Lange Geschichte mit gutem Ende

von Redaktion

Am 1. Mai können die Halfinger Ortsvereine wieder einen Maibaum aufstellen – Neue Figuren geschnitzt

Die kunstvolle Ausführung ist bemerkenswert.

Halfing – Maibäume haben in Bayern eine lange Tradition. Sie gelten als Sinnbild und Zeichen der Fruchtbarkeit, der Berufe, Traditionen und des Gemeinschaftssinns einer Gemeinde. Der „Werdegang“ eines Maibaums, von der Fällung bis zum Tag des Aufstellens, ist ein langer Weg mit vielen verschiedenen Schritten aller Beteiligten.

Vorgänger stand nur
eineinhalb Wochen

Die Geschichte des Halfinger Maibaumes, der am Freitag, 1. Mai, aufgestellt wird, ist eine Besondere und sie ist es wert, erzählt zu werden. Begonnen hat alles mit dem letzten Maibaum des Jahres 2021. Dieser sollte eigentlich bereits 2020 aufgestellt werden, was sich aber, bedingt durch die damaligen Corona-Regelungen, bis in den Sommer 2021 verschob. Während der eineinhalb Jahre andauernden „Wartezeit“ wurde der Baum von den Maibaumdieben aus der Nachbargemeinde Amerang sicher gelagert und bewacht, bis er im Sommer 2021 von den Halfinger Ortsvereinen gemeinsam mit den Dieben aufgestellt wurde.

Die Freude währte allerdings nur eineinhalb Wochen, denn nach diesem kurzen Zeitraum wurde Halfing von einem verheerenden Unwetter heimgesucht. Dabei wurde auch die Halterung des Baumes beschädigt, sodass dieser, wie auch der Kirchturm, deutlich sichtbar in Schieflage geriet.

Um größeren Schäden vorzubeugen, wurde der Baum noch am Tag des Unwetters aus Sicherheitsgründen wieder umgeschnitten. Somit dürfte es sich beim Halfinger Maibaum um den am längsten bewachten, aber deutlich am kürzesten stehenden Maibaum Bayerns handeln.

Nachdem die Klärung verschiedenster Detail- und Kostenfragen für einen neuen Maibaum sowie ein neues Fundament einen längeren Zeitraum in Anspruch nahmen, konnten die Halfinger Ortsvereine zum Jahreswechsel endlich wieder grünes Licht für einen neuen Maibaum geben. Dieser wurde, wie erwartet, erneut gestohlen – kurioser weise wieder von den „Maibaumfreunden“ aus Amerang. Dort wird er nun bis zum Aufstellen streng bewacht und von den Dieben gemeinsam mit den Halfinger Ortsvereinen vorbereitet und verschönert.

Doch damit ist die Geschichte nicht zu Ende, die Sturmschäden brachten nicht nur den Maibaum in Schieflage, sondern zerstörten auch die geschnitzten Figuren. Eine Reparatur war unmöglich, es musste Ersatz gesucht werden. Ein Vorhaben, das sich vor allem aus Zeit- und Kostengründen als äußerst schwierig erwies.

Rettung kam in Form der Schnitzerschule Berchtesgaden auf Vermittlung durch den Halfinger Restaurator Johannes Guggenberger. Dank dessen Bemühungen übernahm die Schnitzerschule die Anfertigung neuer Figuren im Rahmen eines Ausbildungsprojektes. Ein Unterfangen, das sich als äußerst umfangreich darstellte und unzählige Arbeitsstunden erforderte.

Die Figuren mussten aus dem Rohholz ausgeschnitten, anhand eines vorher gefertigten Modells von Hand geschnitzt und auch noch bemalt werden.

Bayernweit wohl
einzigartige Figuren

Aber der Aufwand hat sich gelohnt, die Figuren sind einzigartig und riefen bei den Halfinger Vereinen pure Begeisterung hervor. Es entstanden Figuren, die viele Berufe und Lebenssituationen darstellen und wie sie wohl bayernweit kein weiteres Mal zu finden sind. So hat die unendlich anmutende Geschichte um den Halfinger Maibaum doch noch ein gutes Ende gefunden. Die Ortsvereine sind voller Zuversicht mit den Vorbereitungen für ein zünftiges Maibaumfest am 1. Mai beschäftigt.

Dieses beginnt um 11 Uhr, um diese Uhrzeit ist das Eintreffen des Baumes mit einem Pferdefuhrwerk in Begleitung der Halfinger Blasmusik geplant. Anschließend wird der Baum von den Halfinger Ortsvereinen und den Ameranger Dieben traditionell mit sogenannten „Schweiberln“ aufgestellt.

Die Veranstaltung findet bei jeder Witterung statt, eine erneute Verschiebung kommt für die Halfinger Ortsvereine nicht in Frage.

Artikel 1 von 11