Ein Abschied mit Blick auf das Erreichte

von Redaktion

Abschied von fünf zum Teil langjährigen Mitgliedern des Gemeinderates in Nußdorf

Nußdorf – Mit dem Ende der Wahlperiode verabschiedet Nußdorf mehrere Gemeinderatsmitglieder, die die Entwicklung der Gemeinde über viele Jahre mitgeprägt haben. In einer Rückschau würdigte Bürgermeisterin Susanne Grandauer (CSU/FWG) nicht nur die Zusammenarbeit im Gremium, sondern auch die Vielzahl an Aufgaben, Projekten und Konflikten, die in den vergangenen sechs Jahren zu bewältigen waren.

Dank an alle Räte,
nicht nur die scheidenden

Ihr Dank galt dem gesamten Gemeinderat, besonders aber jenen Mitgliedern, die nun ausscheiden: Markus Gruber, Agnes Jaud und Maximilian Maurer (alle Parteifreie Nußdorfer) nach jeweils sechs Jahren, Peter Moser (CSU) nach 24 Jahren sowie Alois Linder (Parteifreie Nußdorfer) nach drei Jahrzehnten kommunalpolitischer Arbeit.

Die nun beendete Amtszeit war in Nußdorf von großen infrastrukturellen und politischen Themen geprägt. Dazu zählten der Einsatz gegen eine Erweiterung des Steinbruchs, das Ringen um eine für Nußdorf möglichst verträgliche Lösung beim Brenner-Nordzulauf mit Tunnellösung und Inn-Unterquerung sowie der Versuch, die Belastungen durch Ausweichverkehr an Stau- und Blockabfertigungstagen zu begrenzen.

Zugleich wurden zahlreiche Projekte im Ort umgesetzt: Das Rathaus wurde weiter digitalisiert, der Kindergarten barrierefrei umgebaut, die Ortsdurchfahrt und die Innbrücke saniert, der Hochwasserschutz am Steinbach vorangebracht und auch im Sport- und Freibadbereich investiert.

Grandauers Rückblick machte auch deutlich, dass sich kommunalpolitische Leistung nicht nur in einer einzelnen Wahlperiode bemisst. Gerade mit Blick auf Alois Linder und Peter Moser spannte sie den Bogen weiter zurück. Seit den späten 1990er-Jahren wurden wichtige Weichen für die Entwicklung des Dorfes gestellt: von der Ausweisung von Bauland für Einheimische über den Ausbau von Trinkwasserversorgung und Kanalisation bis hin zu Projekten wie Turnhalle, Feuerwehrhaus, Kinderkrippe und Musikheim. Hinzu kamen Straßensanierungen, Breitbandausbau, die Modernisierung gemeindlicher Gebäude und eine Dorfentwicklung, die mit hohen Auszeichnungen auf Landes- und Europaebene gewürdigt wurde.

Besonders hervorgehoben wurden Peter Moser und Alois Linder, die dem Gemeinderat über viele Jahre Kontinuität verliehen haben. Moser gehörte dem Gremium seit 2002 an und arbeitete unter anderem im Rechnungsprüfungsausschuss und im Bauausschuss; zeitweise war er zudem Referent für Kindergarten und Schule. Als Schreinermeister brachte er bei Hochbaumaßnahmen seine fachliche Erfahrung ein und prägte damit viele Projekte im Ort auch ganz praktisch mit. Hinzu kam seine langjährige Verbundenheit mit der Feuerwehr, von der die Gemeinde profitierte.

Blick auf langfristige
Themen gerichtet

Linder wiederum stand seit 1996 vor allem für Themen des Natur- und Landschaftsschutzes. Über viele Jahre wirkte er in Bau-, Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss mit und setzte sich dabei immer wieder für eine Entwicklung ein, die Wachstum und Rücksicht auf die Landschaft miteinander verbindet. In der Würdigung der Bürgermeisterin erscheint er damit als eine Stimme, die den Blick auf die langfristigen Interessen der Gemeinde gerichtet hielt.

So wurde die Verabschiedung der Gemeinderäte mehr als nur ein formaler Schlussakt. Sie war auch ein Moment der Erinnerung daran, was kommunale Arbeit über Jahre hinweg leisten kann: oft unspektakulär im Alltag, aber prägend für das Gesicht eines Ortes. re

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