten Obsternte machten jedoch nur fünf Mitglieder davon Gebrauch.
Den Jahresausklang bildete eine Weihnachtsfeier im Gasthof „Schaupenwirt“, zu der zahlreiche Mitglieder erschienen und die von Harfen- und Zithermusik umrahmt wurde.
Kurz sprach im Anschluss allen Mitgliedern seinen Dank aus, die sich im Laufe des Jahres für den Verein engagiert hatten. Zudem unterbreitete er den Vorschlag, die vereinseigene Gartenfachliteratur, die von den Mitgliedern kaum genutzt werde, als Spende in das „Offene Bücheregal“ im Vorraum des Kiefersfeldener Hallenbades zu überführen.
Nach Verlesung des Rechenschaftsberichts durch Kassierin Gitte Schasching und der Bekanntgabe des Kassenprüfungsergebnisses durch Manfred Grupp und Willy Sauf wurden Kassenwart und Vorstandschaft entlastet.
Vor der anstehenden Neuwahl wandten sich Vizepräsident Eppenich und Landesvorstandsmitglied Friedrich eindringlich an die Mitglieder. Eppenich forderte sie auf, sich für eine Vorstandsaufgabe zu melden, und schilderte die Konsequenzen, sollten die frei werdenden Posten nicht neu besetzt werden können. Friedrich berichtete, dass diese Problematik auch bei anderen Vereinen des Verbandes immer wieder aufgetreten sei, und legte Musterbeispiele für Satzungsänderungen vor, die in mehreren Vereinen bereits erfolgreich zur Gewinnung neuer Kandidaten geführt hätten. Auch Bürgermeister Gruber betonte in eindringlichen Worten die Bedeutung des Vereins für die Gemeinschaft: Der Verein bestehe seit über 80 Jahren, gehöre zu Kiefersfelden und dürfe nicht verloren gehen.
Hoffnung liegt auf neuer
Versammlung
Dennoch meldete sich bei der Wahl kein einziger Kandidat. Eine sofortige Vereinsauflösung aufgrund der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit der Mitglieder ist derzeit nicht möglich. Es soll nun eine erneute Versammlung anberaumt werden, in der Hoffnung, doch noch Interessierte zu finden.
Zum Abschluss des Abends wurden langjährige Mitglieder geehrt. Aufgrund von Alter, Krankheit und persönlichen Hindernissen erschienen lediglich zwei der Geehrten persönlich, um Urkunde und ein Blumengeschenk entgegenzunehmen. Vorsitzender Kurz versprach, den nicht anwesenden Geehrten die Urkunden und Geschenke persönlich zu überbringen.