Ein Haushalt der Rekorde

von Redaktion

Gemeinde Riedering investiert angesichts zahlreicher Notwendigkeiten kräftig – Volumen steigt auf 25,4 Millionen Euro

Riedering – Bürgermeister Christoph Vodermaier (FWGR) stimmte gleich zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung das Gremium auf einen Haushalt der Rekorde ein, betonte aber auch: „Wir sind gut aufgestellt.“

Künftige Sparsamkeit
angemahnt

Kämmerer Wolfgang Eberle stellte erst den Finanzplan bis 2029 vor. Die Zuführung an den Vermögenshaushalt nimmt in den kommenden Jahren stetig ab, warnte der Kämmerer. Damit werden die Mindestzuführungen der kommenden Jahre nicht erreicht. In den jeweiligen Haushaltsjahren müssten deshalb bei der konkreten Haushaltsplanung alle Ausgaben des Verwaltungshaushaltes auf absolute Notwendigkeit geprüft werden: „Die Konzentration auf die gesetzlichen Pflichtaufgaben der Gemeinde hat Vorrang vor den freiwilligen Aufgaben.“

Anschließend widmete sich der Kämmerer dem gemeindlichen Haushalt. Der Verwaltungshaushalt steigt von knapp 14,9 Millionen Euro (2025) auf 15,6 Millionen Euro. Zusammen mit dem Vermögenshaushalt in Höhe von knapp 9,8 Millionen Euro (gut 838.000 Euro mehr als im Vorjahr) ergibt das ein Gesamtvolumen von über 25,4 Millionen Euro.

Die Kreisumlage steigt um 206.400 Euro auf fast 3,8 Millionen Euro. Gleichzeitig steigt die Schlüsselzuweisung um 171.000 Euro. Dem Vermögenshaushalt können heuer nur 362.800 Euro zugeführt werden, womit die gesetzliche Mindestzuführung zur Kredittilgung gerade noch erreicht wird. Deshalb müssen zur Finanzierung der Investitionen heuer über 3,78 Millionen Euro aus der allgemeinen Rücklage entnommen werden, betonte Eberle. Und zudem müssen Kredite in Höhe von 3,5 Millionen Euro aufgenommen werden. Da diese aber über bisher nicht genutzte Kreditermächtigungen der Vorjahre aufgenommen werden, enthalte die diesjährige Haushaltssatzung keine neue Ermächtigung, so Eberle. Die Gewerbesteuer ist mit 2,15 Millionen Euro veranschlagt.

Beim Einkommensteueranteil sei eine Steigerung um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu erwarten. Fast 4,7 Millionen Euro seien möglich.

Der Verwaltungs- und Betriebsaufwand verschlingt 3,4 Millionen Euro und die Personalkosten 2,4 Millionen Euro. Allein diese Sachausgaben für sich genommen seien schon „sehr hoch“, erklärte Eberle.

Im Vermögenshaushalt gehe der größte Anteil, 94 Prozent, an Großmaßnahmen. Allein die Hochbaumaßnahmen an Gebäuden bezifferte der Kämmerer mit 1,5 Millionen Euro. Dazu kommen noch Tiefbaumaßnahmen wie Kanal (565.000 Euro), Straßen (103.000 Euro) und Wasser (870.000 Euro) sowie der Erwerb von Grundstücken (2,5 Millionen Euro). Bis 2029 summieren sich die Baukosten auf insgesamt 15,6 Millionen Euro. Eberle gab zu, dass viele Maßnahmen anstehen. Aber: „Je länger wir warten, desto teurer werden sie.“

Rücklage noch
gut gefüllt

Bürgermeister Vodermaier sprach von einem Investitionsstau, auch wenn die Gemeinde noch über eine gut gefüllte Rücklage verfüge und „finanziell stabil und wirtschaftlich stark“ dastehe. In Sachen Finanzplanung machte Vodermaier deshalb die Ansage: Die Zweitwohnungssteuer, schon 2024 eingeführt, müsse heuer eingesetzt werden. Zudem forderte er Haushaltsdisziplin ein. Da die Mitglieder des Finanzausschusses den Haushalt schon intensiv vorberaten hatten, gab es keine weiteren Nachfragen.

Dem Beschlussvorschlag folgten die Gemeinderäte mit 21:0. Ebenso einstimmig erfolgte die Zustimmung für den Finanzplan und das Investitionsprogramm, die der Entwicklung jährlich anzupassen sind.

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